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Der junge Russe Boris Gruschenko ist in seine hübsche
Cousine Sonja verliebt, die leider seinen Bruder
Iwan vorzieht. Als Sonja einen Fischhändler
heiratet und diesem eifrig Hörner aufsetzt,
muss Boris in den Krieg gegen Napoleon, obwohl er
so gar nichts vom Kämpfen hält und während
der Schlacht lieber in einem Kanonenrohr Zuflucht
sucht. Wie einst Münchhausen hinter die feindlichen
Linien geschossen, gelangt er zu hohem Ruhm und
einer Brust voller Orden, gewinnt die Gunst der
heißblütigen Gräfin Alexandrowna
und übersteht sogar ein aufregendes Duell,
was ihn auf ein langes, glückliches Leben an
der Seite seiner inzwischen verwitweten Cousine
hoffen lässt.
Daraus wird leider nichts, denn Sonja besteht in
ihrem frisch entflammten Patriotismus darauf, dass
Boris den in Russland eingefallenen Tyrannen Napoleon
umbringen soll. Zwar geht das Attentat gründlich
daneben, aber Boris wird dennoch zum Tode verurteilt.
Sehr gefasst tritt er vor die Gewehre des Exekutionskommandos,
denn er hat guten Grund, auf Begnadigung in letzter
Minute zu hoffen.
"Die letzte Nacht des Boris Gruschenko"
gehört zu Woody Allens größten Kinoerfolgen.
Er inszenierte den Film in einer langen Rückblende,
sein unglücklicher Held Boris ist schon tot,
als er sein aufregendes Leben Revue passieren lässt,
weiß sich aber zu trösten: "Man
darf sich den Tod nicht als das Ende vorstellen,
vielmehr muss man ihn als eine wirksame Möglichkeit
betrachten, weniger Geld auszugeben." Solch
vertrackte "Metaphysik" zieht sich wie
ein roter Faden durch den Film; randvoll mit brillanten
Pointen, Slapstickeinlagen und parodistischen Anspielungen
auf Größen der russischen Literatur-
und Filmgeschichte dokumentiert er zugleich die
Entwicklung Woody Allens vom Entertainer und Gagschreiber
zum engagierten Filmemacher.
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