Die letzte Nacht des Boris Gruschenko

Spielfilm aus den USA von 1974
Regie Woody Allen
Drehbuch Woody Allen
Musik Sergej Prokofjew
Kamera Ghislain Cloquet
Darsteller Boris Gruschenko - Woody Allen
Sonja - Diane Keaton
Don Francisco - Lloyd Battista
General Leveque - Howard Vernon
Gräfin Alexandrowna - Olga Georges-Picot
Boris (jung) - Alfred Lutter III
Napoleon - James Tolkan
Iwan Gruschenko - Henri Czarniak
Michail Gruschenko - Féodor Atkine
Nehamkin - George Adet
u. a.

Der junge Russe Boris Gruschenko ist in seine hübsche Cousine Sonja verliebt, die leider seinen Bruder Iwan vorzieht. Als Sonja einen Fischhändler heiratet und diesem eifrig Hörner aufsetzt, muss Boris in den Krieg gegen Napoleon, obwohl er so gar nichts vom Kämpfen hält und während der Schlacht lieber in einem Kanonenrohr Zuflucht sucht. Wie einst Münchhausen hinter die feindlichen Linien geschossen, gelangt er zu hohem Ruhm und einer Brust voller Orden, gewinnt die Gunst der heißblütigen Gräfin Alexandrowna und übersteht sogar ein aufregendes Duell, was ihn auf ein langes, glückliches Leben an der Seite seiner inzwischen verwitweten Cousine hoffen lässt.

Daraus wird leider nichts, denn Sonja besteht in ihrem frisch entflammten Patriotismus darauf, dass Boris den in Russland eingefallenen Tyrannen Napoleon umbringen soll. Zwar geht das Attentat gründlich daneben, aber Boris wird dennoch zum Tode verurteilt. Sehr gefasst tritt er vor die Gewehre des Exekutionskommandos, denn er hat guten Grund, auf Begnadigung in letzter Minute zu hoffen.

"Die letzte Nacht des Boris Gruschenko" gehört zu Woody Allens größten Kinoerfolgen. Er inszenierte den Film in einer langen Rückblende, sein unglücklicher Held Boris ist schon tot, als er sein aufregendes Leben Revue passieren lässt, weiß sich aber zu trösten: "Man darf sich den Tod nicht als das Ende vorstellen, vielmehr muss man ihn als eine wirksame Möglichkeit betrachten, weniger Geld auszugeben." Solch vertrackte "Metaphysik" zieht sich wie ein roter Faden durch den Film; randvoll mit brillanten Pointen, Slapstickeinlagen und parodistischen Anspielungen auf Größen der russischen Literatur- und Filmgeschichte dokumentiert er zugleich die Entwicklung Woody Allens vom Entertainer und Gagschreiber zum engagierten Filmemacher.
   

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