Rückkehr nach Marseille

Deutsch-französischer Spielfilm von 1980
Regie René Allio
Drehbuch René Allio und Janine Peyre
Musik Lucien Bertolina und Georges Boeuf
Kamera Renato Berta
Darsteller Michel - Raf Vallone
Jeanne - Gilberte Rivet
Charles - Jean Maurel
Cécé - Andréa Ferreol
Lydie - Ariane Ascaride
und andere

Zur Beerdigung seiner Tante ist Michel (Raf Vallone) nach Jahrzehnten wieder in Marseille. Noch beim Leichenschmaus stiehlt ihm Michel (Raf Vallone), der Sohn seiner Schwester Jeanne (Gilberte Rivet), das Auto. Michel will jedoch keine Polizei einschalten, zumal er im Wagen Papiere über windige Geschäfte liegen ließ. So macht er sich selbst auf die Suche, begleitet von seinem Onkel Charles (Jean Maurel). Dabei stoßen sie auf viele Orte, die ihn an die Vergangenheit erinnern. Während Michel zu Hause noch die starken Familienbande spürt, ist ihm die Stadt längst fremd geworden.

Indessen schließt er Bekanntschaft mit Cécé (Andréa Ferreol), der Mutter von Minos Freundin. Sie führt ihn zu den Orten, an denen sich Minos Clique herumtreibt. Michel spürt bald eine immer tiefere Seelenverwandtschaft zu dem abenteuerlustigen und jähzornigen Mino. Doch die Zeiten der romantischen Gang-Spielereien sind vorbei. Michel trifft Lydie (Ariane Ascaride). Sie stieg aus der Clique aus, weil ihre Kameraden am Hafen ein gefährliches Ding planen. Sie wollen eine Containerladung Transistoren rauben. Michel und Cécé gelingt es, rechtzeitig am Tatort aufzutauchen. Bevor sie jedoch eingreifen können, gibt es schon einen Toten ...

Die Filme des Regisseurs René Allio ("Die eine und die andere", "Matrose 512", "Transit") spüren die Ambivalenz sozialer Situationen auf. Mit fast dokumentarischer Beiläufigkeit skizziert er, wie Menschen in Konflikte und gegenseitige Abhängigkeit geraten oder zum Spiegelbild der eigenen, zerbröckelnden Identität werden. Raf Vallone, markanter Star des italienischen Kinos der Fünfzigerjahre ("Bitterer Reis"), verkörpert den Heimkehrer Michel mit einer melancholischen Eindringlichkeit.
   

Copyright © Jürgen Oellerich - All Rights Reserved