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Die hübsche Bauerntochter Liesel hat in der
Stadt ihre Ausbildung an der Hotelfachschule mit
Bravour abgeschlossen. Nun kehrt die junge Frau
in ihren Heimatort Hinterflüh im Berner Oberland
zurück. Dort wird sie bereits von ihrem Freund
Toni am Bahnhof erwartet. Am liebsten würde
der verliebte Toni sofort einen Heiratstermin vereinbaren
- gäbe es da nicht ein kleines Hindernis: Liesels
Vater offenbart den beiden, dass er seiner Frau
am Sterbebett versprechen musste, dass Liesel erst
heiraten darf, wenn sich auch ein Ehemann für
ihre Zwillingsschwester Susi gefunden hat. Eigentlich
sollte diese Bedingung kein großes Problem
darstellen, doch im Gegensatz zu ihrer liebenswerten
Schwester ist Susi ein grober Hausdrachen ohne jeden
Charme. Durch eine Heiratsanzeige soll ein williger
Ehekandidat gefunden werden. Leider schlägt
Susi mit ihrer barschen Art jeden Bewerber binnen
kürzester Zeit in die Flucht. Nur Rolf gibt
sich hartnäckig - wobei er es weniger auf Susi
als auf die Mitgift ihres wohlhabenden Papas abgesehen
hat. Doch dumm ist Susi nicht: Sie durchschaut Rolfs
Plan und führt den Mitgiftjäger gehörig
aufs Glatteis. Bleibt der nette Student Günter,
den Liesel von der Hotelfachschule kennt. Insgeheim
hofft er, Liesels Herz zu gewinnen, und auch Liesel
empfindet mehr für Günter, als sie zugeben
will. So herrscht alles in allem eine ganz schöne
Gefühlsverwirrung. Da hat Günter eine
Idee, wie man die Testamentsverfügung austricksen
kann: Toni soll einfach zum Schein die Susi heiraten,
damit auch für die Liesel der Weg frei ist
- denn schließlich steht nirgends geschrieben,
dass Susi dauerhaft verheiratet bleiben muss.
Mit "Kohlhiesels Töchter" hat Erfolgsregisseur
Axel von Ambesser die wohl bekannteste Adaption
des populären Bauernschwanks inszeniert und
mit Liselotte Pulver in der Doppelrolle von Liesel
und Susi "die zweifellos originellste und komischste
Besetzung" (Cinema-Filmlexikon) gefunden. Liselotte
Pulver ist zu jener Zeit neben Maria Schell die
beliebteste Schauspielerin des deutschsprachigen
Kinos. Am 11.10.2009 wurde sie 80 Jahre alt. In
Bern 1929 als Tochter einer alteingesessenen Familie
geboren, beschließt sie als junges Mädchen,
eine berühmte Schauspielerin zu werden. Mit
20 gibt sie in der Schweiz ihr Filmdebüt, fünf
Jahre später bringt ihr "Ich denke oft
an Piroschka" unter der Regie von Kurt Hoffmann
den großen Durchbruch. Monatelang hat sie
sich gegen die Rolle gewehrt, denn sie will eine
große Tragödin werden. Doch Hoffmann
entdeckt als erster ihr komisches Talent und dreht
insgesamt zehn Filme mit ihr (u. a. "Die Bekenntnisse
des Hochstaplers Felix Krull" 1957, "Das
Wirtshaus im Spessart" 1958, "Dr. med.
Hiob Prätorius" 1965). "Lilo",
wie sie bald in Deutschland genannt wird, avanciert
zum "Prototyp des frischen, burschikosen, dabei
aber liebreizenden Mädchens. Das ansteckende,
aus tiefer Kehle kommende Lachen wurde zum Markenzeichen"
(Iris Schmidt). Bald gehört sie zu den beliebtesten
Schauspielerinnen des deutschen Films.
Auch der internationale Film wird auf sie aufmerksam.
So wird ihr eine Rolle in "Ben Hur" angeboten
sowie die weibliche Hauptrolle an der Seite von
Charlton Heston in "El Cid". Doch vertragliche
Verpflichtungen hindern sie, Sophia Loren bekommt
die Rolle. Noch heute, sagt Liselotte Pulver in
einem Interview, könne sie sich deswegen "in
den Hintern beißen". Doch dafür
findet sie in dem Schauspielkollegen und Regisseur
Helmut Schmid (ihr Partner auch in "Kohlhiesels
Töchter") die Liebe ihres Lebens, 1961
heiraten sie. In der ersten Hälfte der 60er-Jahre
kann sie sich auch als Charakterdarstellerin beweisen.
Billy Wilder besetzt sie in seiner Satire "Eins,
zwei, drei" (1961), Jacques Rivette in "Die
Nonne" (1965). Danach ist Liselotte Pulvers
große Zeit vorbei. Sie macht mit ihrem Ehemann
Theatertourneen und geht zum Fernsehen. Vor allem
in TV-Spielen und der legendären Kinderserie
"Sesamstraße" ist sie wiederum erfolgreich.
2007 steht sie in dem Remake "Die Zürcher
Verlobung" bislang zum letzten Mal vor der
Kamera. Im Jahr 1993 veröffentlicht die Schauspielerin,
deren Familienleben von tragischen Ereignissen überschattet
ist, unter dem Titel "... wenn man trotzdem
lacht. Tagebuch meines Leben" ihre Memoiren.
1996 folgt die Fortsetzung "Bleib doch noch
ein bisschen".
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