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Albanien 1991. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus
herrscht in dem einst von der Außenwelt isolierten
Land das Chaos. Der italienische Geschäftemacher
Fiore und sein Helfer Gino sehen eine günstige
Gelegenheit zum Subventionsbetrug. Für den
Kauf einer maroden Schuhfabrik brauchen sie einen
einheimischen Strohmann. In einem ehemaligen Arbeitslager
engagieren sie dafür den verwirrten Albaner
Spiro. Nach 50 Jahren Haft hält er das verwüstete
Land irrtümlich für das vom Krieg zerstörte
Italien. Spiro spielt bereitwillig seine Rolle als
Präsident der Scheinfirma. Es fehlt nur noch
eine letzte Unterschrift, als Spiro plötzlich
spurlos verschwindet.
Widerwillig fährt Gino auf der Suche nach Spiro
durch das ausgeblutete Land. Die Armut, der allgegenwärtige
Zerfall und die Belagerung durch bettelnde Kinder
provozieren ihn. Er findet schließlich Spiro,
doch wird auf der Rückreise sein Jeep geplündert.
Die beiden schließen sich einem Heer von Armutsflüchtlingen
auf seinem strapaziösen Marsch zur Küste
an. Spiros arglose Güte und Hilfsbereitschaft
stimmen den arroganten Gino nachdenklich. Als er
aber erfährt, dass das Geschäft längst
geplatzt ist, setzt er Spiro sogleich in einem Heim
ab. In der Hafenstadt Dures gerät er jedoch
wegen Korruption ins Gefängnis. Ohne Geld und
Pass schlägt er sich verzweifelt zum Hafen
durch - als einer unter Tausenden von Flüchtlingen,
die auf einem hoffnungslos überfüllten
Schiff gen Italien aufbrechen.
Gianni Amelio drehte sein beklemmendes Flüchtlingsdrama
an Originalschauplätzen in Albanien. Die Idee
entstand 1991, als zwei Schiffe mit mehr als 10.000
Albanern im italienischen Bari anlegten. Für
den in Kalabrien geborenen Amelio ist die Story
zugleich eine Reise in die Vergangenheit, in die
karge Umgebung der Kindheit, denn etliche seiner
Verwandten emigrierten einst voller Hoffnung. Die
eindrucksvollen Bilder vom befremdlichen Rand Europas
illustrieren für Amelio eine poetische Parabel:
"Auf der einen Seite der Junge: naiv, unerfahren,
gutwillig, ohne Geschichtsbewusstsein, auf der anderen
der alte Narr - die Seele des Films". In der
markanten Rolle des weisen Spiro gab der Fischer
Carmelo Di Mazzarelli sein Debüt als Schauspieler.
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