Das Meer in mir

Spielfilm aus Spanien, Italien und Frankreich von 2004
Regie Alejandro Amenábar
Drehbuch Alejandro Amenábar und Mateo Gil
Musik Alejandro Amenábar
Kamera Javier Aguirresarobe
Darsteller Ramón Sampedro - Javier Bardem
Julia - Belén Rueda
Rosa - Lola Dueñas
Manuela Sampedro - Mabel Rivera
Gené - Clara Segura
José Sampedro - Celso Bugallo
Joaquín Sampedro - Joan Dalmau
Germán - Alberto Jiménez
Javi - Tamar Novas
Marc - Francesc Garrido
u. a.

Seit einem Badeunfall vor 26 Jahren ist der galicische Seemann Ramón vom Hals abwärts gelähmt. Ramón lebt im Haus seines Bruders José, wo ihn seine Schwägerin Manuela liebevoll versorgt. Doch trotz der Zuwendung, die er auch von seinem greisen Vater Joaquín und seinem Neffen Javi erfährt, empfindet Ramón sein Dasein als unwürdig und kennt nur noch ein Ziel: Er möchte sein Leben in Würde beenden. Immer wieder stellt er Anträge auf Sterbehilfe, vergeblich. Durch die Unerschütterlichkeit, mit der er öffentlich seinen Tod fordert, ist Ramón längst zu einer lokalen Berühmtheit geworden. Betört von seinem Witz, seiner Klugheit und Sanftheit, erhält Ramón Besuch von vielen Frauen. Gené, Vertreterin einer Gesellschaft für würdiges Sterben, macht ihn mit der attraktiven Anwältin Julia bekannt, die seinen Fall vor das Landgericht bringt. Die Richter zeigen Verständnis für Ramóns Todeswunsch, weisen aber sein Gesuch zurück, weil aktive Sterbehilfe eine Straftat ist. Ramón verkraftet den schmerzlichen Rückschlag, denn er und Julia haben sich verliebt. Die schöne Anwältin versteht Ramón nur allzu gut, denn auch sie leidet an einer unheilbaren Krankheit und denkt an Selbstmord. Julia bewegt Ramón zur Veröffentlichung seiner Gedichte und will ihm nach Erscheinen seines Buches Sterbehilfe leisten. Doch als sie ihr Versprechen bricht, ist die Enttäuschung groß. Unerwartete Hilfe kommt von Rosa, einer einfachen Fabrikarbeiterin, die sich ebenfalls in Ramón verliebt hat, weil ihr Leben durch ihn wieder einen Sinn bekommen hat. Ausgerechnet sie ist bereit, Ramón zu geben, was er sich am sehnlichsten wünscht.

"Das Meer in mir" ist ein überaus lebendiger Film über den Tod, der den Zuschauer durch seinen überraschenden Witz gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen bringt: Das aufwühlende Melodram setzt das Thema Sterbehilfe ergreifend und sinnlich um. Nach "Tesis - Faszination des Grauens", "Virtual Nightmare - Open Your Eyes" und "The Others" legt der chilenischstämmige Spanier Alejandro Amenábar mit seiner inzwischen sechsten Regiearbeit seinen besten Film vor. Zu Recht wurde "Das Meer in mir" unter anderem mit einem "Oscar" ausgezeichnet. Wieder komponierte Amenábar die Musik und verfasste auch das Drehbuch (zusammen mit Mateo Gil). Als Vorlage dienten die "Briefe aus der Hölle" von Ramón Sampedro, einem Gelähmten, der seit seinem Suizid im Januar 1998 Spaniens meistdiskutierter Fall von Sterbehilfe ist. Die ungewöhnliche Geschichte eines Mannes, der von nichts anderem am Leben gehalten wird als seinem unbeugsamen Willen zum Tod, hat Amenábar kongenial in eine filmische Sprache übersetzt. Javier Bardem, eigentlich ein sehr physischer Akteur, der in Almodóvars "Live Flesh" schon einmal als Rollstuhl fahrender Olympia-Basketballer beeindruckte, überzeugt durch seine hellwache Präsenz. Nur als "sprechender Kopf" zugegen, zieht er den Zuschauer hinein in eine Welt, in der bis hin zum Abnehmen des Telefonhörers alles nur mit dem Mund geschieht.
   

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