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Seit über 60 Jahren verbringen die verwitweten
Schwestern Libby und Sarah gemeinsam den milden
Sommer in Sarahs gemütlichem Holzhaus auf einer
kleinen Insel vor der Küste von Maine. Die
vorbeiziehenden Wale, die man hier früher im
August beobachten konnte, sind eine verblassende
Erinnerung an die unbeschwerte Jugend und das Glück
vergangener Zeiten. Seit ihrer Erblindung ist Libby
von der Pflege ihrer gutmütigen Schwester abhängig
und dabei immer verbiesterter geworden. Sie fürchtet
sich davor, verlassen zu werden, und registriert
mit einer Art sechstem Sinn jede noch so minimale
Veränderung in der eingefahrenen, streng ritualisierten
Hassliebe-Beziehung.
So bleibt ihr auch nicht verborgen, dass die quirlige
Nachbarin Tisha bei ihrem Überraschungsbesuch
einen Hintergedanken verfolgt: Sie will ihre langjährige
Freundin Sarah dazu bewegen, das Haus zu verkaufen
und zu ihr zu ziehen - ohne die Schwester. Doch
Libby hat ihre Mittel, um dies zu verhindern. Auch
der charmante russische Emigrant Mr. Maranow, der
nach dem Tod seiner Frau bald obdachlos sein wird
und Sarah dezent sowie würdevoll seine Aufwartung
macht, wird von Libby wirkungsvoll brüskiert.
So sind die beiden Damen am Ende eines ereignisreichen
und sonnigen Tages wieder mit sich allein. Wie zur
Versöhnung akzeptiert Libby nun den Herzenswunsch
ihrer Schwester, die ein Panoramafenster mit Seeblick
einbauen lassen möchte: Vielleicht kommen die
Wale ja doch noch ...
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