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Karl Bockerer, Besitzer einer Metzgerei in einem
Wiener Vorstadtbezirk, kann die Begeisterung seiner
Frau Sabine und seines Sohnes Hans beim Einmarsch
der deutschen Truppen im Jahr 1938 nicht verstehen.
Vom Nationalsozialismus will er nichts wissen, dass
er am selben Tag wie der Führer Geburtstag
hat, ist ihm eher peinlich. Ein Hitlerbild in der
Auslage seines Ladens ist in seinen Augen unnötig,
denn "da liegt ja schon ein Schweinskopf".
Der aufrechte Metzgermeister versteht auch nicht,
warum sein jüdischer Tarock-Partner Dr. Rosenblatt
Hals über Kopf das Land in Richtung Amerika
verlässt. Erst als ein Freund von ihm, der
Eisenbahner Hermann, nach Dachau verschleppt wird
und dort im KZ umkommt, beginnt Bockerer die ganze
Unmenschlichkeit der Nazi-Ideologie zu begreifen.
Er selbst aber bleibt ungeschoren, sein rebellisches
Verhalten beim Verhör hat ihn in den Augen
der Nazischergen zum Idioten gestempelt, harmlos,
aber irre. Mit dem Freibrief des Verrückten
überlebt Bockerer alle Schrecken des Tausendjährigen
Reiches.
Sohn Hans aber ist in Stalingrad gefallen. Als Rosenblatt
1945 in amerikanischer Uniform nach Wien zurückkehrt,
nimmt man die friedlichen Tarock-Runden wieder auf.
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