|
Mit viel Aufwand und der Liebe zur Genauigkeit im
zeitgeschichtlichen Detail wurde der dritte "Bockerer"-Film
um einen listig-unerschrockenen Helden wider Willen
vor Ort in Wien, in Niederösterreich, im Burgenland
und in Budapest gedreht.
Kostspielige Requisitenbeschaffung ging den Dreharbeiten
voran, das österreichische Bundesheer befand
sich im "Einsatz", die Ungarn stellten
die Panzer für die dramatischen Szenen des
Aufstandes, nur sie hatten noch die alten Modelle.
Die Szenen an der Brücke von Andau sind nach
Meinung von Augenzeugen überaus identisch gezeichnet
worden.
Antel, der zusammen mit Kurt Huemer das Buch schrieb,
verbindet mit dieser Odyssee zwischen Tragik und
Galgenhumor auch eine politische Botschaft: "Der
dokumentarische Hintergrund für meinen Film
ist die Haltung Österreichs während der
ungarischen Revolution, die ein Zeichen der Menschlichkeit
und der Zusammenarbeit über die nationalen
Grenzen hinaus war. Diese Haltung und die Hilfsbereitschaft
der Österreicher ist bis jetzt zu wenig gewürdigt
worden und genau das will ich mit diesem Film tun".
Doch er ist - auch dank der exzellenten Darsteller
- mehr als nur eine "Message", es ist
Kinounterhaltung im besten Sinn. Es bleibt nicht
bei der ursprünglich geplanten Trilogie: Im
Mai des Jahres begannen in Prag die Dreharbeiten
zu "Bockerer IV - Prager Frühling".
Es ist der 90. Film des damals 90-jährigen
österreichischen Regisseurs Franz Antel. In
der Titelrolle erneut Karl Merkatz.
Man schreibt das Jahr 1956: Österreich ist
wieder ein Staat, Wien von den vier Besatzungsmächten
befreit. Karl Bockerer glaubt endlich einmal in
Frieden seinen Geschäften nachgehen zu können.
Mit Ziehsohn Gustl und Enkel Karli fährt er
nach Ungarn, um billig Fleisch einzukaufen. Das
schöne Nachbarland ist aber noch in der festen
Hand der russischen "Befreier", die ihre
eigenen Gesetze machen, wie Bockerer aus leidvoller
Erfahrung weiß. Sein Fleisch wird, kaum in
Budapest ganz legal gekauft, einfach beschlagnahmt.
Plötzlich stecken die drei mitten im Kampf
der Ungarn um ihre nationale Unabhängigkeit.
In der Hauptstadt demonstriert die Bevölkerung
auf den Straßen und fordert den Abzug der
Besatzer-Truppen, das Land befindet sich in Aufruhr.
Die Bockerers müssen fliehen. Dabei hilft ihnen
Bockerers alter Freund Oberst Novotny, der russische
Kommandant in Budapest, denn auch er hat längst
genug vom Kommunismus. Er beschließt, sich
dem Trio anzuschließen. Inzwischen geraten
in Wien Karls alter Freund Hatzinger und Gustls
Ehefrau Elena in Panik, denn die Nachrichten aus
Ungarn werden von Stunde zu Stunde dramatischer.
In ihrer Verzweiflung brechen sie nach Budapest
auf - ein Wahnsinnsunternehmen in dieser Situation.
Dort rollen bereits die Panzer der Roten Armee,
der Widerstand bricht zusammen.
|