Der Bockerer III - Die Brücke von Andau

Österreichischer Spielfilm von 2000
Regie Franz Antel
Drehbuch Kurt Huemer und Franz Antel
Musik Gerhard Heinz
Kamera Hans Selikovsky
Darsteller Karl Bockerer - Karl Merkatz
Gustav 'Gustl' Bühringer - Sascha Wussow
Elena Bühringer - Caroline Vasinek
Oberst Novotny - Heinrich Schweiger
Hatzinger - Heinz Petters
Karli Bockerer - Volker Schmidt
Ilona Szillagy - Katalin Szántó
Hauptmann Szillagy - István Iglódi
u. a.

Mit viel Aufwand und der Liebe zur Genauigkeit im zeitgeschichtlichen Detail wurde der dritte "Bockerer"-Film um einen listig-unerschrockenen Helden wider Willen vor Ort in Wien, in Niederösterreich, im Burgenland und in Budapest gedreht.

Kostspielige Requisitenbeschaffung ging den Dreharbeiten voran, das österreichische Bundesheer befand sich im "Einsatz", die Ungarn stellten die Panzer für die dramatischen Szenen des Aufstandes, nur sie hatten noch die alten Modelle. Die Szenen an der Brücke von Andau sind nach Meinung von Augenzeugen überaus identisch gezeichnet worden.

Antel, der zusammen mit Kurt Huemer das Buch schrieb, verbindet mit dieser Odyssee zwischen Tragik und Galgenhumor auch eine politische Botschaft: "Der dokumentarische Hintergrund für meinen Film ist die Haltung Österreichs während der ungarischen Revolution, die ein Zeichen der Menschlichkeit und der Zusammenarbeit über die nationalen Grenzen hinaus war. Diese Haltung und die Hilfsbereitschaft der Österreicher ist bis jetzt zu wenig gewürdigt worden und genau das will ich mit diesem Film tun". Doch er ist - auch dank der exzellenten Darsteller - mehr als nur eine "Message", es ist Kinounterhaltung im besten Sinn. Es bleibt nicht bei der ursprünglich geplanten Trilogie: Im Mai des Jahres begannen in Prag die Dreharbeiten zu "Bockerer IV - Prager Frühling". Es ist der 90. Film des damals 90-jährigen österreichischen Regisseurs Franz Antel. In der Titelrolle erneut Karl Merkatz.

Man schreibt das Jahr 1956: Österreich ist wieder ein Staat, Wien von den vier Besatzungsmächten befreit. Karl Bockerer glaubt endlich einmal in Frieden seinen Geschäften nachgehen zu können. Mit Ziehsohn Gustl und Enkel Karli fährt er nach Ungarn, um billig Fleisch einzukaufen. Das schöne Nachbarland ist aber noch in der festen Hand der russischen "Befreier", die ihre eigenen Gesetze machen, wie Bockerer aus leidvoller Erfahrung weiß. Sein Fleisch wird, kaum in Budapest ganz legal gekauft, einfach beschlagnahmt. Plötzlich stecken die drei mitten im Kampf der Ungarn um ihre nationale Unabhängigkeit. In der Hauptstadt demonstriert die Bevölkerung auf den Straßen und fordert den Abzug der Besatzer-Truppen, das Land befindet sich in Aufruhr. Die Bockerers müssen fliehen. Dabei hilft ihnen Bockerers alter Freund Oberst Novotny, der russische Kommandant in Budapest, denn auch er hat längst genug vom Kommunismus. Er beschließt, sich dem Trio anzuschließen. Inzwischen geraten in Wien Karls alter Freund Hatzinger und Gustls Ehefrau Elena in Panik, denn die Nachrichten aus Ungarn werden von Stunde zu Stunde dramatischer. In ihrer Verzweiflung brechen sie nach Budapest auf - ein Wahnsinnsunternehmen in dieser Situation. Dort rollen bereits die Panzer der Roten Armee, der Widerstand bricht zusammen.
   

Copyright © Jürgen Oellerich - All Rights Reserved