Der Obersteiger

Österreichischer Spielfilm von 1952
Regie Franz Antel
Drehbuch Franz Antel, Jutta Bornemann, Gunther Philipp, Friedrich Schreyvogel
Musik Hans Lang
Kamera Hans H. Theyer
Darsteller Max, Herzog in Bayern - Hans Holt
Prinzessin Luise - Josefin Kipper
Andreas Spaun, ein Kavalier - Wolf Albach-Retty
Nelly Lampl - Waltraut Haas
Clara Blankenfeld, Kammerfrau - Grethe Weiser
Medardus von Krieglstein - Gunther Philipp
Matthias Lampl - Oskar Sima
Stasi, Kellnerin - Annie Rosar
Hofkammeradjunkt Pötzl - Theodor Danegger
Gräfin Amalie von Sensheim - Helene Lauterböck

Statt bei Hofe zu weilen, flüchtet Prinz Max von Bayern mit seinem Adjutanten Medardus von Krieglstein zur Jagd in die Alpen. Da dies seinem Vetter, König Ludwig I., gar nicht gefällt, reist er inkognito nach Hallstadt weiter. Dorthin ist die Kunde vom heimlich reisenden Prinzen schon gedrungen, allerdings meint man beim Löwenwirten Lampl, ihn im Gast Andreas Spaun ausgemacht zu haben. Da Spaun gerade etwas knapp bei Kasse ist, kommt es ihm ganz recht, als vermeintlicher Prinz äußerst zuvorkommend behandelt zu werden.

In Hallstadt steht der Kirtag bevor und so herrscht beim Löwenwirten nicht nur viel Trubel, sondern auch Zimmerknappheit. So muss sich auch Prinz Max als der erwartete bayerische Obersteiger ausgeben, um noch ein Zimmer zu bekommen. Ähnliche Probleme hat auch Prinzessin Ludovika, die ebenfalls mit ihrem Gefolge unter falschem Rang und dem Namen Luise reist.

Das ausgelassene Treiben am Kirtag bringt es mit sich, dass sich Luise und Max ineinander verlieben, ebenso wie die hübsche Wirtstochter Nelly für Andreas, den vermeintlichen Prinzen, ihr Herz entdeckt. Als das Fest vorbei ist, kommt beinahe die Stunde der Wahrheit: Eine Depesche des Königs, der entschieden hat, dass Prinz Max und Prinzessin Luise aus Staatsraison heiraten müssen, stört die fröhliche Stimmung. Spaun muss Farbe bekennen, doch Luise erfährt erst in Wien, welchen Bräutigam sie vor dem König energisch abgelehnt hat.

Die musikalische Komödie entstand nach Motiven und Melodien der gleichnamigen Wiener Operette von Carl Zeller. Genrespezialist Franz Antel inszenierte den opulenten Kostümfilm vor romantischer Alpenkulisse mit prominenten Stars jener Zeit, allen voran Wolf Albach-Retty, der am 28. Mai 2006 100 Jahre alt geworden wäre. Als Sohn der berühmten Wiener Hofschauspielerin Rosa Albach-Retty geboren, erhält er eine Ausbildung an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst.

Mit 20 Jahren spielt er seine erste Rolle am Wiener Burgtheater, zu dessen Ensemble er bis 1932 gehört. Sein Filmdebüt gibt er 1927 in einem Stummfilm, sein eigentlicher Durchbruch im Film kommt mit dem Tonfilm. 1931 nimmt ihn die UFA unter Vertrag und besetzt ihn gern als "Wiener Charmeur" in Romanzen und Musikfilmen. Er spielt an der Seite von Lilian Harvey, Renate Müller, Käthe Nagy oder Magda Schneider. Sie heiratet er 1936, aus ihrer Ehe geht die berühmte Schauspielerin Romy Schneider hervor.

Acht Filme dreht er mit Magda Schneider, sie gelten als Traumpaar des deutschen Films. Nach dem Krieg setzt Albach-Retty seine Karriere erfolgreich fort, wenn auch sein von ihm verkörperter Rollentypus nicht mehr ganz in die Zeit passt. 1959 kehrt er an das Burgtheater zurück und spielt nur noch selten im Film. Mit nur 58 Jahren stirbt er am 21.02.1967 in Wien an Herversagen.
   

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