Die Invasion der Barbaren

Spielfilm aus Kanada und Frankreich von 2003
Regie Denys Arcand
Drehbuch Denys Arcand
Musik Pierre Aviat
Kamera Guy Dufaux
Darsteller Rémy - Rémy Girard
Sébastien - Stéphane Rousseau
Nathalie - Marie-Josée Croze
Gaëlle - Marina Hands
Louise - Dorothée Berryman
Schwester Constance - Johanne-Marie Tremblay
Pierre - Pierre Curzi
Claude - Yves Jacques
Diane - Louise Portal
Dominique - Dominique Michel
u. a.

Der altlinke Geschichtsprofessor Rémy, ein hedonistischer Freigeist und obsessiver Liebhaber schöner Frauen, liegt im Sterben. Sein Sohn Sébastien, der als wohlhabender Investmentbanker in London lebt, hat sich wegen seiner angepassten Lebensweise den Zorn und den Spott des Vaters zugezogen. Nur auf den ausdrücklichen Wunsch seiner Mutter Louise kommt er nach Montreal ans Krankenbett. Die Zustände in dem maroden, hoffnungslos überbelegten Hospital sind chaotisch. Rémys Bett steht auf dem Gang, es herrscht eine Hektik wie in einer Fußgängerzone. Da für Sébastien Geld keine Rolle spielt, besticht er die bürokratische Direktorin und die korrupten Gewerkschaftler, um dem Vater erst einmal ein Einzelzimmer zu verschaffen. Mit dem nötigen Kleingeld lässt Sébastien auch Rémys Freunde aus aller Welt einfliegen, die am Sterbebett ihres Genossen geistreich über Sex und ideologische Verirrungen parlieren. Als die Schmerzen des Krebskranken unerträglich werden, besorgt Sébastien mit Hilfe von Nathalie - der drogensüchtigen Tochter einer von Rémys Mätressen - sogar Heroin, um dem alten Herrn einen menschenwürdigen Abgang zu ermöglichen.

"Die Invasion der Barbaren" ist eine vergnügliche Fortsetzung des Intellektuellen-Kultfilms "Der Untergang des amerikanischen Imperiums" von 1986. Noch einmal versammelt der frankokanadische Regisseur Denys Arcand die gleiche Darstellerriege, um mit dem charmant-verantwortungslosen Antihelden Rémy als Kronzeugen zu einer satirisch-feinsinnigen Generalabrechnung mit dem "Ancien régime" der Achtundsechziger auszuholen. Trotz des pessimistischen Untertons findet Arcand zu einem heiteren Fazit: Wer sein Leben dem Wein, der Literatur und den Frauen gewidmet hat, stirbt einen schönen Tod. Nicht zufällig wurde die unterhaltsame und anrührende Tragikomödie mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet.
   

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