Die Millionärin

Spielfilm Großbritannien 1960
Regie Anthony Asquith
Drehbuch Wolf Mankowitz und Riccardo Aragno, nach George Bernard Shaw
Musik Georges Van Parys
Kamera Jack Hildyard
Darsteller Epifania Parerga - Sophia Loren
Dr. Kabir - Peter Sellers
Julius Sagamore - Alastair Sim
Joe, Pasta-Produzent - Vittorio De Sica
Adrian - Dennis Price
Alastair - Gary Raymond
Fisch-Räucherer - Alfie Bass
Maria - Miriam Karlin
u. a.

Obwohl der Tod ihres Vaters, eines Großindustriellen, eine überaus reiche Frau aus ihr gemacht hat, ist die junge Epifania unglücklich, muss sie doch erkennen, dass materieller Wohlstand noch lange kein emotionales Glück mit sich bringt. Ihre Ehe mit dem gut aussehenden Alastair findet ein jähes Ende, als er sie mit der kleinen Sekretärin Polly Smith betrügt. Epifanias Psychiater Adrian sieht ihre übermäßig starke Vater-Fixierung als Grund für das Scheitern ihres privaten Glücks.

In ihrer Depression denkt Epifania bereits an Selbstmord, bis sie den indischen Arzt Dr. Kabir kennenlernt. Gerade weil er ihrem Reichtum und ihrer Schönheit keine größere Bedeutung beizumessen scheint, weiß Epifania, dass sie in ihm den Mann ihres Lebens gefunden hat. Tatsächlich aber fühlt Kabir sich von Epifanias Wohlstand und Macht eingeschüchtert. Um wenigstens dem Vaterkomplex seiner Verehrerin etwas entgegensetzen zu können, behauptet er, unter einem Mutterkomplex zu leiden.

Als Epifania schließlich beginnt, ihre Heirat zu planen, werden beide vor delikate Aufgaben gestellt: Epifanias verstorbener Vater nämlich hat verfügt, dass der Mann ihrer Wahl sich beweisen muss, indem er aus 500 Britischen Pfund binnen drei Monaten durch clevere Geschäfte 15.000 Pfund macht. Und nach dem Willen von Kabirs Mutter muss seine Künftige für drei Monate versuchen, sich mit nur 500 Rupien und dem, was sie auf dem Leibe trägt, durchs Leben zu schlagen. Während der verzweifelte Kabir die 500 Pfund schon nach kurzer Zeit ausgegeben hat, ohne einen Penny Gewinn einzufahren, erweist die "mittellose" Epifania sich als überaus geschickte Geschäftsfrau.
Basierend auf dem satirischen Bühnenstück "The Millionairess" (1935) des Nobelpreisträgers George Bernard Shaw hat Anthony Asquith mit "Die Millionärin" eine pointierte Gesellschaftskomödie inszeniert. Sophia Loren glänzt als verwöhnte Millionärin, die erkennen muss, dass man Liebe nicht kaufen kann.

In der männlichen Hauptrolle brilliert Peter Sellers als idealistischer indischer Arzt. Er wäre am 8. September 2010 85 Jahre alt geworden. Peter Sellers war einer der begabtesten Filmkomiker, die das Kino hervorgebracht hat, ein rastloses Universalgenie. Als Sohn von Varietékünstlern stand er mit fünf Jahren das erste Mal auf der Bühne, bei der Royal Air Force zwischen 1943 und 1946 avancierte er zum offiziellen Entertainer, mit leicht anarchischen BBC-Serien erlangte er zwischen 1952 und 1959 ungeheure Popularität. Sein Leinwanddebüt gab Sellers 1951. Der Darsteller wurde in den folgenden Filmen fast durchweg komödiantisch besetzt. Mit Filmen wie "The Ladykillers" (1955) und "Die kleinste Show der Welt" (1957) avancierte er in England zum Komödienstar Nr. 1. Zu den Höhepunkten seiner Karriere gehörten seine drei Rollen in Stanley Kubricks Kriegsgroteske "Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben" (1963/1964) und ab 1964 die Rolle des vertrottelten Inspektors Jacques Clouseau unter der Regie von Blake Edwards. In 15 Jahren spielte er ihn fünfmal und wurde damit auch international zum Star. Während seiner knapp 30-jährigen Laufbahn spielte er neben unzähligen Radiosendungen und Fernsehproduktionen in über 70 Filmen mit. Er arbeitete rastlos und war privat von Depressionen und Selbstzweifeln geplagt. Mit nur 55 Jahren starb er am 24. Juli 1980 an den Folgen eines Herzinfarkts.
   

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