|
Obwohl der Tod ihres Vaters, eines Großindustriellen,
eine überaus reiche Frau aus ihr gemacht hat,
ist die junge Epifania unglücklich, muss sie
doch erkennen, dass materieller Wohlstand noch lange
kein emotionales Glück mit sich bringt. Ihre
Ehe mit dem gut aussehenden Alastair findet ein
jähes Ende, als er sie mit der kleinen Sekretärin
Polly Smith betrügt. Epifanias Psychiater Adrian
sieht ihre übermäßig starke Vater-Fixierung
als Grund für das Scheitern ihres privaten
Glücks.
In ihrer Depression denkt Epifania bereits an Selbstmord,
bis sie den indischen Arzt Dr. Kabir kennenlernt.
Gerade weil er ihrem Reichtum und ihrer Schönheit
keine größere Bedeutung beizumessen scheint,
weiß Epifania, dass sie in ihm den Mann ihres
Lebens gefunden hat. Tatsächlich aber fühlt
Kabir sich von Epifanias Wohlstand und Macht eingeschüchtert.
Um wenigstens dem Vaterkomplex seiner Verehrerin
etwas entgegensetzen zu können, behauptet er,
unter einem Mutterkomplex zu leiden.
Als Epifania schließlich beginnt, ihre Heirat
zu planen, werden beide vor delikate Aufgaben gestellt:
Epifanias verstorbener Vater nämlich hat verfügt,
dass der Mann ihrer Wahl sich beweisen muss, indem
er aus 500 Britischen Pfund binnen drei Monaten
durch clevere Geschäfte 15.000 Pfund macht.
Und nach dem Willen von Kabirs Mutter muss seine
Künftige für drei Monate versuchen, sich
mit nur 500 Rupien und dem, was sie auf dem Leibe
trägt, durchs Leben zu schlagen. Während
der verzweifelte Kabir die 500 Pfund schon nach
kurzer Zeit ausgegeben hat, ohne einen Penny Gewinn
einzufahren, erweist die "mittellose"
Epifania sich als überaus geschickte Geschäftsfrau.
Basierend auf dem satirischen Bühnenstück
"The Millionairess" (1935) des Nobelpreisträgers
George Bernard Shaw hat Anthony Asquith mit "Die
Millionärin" eine pointierte Gesellschaftskomödie
inszeniert. Sophia Loren glänzt als verwöhnte
Millionärin, die erkennen muss, dass man Liebe
nicht kaufen kann.
In der männlichen Hauptrolle brilliert Peter
Sellers als idealistischer indischer Arzt. Er wäre
am 8. September 2010 85 Jahre alt geworden. Peter
Sellers war einer der begabtesten Filmkomiker, die
das Kino hervorgebracht hat, ein rastloses Universalgenie.
Als Sohn von Varietékünstlern stand
er mit fünf Jahren das erste Mal auf der Bühne,
bei der Royal Air Force zwischen 1943 und 1946 avancierte
er zum offiziellen Entertainer, mit leicht anarchischen
BBC-Serien erlangte er zwischen 1952 und 1959 ungeheure
Popularität. Sein Leinwanddebüt gab Sellers
1951. Der Darsteller wurde in den folgenden Filmen
fast durchweg komödiantisch besetzt. Mit Filmen
wie "The Ladykillers" (1955) und "Die
kleinste Show der Welt" (1957) avancierte er
in England zum Komödienstar Nr. 1. Zu den Höhepunkten
seiner Karriere gehörten seine drei Rollen
in Stanley Kubricks Kriegsgroteske "Dr. Seltsam
oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben" (1963/1964)
und ab 1964 die Rolle des vertrottelten Inspektors
Jacques Clouseau unter der Regie von Blake Edwards.
In 15 Jahren spielte er ihn fünfmal und wurde
damit auch international zum Star. Während
seiner knapp 30-jährigen Laufbahn spielte er
neben unzähligen Radiosendungen und Fernsehproduktionen
in über 70 Filmen mit. Er arbeitete rastlos
und war privat von Depressionen und Selbstzweifeln
geplagt. Mit nur 55 Jahren starb er am 24. Juli
1980 an den Folgen eines Herzinfarkts.
|