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Der Laden
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Deutsche
Familiensaga von 1998
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| Regie |
Jo
Baier |
| Drehbuch |
Jo
Baier und Ulrich Plenzdorf, nach dem gleichnamigen Roman
von Erwin Strittmatter |
| Musik |
Thomas
Osterhoff |
| Kamera |
Gernot
Roll |
| Darsteller |
Großmutter
- Carmen Maja Antoni
Großvater - Martin Benrath
Mutter - Dagmar Manzel
Vater - Jörg Schüttauf
Esau - Ole Brandmeyer
Phile - Ingo Naujoks
Hanka - Sabrina Rattey
Lehrer Rumposch - Horst Krause
Müller Sastupeit - Hermann Beyer
Müllerin Sastupeit - Nina Petri
Christine - Deborah Kaufmann
Nona - Natalia Wörner
Elvira - Martina Gedeck
Alfredko - Sebastian Schipper
Bürgermeister Weinrich - Peter Fitz
Ilonka Spadi - Cosma Shiva Hagen
Juro Baltin - Michael Hanemann
Mina Baltin - Carola Regnier
Lotte Rapschinski - Edda Leesch
Erich Rapschinski - Hermann Lause
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Teil 1:
Neun Personen wohnen bei den Matts unter einem Dach,
das führt natürlich zu Reibereien. Da
sind Esaus Eltern, seine Geschwister Marga, Heinjak
und Tinko, das hübsche Kindermädchen Hanka,
der Großvater, an dem Esau mit inniger Liebe
hängt, und die Großmutter. Esaus Kindheit
ist immer dann am unbeschwertesten, wenn er mit
seinem Großvater zusammen ist, der mit Steinen
sprechen kann und sich wie kein Zweiter mit Pferden
auskennt. Er versteht den verträumten Esau
am besten.
Der ewige Streit im Hause Matt dagegen belastet
den Jungen. Esaus Eltern müssen sich Geld vom
Großvater leihen, was ständige Querelen
in der Familie provoziert. Der Vater wäre lieber
Farmer in Amerika als Bäcker, die Mutter lieber
Geschäftsfrau und feine Dame als Bäuerin.
Außerdem hat der Vater ein Auge auf Hanka
geworfen. Der stotternde Onkel Phile, der bei der
Familie Matt untergeschlüpft ist, verliebt
sich unsterblich in das Kindermädchen und will
sich das Leben nehmen. Als der Vater Phile vor die
Tür setzt, weil er Hanka zu heftig bedrängt
hat, und Hanka gehen muss, weil ihr Verhältnis
mit Vater Matt aufgeflogen ist, hält Esau nichts
mehr zu Hause. Ein glücklicher Zufall verändert
sein Leben.
Sein neuer Lehrer Heier, der den bisherigen Lehrer
Rumposch, einen harten Verfechter der Prügelstrafe,
ablöst, erkennt Esaus Begabung zum Schreiben
und schlägt den Eltern vor, Esau auf die höhere
Schule in der Nachbarstadt Spremberg zu schicken.
Und so nimmt Esau Abschied von seinen Freunden,
den Müllerkindern Gustav und Alfredko, vom
Großvater und dem Dorf. Er weiß nicht,
dass dies auch ein Abschied von seiner Kindheit
ist.
Teil 2:
1927 in Spremberg. Esau hat Freunde in der Schule
gefunden und etwas Neues entdeckt: Mädchen.
Trotzdem plagt ihn das Heimweh nach seinem Dorf.
Er führt ein eher tristes Dasein in der Souterrain-Wohnung
unter dem Lyzeum, beim Hausmeister-Ehepaar Mina
und Juro Baltin, den Freunden der Mutter. Seine
freie Zeit verbringt er mit der alten Pobloschen,
Minas Mutter, die Tabak für die Zigarrenfabrik
rupft. Die Wochenendbesuche zu Hause sind Esaus
einzige Lichtblicke.
Doch
auch dort hat sich das Leben verändert. Seit
kurzem gehört eine Poststelle zum Laden,
und mit ihr löst die Mutter die ewigen Geldsorgen.
Sie "borgt" sich Postgeld - mit bösen
Folgen. Außerdem haben die Matts Familienzuwachs
- den kleinen Frede. Im Souterrain bekommt Esau
Besuch von Onkel Phile, der jetzt als Straßenkehrer
in der Stadt arbeitet und sich prompt wieder in
die Falsche verliebt, in Minas Tochter Lotte,
die Frau des Zigarrenfabrikanten Rapschinski.
Auch
Esaus Interesse für Mädchen blüht
auf, zumal die Nähe zum Lyzeum seine Phantasie
beflügelt. Doch von den Mädchen sieht
Esau von seiner Kellerwohnung aus höchstens
die Beine am Fenster vorüberziehen, die er
zusammen mit seinen neuen Freunden Frede und Wullo
betrachtet. Esau lernt Ilonka Spadi kennen, von
der auch Frede und Wullo schwärmen. Ausgerechnet
der stille Träumer Esau und die kapriziöse
Bürgertochter - das scheint auf den ersten
Blick nicht zusammenzupassen. Dennoch wird Ilonka
seine erste große Liebe.
Esau
vergöttert Ilonka, doch Ilonka spielt mit
seinen Gefühlen. Immer dann, wenn er glaubt,
sie erobert zu haben, wendet sie sich von ihm
ab, um ihn im nächsten Augenblick erneut
mit ihrem Liebreiz zu becircen. Wieder einmal
ändert sich Esaus Leben durch einen plötzlichen
Lehrerwechsel. Sein Lehrer Trutzburg wirft das
Handtuch. Als eine Handvoll Mädchen, darunter
auch Ilonka, aufs Jungengymnasium darf, um das
Abitur zu machen, ist das zuviel für den
deutschnational gesinnten Lehrer.
Sein
Nachfolger, Dr. Apfelkorn, trägt schon das
Hakenkreuz am Revers. Esau, selig über Ilonkas
Nähe, stellt sie der Familie vor. Er glaubt
endgültig daran, dass das Mädchen ihm
gehört. Aber es kommt zum Bruch. Als sie
sich dann auch noch in Dr. Apfelkorn verliebt,
rast Esau vor Eifersucht - und ohrfeigt den Lehrer
vor der ganzen Klasse. Damit hat er sich allerdings
selbst aus der Schule katapultiert. Der hohe Schüler,
der nun keiner mehr ist, kehrt in sein Dorf zurück.
Teil 3:
Man kehrt, wenn man lange unterwegs war, nicht mehr
an den Ort zurück, der einmal die Heimat war
- diese schmerzliche Erfahrung macht Esau, als er
1946 aus dem Krieg in sein Dorf zurückkehrt,
getrieben von der Sehnsucht, wieder Geborgenheit
zu finden. Aber nichts ist, wie es einmal war: die
Eltern nicht, die Geschwister nicht, der Freund
nicht, nicht einmal der innig geliebte Großvater,
der zum bösartigen senilen Alten geworden ist.
Und auch Esau selbst hat der Krieg verändert.
Er ist desertiert, wurde aufgegriffen und zum Tode
verurteilt. Er stand bereits vor der Hinrichtung
- aber ein Zufall rettete ihm in letzter Sekunde
das Leben. Nun sucht er daheim ein eigenes Leben
aufzubauen.
Jeder in der Familie versucht, sich irgendwie durchs
Leben zu schlagen. Aber nicht alle sind so gut im
Organisieren wie Esaus mannstolle Schwägerin
Elvira. Sie ist Tinkos Frau, hat aber nur Augen
für den Heimkehrer, was die beiden Brüder
schließlich entzweit. Auch das biedere Hertchen,
die Frau von Esaus Bruder Heinjak, versucht, sich
an Esau anzulehnen. Einerseits sehnt sie Heinjak
herbei, andererseits fürchtet sie nichts so
sehr wie Heinjaks Heimkehr aus dem Krieg.
Die Russen haben sie beim Einmarsch vergewaltigt
und nun soll sie ein Kind auf die Welt bringen,
das sie nicht haben will. Das größte
Problem im Hause bleibt das immer währende
Minus in der Ladenkasse. Die Mutter, die nie besonders
geschäftstüchtig war, verliert durch ihre
Großzügigkeit den Laden - er wird zum
Konsum umgewandelt. Der Schmerz über das Ende
ihres Lebenswerks ist so groß, dass sie krank
wird.
Esau muss trotz seiner innigen Liebe zur Gemeindeschwester
Christine Nona heiraten. Die Kriegsvergangenheit
hat ihn eingeholt und zwingt ihm eine Ehe und ein
Kind auf - mit einer Frau, die er nicht liebt und
einem Sohn, zu dem er keine Beziehung hat. Esau
sucht seinen Platz in der Welt - und sich selbst.
Im Grunde seines Herzens will er nur eins: Schreiben.
Aber er findet keine Ruhe dazu, dafür fehlt
es ihm an Zeit und Geld, denn er muss seine kleine
Familie versorgen. Aus heiterem Himmel ernennt ihn
der schwer kranke Bürgermeister Weinrich zu
seinem Nachfolger. Doch der parteilose Esau fühlt
sich überfordert.
Die Ereignisse überschlagen sich, als die Männer
im Dorf auf Anordnung der Russen das alte Kraftwerk
instand setzen sollen. Esaus Jugendfreund Alfredko
vermutet hinter der Aktion eine getarnte Demontage
und zündet vor den Russen eine Handgranate,
um das zu verhindern. Die Russen deuten das sofort
als Sabotageakt und verhaften Esau als verantwortlichen
Amtsvorsteher. Ausgerechnet sein verhasster prügelnder
Lehrer Rumposch holt ihn aus dem Gefängnis,
mit dem Hinweis, dass Esau ein deutscher Dichter
sei.
Die Russen, die Dichter über alles lieben,
schlagen ihn jetzt für die Kreisredaktion der
"Volksstimme" vor. Mit diesem Angebot
ist Esau seinem Traum ein großes Stück
näher gerückt. Der Tod seiner Mutter,
mit dem das letzte Band zu seiner Kindheit und Jugend
schmerzlich zerrissen wird, besiegelt seinen Entschluss,
das Dorf zu verlassen, um Redakteur zu werden.
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