Münchhausen

Deutscher Spielfilm von 1943
Regie Josef von Baky
Drehbuch Erich Kästner, nach dem Roman "Wunderbare Reise zu Wasser und zu Lande" von Gottfried August Bürger
Musik Georg Haentzschel
Kamera Werner Krien, Trickaufnahmen: Konstantin Irmen-Tschet
Darsteller Baron Münchhausen - Hans Albers
Zarin Katharina II. - Brigitte Horney
Prinzessin Isabella d?Este - Ilse Werner
Baronin Münchhausen - Käthe Haack
Christian Kuchenreutter - Hermann Speelmans
Casanova - Gustav Waldau
Der Mondmann - Wilhelm Bendow
Graf Cagliostro - Ferdinand Marian
Fürst Potemkin - Andrews Engelmann
Louise La Tour - Hilde von Stolz
und andere

Während eines Balls auf Schloss Bodenwerder an der Wesel verliebt sich die junge Sophie von Riedesel in den letzten Baron von Münchhausen, der seinem berühmten Vorfahren verblüffend ähnlich sieht. Er erzählt ihr seine phantastische Geschichte: Im 18. Jahrhundert folgt Baron Münchhausen mit seinem treuen Diener Kuchenreutter dem Ruf des Prinzen von Braunschweig und geht nach Russland. Unterwegs begegnet er dem dämonischen Grafen Cagliostro, der ihm die ewige Jugend schenkt.

Am Hof in Petersburg wird er bald der Favorit der schönen und generösen Zarin Katharina II. Doch er verlässt die Stätte zärtlicher Liebesschwüre, um gegen die Türken zu kämpfen. Von einer Kanonenkugel durch die Lüfte getragen, gerät er hinter die Mauern der feindlichen Festung. Sultan Abd-ul-Hamid findet Gefallen an ihm und schließt den vom Himmel gefallenen in sein großes Herz. Doch Münchhausen lohnt es ihm schlecht.

Er entführt die Lieblingsdame des Sultans aus dem Harem und verbringt mit der schönen Isabella d'Este glückliche Tage in Venedig, wo er auch den berühmten Frauenhelden Casanova kennen lernt. Doch das Glück ist nicht von Dauer. Durch eine Intrige verliert Münchhausen seine Isabella und muss fliehen. Er tut es in einem Ballon, der ihn auf den Mond trägt, wo eine Stunde wie ein Jahr zählt. Der brave Kuchenreutter altert und stirbt, Münchhausen aber genießt die Freuden der Weisheit des Alters.

Ein phantastischer Abenteuerfilm, der ausgerechnet im unheilvollen Kriegsjahr 1943 anlässlich des 25-jährigen UFA-Jubiläums in bislang nicht gekannter Buntheit und tricktechnischer Raffinesse produziert wurde. Erich Kästner, für Ironie und pointierte Einfälle bekannt, wurde als Drehbuchautor gewonnen, nachdem das Schreibverbot gegen ihn außer Kraft gesetzt wurde, jedoch mit der Auflage, unter Pseudonym, Berthold Bürger, zu schreiben. Von Bakys Inszenierung kam dem Wunsch nach Unterhaltung durch prachtvolle Ausstattung nach.

Es war eine Paraderolle für Hans Albers, den idealen Interpreten der Titelfigur. Aber auch zahlreiche Stars der damaligen Zeit wie Wilhelm Bendow, Ilse Werner oder Leo Slezak wirkten in kleineren Parts des aktionsreichen Films mit. Filmgeschichtliche Bedeutung erlangte "Münchhausen" vor allem durch die verblüffenden Spiegeltrickeffekte, die Konstantin Irmen-Tschet mit einer Spezialkamera eigens für die Realisierung der herrlichen Bilder dieser phantastischen Geschichten ausgetüftelt hatte.
   

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