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Teil 1
Die Herausforderung
"Die Herausforderung" schildert Bachs
künstlerische und politische Auseinandersetzungen
zu Beginn seines Schaffens. 1717 wird der Hof August
des Starken in Dresden Schauplatz eines ungewöhnlichen
Ereignisses. Der französische Cembalist Louis
Marchand hat zu einem Wettstreit aufgerufen. Statt
der erwarteten berühmten Künstler nimmt
jedoch nur ein unbekannter Musiker aus der Provinz
die Herausforderung an: Johann Sebastian Bach aus
Weimar. Obwohl der Sieg Marchands sicher scheint,
endet der Wettstreit mit einem Eklat. Marchand,
der als exzellenter Fachmann die überragende
Meisterschaft Bachs erkennt, verlässt fluchtartig
die Stadt. Bach versetzt die Dresdner Adelsgesellschaft
in Begeisterung.
Doch während Bach in Dresden Triumphe feiert,
muss er in Weimar erleben, dass seine künstlerische
Entwicklung immer stärker behindert wird. Als
Hoforganist und Konzertmeister ist er in den Streit
zwischen Herzog Wilhelm Ernst und seinem Neffen
Ernst August geraten, denn er hat es an der nötigen
Untertänigkeit fehlen lassen. Als ihm der Posten
des Hofkapellmeisters verweigert wird, nimmt Bach
eine Berufung als Kapellmeister an den Köthener
Hof an. Bevor Bach mit seiner Familie nach Köthen
umsiedeln kann, bekommt er jedoch die Willkür
seines Herzogs zu spüren und wird erst nach
vier Wochen Haft in Ungnaden nach Köthen entlassen.
Teil 2
Bist Du bei mir ...
Bach befindet sich auf dem ersten Höhepunkt
seiner Karriere. Köthen bedeutet für ihn
eine gesellschaftliche Position, wie er sie kaum
wieder erreichen sollte, die mit einem reichen musikalischen
Betätigungsfeld am Hofe Herzogs verbunden ist.
Gleichzeitig bringt dieser Zeitabschnitt in seinem
Leben aber auch eine Reihe tragischer persönlicher
Ereignisse und Lebensentscheidungen. Während
Bach im Sommer 1720 mit seinem Fürsten auf
Reisen ist und in Karlsbad musikalische Erfolge
feiert, stirbt seine erste Frau Maria Barbara. Bach
bleibt als Witwer mit vier Kindern zurück.
Als Hofkapellmeister begegnet er der Sängerin
Anna Magdalena Wilcke, die seine zweite Frau wird.
Sie erweist sich als künstlerisch gleichgesinnte
Partnerin, die wesentliche Seiten seiner Persönlichkeit
begreift und unterstützt. Gleichzeitig bringt
die Vermählung des Fürsten das Ende von
Bachs musikalischen Entfaltungsmöglichkeiten
in Köthen. Musik ist am Köthener Hof nicht
mehr gefragt. So bemüht sich Bach im Jahre
1723 um das Amt des Thomaskantors in Leipzig.
Teil 3
Stürme und Jahre
Bach siedelt nach Leipzig über. Seine mit großer
Hoffnung angetretene Arbeit erweist sich als außerordentlich
schwierig. Der schlechte Zustand der Thomasschule,
die ungenügende Besetzung des Chores machen
die Aufführung seiner "Matthäuspassion"
zu einem Debakel. Mit seinen Bemühungen um
die Verbesserung der Kirchenmusik erregt Bach den
Unwillen des Rates, der ihm die Einnahmen kürzt.
Er, der nur durch seine Musik wirken will, ist gezwungen,
sich in zeit- und kraftraubende Auseinandersetzungen
einzulassen.
Bach ist bereits entschlossen, Leipzig zu verlassen,
als der neue Rektor, Bachs Weimarer Freund Gesner,
die Zustände entscheidend verbessert und die
Aufführung des Weihnachtsoratoriums ermöglicht.
Nach Gesners Weggang zerstört wiederum dessen
Nachfolger Ernesti, ein junger ehrgeiziger Karrierist,
konsequent Bachs günstige Position. Ernesti,
der Mann der Wissenschaftsschule, der die Thomasschule
zu einer Ausbildungsstätte reicher Bürgersöhne
entwickeln will, findet für seine Pläne
die volle Unterstützung des Rates.
Nach dem Aufführungsverbot der "Johannispassion"
im Jahre 1739 beendet Bach praktisch seine Tätigkeit
als Kirchenmusiker. Dass sich damit aber seine Wirkungsmöglichkeiten
als Musiker nicht erschöpft haben, zeigt sich
auch an der Entstehungsgeschichte der "Bauernkantate",
eines Auftragswerkes der Bauern von Kleinzschocher.
Teil 4
Die Ordnung der Sterne
Bach ist in seinen letzten Lebensjahren darum bemüht,
sein künstlerisches Schaffen zu vollenden.
1747 hat er anlässlich einer Reise nach Berlin
die Gelegenheit, vor Friedrich II. zu spielen. Diese
Begegnung wird für Bach zu einer musikalischen
Herausforderung. In kunstvoller Verarbeitung des
königlichen Themas entsteht das "Musikalische
Opfer", dessen Widmung der Preußenkönig
jedoch nicht mehr zur Kenntnis nimmt.
Ohne sich von solchen Erlebnissen entmutigen zu
lassen, kämpft Bach bis zu seinem Tode um Möglichkeiten
der Verbreitung seiner Musik. Er vollendet mit der
"Kunst der Fuge" ein Werk, das die Summe
kompositorischer Lebenserfahrungen zusammenfasst.
Als Bach schließlich 65-jährig, nach
zwei Augenoperationen, an einem Schlaganfall stirbt,
bleibt Anna Magdalena mit vier unmündigen Kindern
ohne Ernährer zurück. Sie muss zeitweise
die städtische Almosenunterstützung in
Anspruch nehmen, denn Bach ist zu seinen Lebzeiten
nicht zu Wohlstand gekommen.
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