Johann Sebastian Bach

Vierteiliger Fernsehfilm DDR 1985
Regie Lothar Bellag
Drehbuch Klaus Eidam
Musik  
Kamera Andras Szalai
Darsteller Johann Sebastian Bach - Ulrich Thein
Anna Magdalena - Franziska Troegner
Maria Barbara - Angelika Waller
Marchand - Juroslav Satoransky
Herzog Wilhelm Ernst - Berenec Bacs
Greif - Zoltan Gera
Meckbach - Wolfgang Greese
August der Starke - Wolfgang Dehler
Volumier - Gabor Sarosi
Erdmuthe - Dana Vavrova
Fürst von Köthen - Andras Kozak
Fürst von Köthen - Andras Kozak
Fürstin von Köthen - Martina Wilke
Neumeister - Horst Schulze
Magd - Rosemarie Bärhold
Ernesti - Martin Hellberg
Markgraf von Brandenburg - Tibor Potassy
Reincken - Jenö Pataki
Weiße - Klaus Mertens
Fasch - Klaus Schleiff
Henrici-Picander - Hans-Peter Minetti
Ernsti jr. - Michael Gerber
Gesner - Ralf Lehm
Dorothea - Ivetta Kornova
Born - Uwe Zerbe
Philipp Emanuel - Gunnar Helm
Elisabeth - Dorottya Udvaros
Altnickol - György Dörner
Friedrich II. - Hanns-Jörg Weber
Taylor - Arno Wyzniewski
Born - Uwe Zerbe
und andere

Teil 1
Die Herausforderung

"Die Herausforderung" schildert Bachs künstlerische und politische Auseinandersetzungen zu Beginn seines Schaffens. 1717 wird der Hof August des Starken in Dresden Schauplatz eines ungewöhnlichen Ereignisses. Der französische Cembalist Louis Marchand hat zu einem Wettstreit aufgerufen. Statt der erwarteten berühmten Künstler nimmt jedoch nur ein unbekannter Musiker aus der Provinz die Herausforderung an: Johann Sebastian Bach aus Weimar. Obwohl der Sieg Marchands sicher scheint, endet der Wettstreit mit einem Eklat. Marchand, der als exzellenter Fachmann die überragende Meisterschaft Bachs erkennt, verlässt fluchtartig die Stadt. Bach versetzt die Dresdner Adelsgesellschaft in Begeisterung.

Doch während Bach in Dresden Triumphe feiert, muss er in Weimar erleben, dass seine künstlerische Entwicklung immer stärker behindert wird. Als Hoforganist und Konzertmeister ist er in den Streit zwischen Herzog Wilhelm Ernst und seinem Neffen Ernst August geraten, denn er hat es an der nötigen Untertänigkeit fehlen lassen. Als ihm der Posten des Hofkapellmeisters verweigert wird, nimmt Bach eine Berufung als Kapellmeister an den Köthener Hof an. Bevor Bach mit seiner Familie nach Köthen umsiedeln kann, bekommt er jedoch die Willkür seines Herzogs zu spüren und wird erst nach vier Wochen Haft in Ungnaden nach Köthen entlassen.

Teil 2
Bist Du bei mir ...

Bach befindet sich auf dem ersten Höhepunkt seiner Karriere. Köthen bedeutet für ihn eine gesellschaftliche Position, wie er sie kaum wieder erreichen sollte, die mit einem reichen musikalischen Betätigungsfeld am Hofe Herzogs verbunden ist. Gleichzeitig bringt dieser Zeitabschnitt in seinem Leben aber auch eine Reihe tragischer persönlicher Ereignisse und Lebensentscheidungen. Während Bach im Sommer 1720 mit seinem Fürsten auf Reisen ist und in Karlsbad musikalische Erfolge feiert, stirbt seine erste Frau Maria Barbara. Bach bleibt als Witwer mit vier Kindern zurück. Als Hofkapellmeister begegnet er der Sängerin Anna Magdalena Wilcke, die seine zweite Frau wird. Sie erweist sich als künstlerisch gleichgesinnte Partnerin, die wesentliche Seiten seiner Persönlichkeit begreift und unterstützt. Gleichzeitig bringt die Vermählung des Fürsten das Ende von Bachs musikalischen Entfaltungsmöglichkeiten in Köthen. Musik ist am Köthener Hof nicht mehr gefragt. So bemüht sich Bach im Jahre 1723 um das Amt des Thomaskantors in Leipzig.

Teil 3
Stürme und Jahre

Bach siedelt nach Leipzig über. Seine mit großer Hoffnung angetretene Arbeit erweist sich als außerordentlich schwierig. Der schlechte Zustand der Thomasschule, die ungenügende Besetzung des Chores machen die Aufführung seiner "Matthäuspassion" zu einem Debakel. Mit seinen Bemühungen um die Verbesserung der Kirchenmusik erregt Bach den Unwillen des Rates, der ihm die Einnahmen kürzt. Er, der nur durch seine Musik wirken will, ist gezwungen, sich in zeit- und kraftraubende Auseinandersetzungen einzulassen.

Bach ist bereits entschlossen, Leipzig zu verlassen, als der neue Rektor, Bachs Weimarer Freund Gesner, die Zustände entscheidend verbessert und die Aufführung des Weihnachtsoratoriums ermöglicht. Nach Gesners Weggang zerstört wiederum dessen Nachfolger Ernesti, ein junger ehrgeiziger Karrierist, konsequent Bachs günstige Position. Ernesti, der Mann der Wissenschaftsschule, der die Thomasschule zu einer Ausbildungsstätte reicher Bürgersöhne entwickeln will, findet für seine Pläne die volle Unterstützung des Rates.

Nach dem Aufführungsverbot der "Johannispassion" im Jahre 1739 beendet Bach praktisch seine Tätigkeit als Kirchenmusiker. Dass sich damit aber seine Wirkungsmöglichkeiten als Musiker nicht erschöpft haben, zeigt sich auch an der Entstehungsgeschichte der "Bauernkantate", eines Auftragswerkes der Bauern von Kleinzschocher.

Teil 4
Die Ordnung der Sterne

Bach ist in seinen letzten Lebensjahren darum bemüht, sein künstlerisches Schaffen zu vollenden. 1747 hat er anlässlich einer Reise nach Berlin die Gelegenheit, vor Friedrich II. zu spielen. Diese Begegnung wird für Bach zu einer musikalischen Herausforderung. In kunstvoller Verarbeitung des königlichen Themas entsteht das "Musikalische Opfer", dessen Widmung der Preußenkönig jedoch nicht mehr zur Kenntnis nimmt.

Ohne sich von solchen Erlebnissen entmutigen zu lassen, kämpft Bach bis zu seinem Tode um Möglichkeiten der Verbreitung seiner Musik. Er vollendet mit der "Kunst der Fuge" ein Werk, das die Summe kompositorischer Lebenserfahrungen zusammenfasst. Als Bach schließlich 65-jährig, nach zwei Augenoperationen, an einem Schlaganfall stirbt, bleibt Anna Magdalena mit vier unmündigen Kindern ohne Ernährer zurück. Sie muss zeitweise die städtische Almosenunterstützung in Anspruch nehmen, denn Bach ist zu seinen Lebzeiten nicht zu Wohlstand gekommen.
   

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