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Hungrig und müde durchstreift der arbeitslose
Mechaniker Lantier die winterliche Kälte des
nordfranzösischen Kohlereviers. In den Gruben
von Voreux nimmt er eine beschwerliche und schlecht
bezahlte Arbeit unter Tage an. Lantier schließt
Freundschaft mit dem altgedienten Bergmann Maheu,
der den Neuen bei sich wohnen lässt. Die unmenschliche
Arbeit in den Kohlegruben bringt trotz des Einsatzes
fast aller Familienmitglieder nicht genug Geld in
die Kasse, um Maheus Frau und seine sieben Kinder
satt werden zu lassen. Der Hunger überschattet
auch Lantiers stille Liebe zu Maheus Tochter Catherine.
Trotz ihrer Zuneigung zu dem Mechaniker entscheidet
Catherine sich für den besser situierten Bergarbeiter
Chaval, der es sich leisten kann, die Gefühle
einer Frau zu kaufen. Unter den argwöhnischen
Augen der Grubenleitung überredet der von sozialistischen
Idealen bewegte Lantier die Arbeiter dazu, eine
Streikkasse zu gründen. Nach einer verdeckten
Lohnkürzung wiegeln Lantier und Maheu gemeinsam
die Bergmänner zur Niederlegung der Arbeit
auf. Die erbitterten Auseinandersetzungen mit den
Streikbrechern eskalieren in einer offenen Arbeiterrevolte,
die von Gendarmen blutig niedergeschlagen wird.
Unter den Opfern ist auch Maheu, der Agitator Lantier
muss sich verstecken. Nach Wochen des Hungers nehmen
die zermürbten Bergleute, unter ihnen auch
Lantier, die Arbeit wieder auf und werden in den
Stollen von einem Wassereinbruch überrascht.
In der irren Hoffnung, eine bessere Welt durch Zerstörung
zu schaffen, hat der Anarchist Souvarine die Gruben
geflutet und zum Einsturz gebracht. Catherine stirbt
in den Armen Lantiers.
Émile Zolas 1885 erschienener Roman "Germinal"
zählt zu den Meisterwerken des literarischen
Naturalismus. Mit einem Traumbudget von 172 Millionen
Francs haben Regisseur Claude Berri und seine Ausstatter
die bewegenden, komplexen Milieubeschreibungen Zolas
detailgenau in Szene gesetzt. Die beschwerliche
Arbeit unter Tage und der entbehrungsreiche Alltag
in kargen Bergarbeiter-Siedlungen werden durch den
bildgewaltigen Realismus des Films beinahe physisch
nachfühlbar. Nicht zuletzt durch das mitreißende
Spiel von Gérard Depardieu, Miou-Miou, Renaud
und Jean-Roger Milo zählt das emotional mitreißende
Arbeiterdrama zu den herausragenden europäischen
Kinoereignissen der Neunzigerjahre.
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