Germinal

Französischer Spielfilm von 1993
Regie Claude Berri
Drehbuch Arlette Langmann und Claude Berri, nach Émile Zola
Musik Jean-Louis Roques
Kamera Yves Angelo
Darsteller Étienne Lantier - Renaud
Toussaint Maheu - Gérard Depardieu
Maheus Frau - Miou-Miou
Vincent Maheu, "Bonnemort" - Jean Carmet
Cathérine Maheu - Judith Henry
Chaval - Jean-Roger Milo
Souvarine - Laurent Terzieff
Rasseneur - Jean-Pierre Bisson
Victor Deneulin - Bernard Fresson
Philippe Hennebeau - Jacques Dacqmine
und andere

Hungrig und müde durchstreift der arbeitslose Mechaniker Lantier die winterliche Kälte des nordfranzösischen Kohlereviers. In den Gruben von Voreux nimmt er eine beschwerliche und schlecht bezahlte Arbeit unter Tage an. Lantier schließt Freundschaft mit dem altgedienten Bergmann Maheu, der den Neuen bei sich wohnen lässt. Die unmenschliche Arbeit in den Kohlegruben bringt trotz des Einsatzes fast aller Familienmitglieder nicht genug Geld in die Kasse, um Maheus Frau und seine sieben Kinder satt werden zu lassen. Der Hunger überschattet auch Lantiers stille Liebe zu Maheus Tochter Catherine. Trotz ihrer Zuneigung zu dem Mechaniker entscheidet Catherine sich für den besser situierten Bergarbeiter Chaval, der es sich leisten kann, die Gefühle einer Frau zu kaufen. Unter den argwöhnischen Augen der Grubenleitung überredet der von sozialistischen Idealen bewegte Lantier die Arbeiter dazu, eine Streikkasse zu gründen. Nach einer verdeckten Lohnkürzung wiegeln Lantier und Maheu gemeinsam die Bergmänner zur Niederlegung der Arbeit auf. Die erbitterten Auseinandersetzungen mit den Streikbrechern eskalieren in einer offenen Arbeiterrevolte, die von Gendarmen blutig niedergeschlagen wird. Unter den Opfern ist auch Maheu, der Agitator Lantier muss sich verstecken. Nach Wochen des Hungers nehmen die zermürbten Bergleute, unter ihnen auch Lantier, die Arbeit wieder auf und werden in den Stollen von einem Wassereinbruch überrascht. In der irren Hoffnung, eine bessere Welt durch Zerstörung zu schaffen, hat der Anarchist Souvarine die Gruben geflutet und zum Einsturz gebracht. Catherine stirbt in den Armen Lantiers.

Émile Zolas 1885 erschienener Roman "Germinal" zählt zu den Meisterwerken des literarischen Naturalismus. Mit einem Traumbudget von 172 Millionen Francs haben Regisseur Claude Berri und seine Ausstatter die bewegenden, komplexen Milieubeschreibungen Zolas detailgenau in Szene gesetzt. Die beschwerliche Arbeit unter Tage und der entbehrungsreiche Alltag in kargen Bergarbeiter-Siedlungen werden durch den bildgewaltigen Realismus des Films beinahe physisch nachfühlbar. Nicht zuletzt durch das mitreißende Spiel von Gérard Depardieu, Miou-Miou, Renaud und Jean-Roger Milo zählt das emotional mitreißende Arbeiterdrama zu den herausragenden europäischen Kinoereignissen der Neunzigerjahre.
   

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