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Szenen einer gewesenen Ehe: Eines Morgens steht
Max vor der Tür seiner geschiedenen Frau Wanda
und bittet um Einlass. Er werde von der Polizei
gesucht, sei aber nicht schuldig. Irgendwann am
kommenden Wochenende werde sich der Fall klären,
und bis dahin brauche er Unterschlupf. Die verstörte
Wanda, die gerade ihren neuen Freund zu Besuch hat,
nimmt Max bei sich auf. Doch Max hat Wanda angelogen,
er wird gar nicht gesucht, es ist nur ein Trick,
um wieder in ihrer Nähe zu sein, vielleicht
wieder mit ihr zu leben. So werden die Tage im "Versteck"
zu Tagen der Prüfung. Wanda ertappt sich dabei,
dass ihre Sorge um ihn mehr ist als Fairness und
Anständigkeit. Gleichzeitig aber durchlebt
sie in ihren Erinnerungen die Jahre ihrer Ehe, die
an seinem Egoismus und am gemeinsam nicht bewältigten
Alltag zerbrach. Ihre Zweifel wachsen. Und sie erkennt,
auch mit leiser Trauer, dass sein Wunsch, wieder
mit ihr zu leben, auch der Wunsch nach einem "Versteck"
ist, in dessen Geborgenheit Ruhe sein soll vor den
Anstrengungen und Forderungen des Alltags. Doch
dieses "Versteck", das allzu sehr auf
ihre Kosten geht, ist sie nicht bereit zu gewähren.
Das Kunststück dieses Films, schreibt Hauptdarsteller
Manfred Krug (dessen letzter in der DDR gedrehter
Film es war), liege darin, dass er "der unpolitischste
Film ist, der je in der DDR gedreht wurde, und keiner
hat's gemerkt." Erzählt wird eine Ehegeschichte,
eine Geschichte von Erwartungen, Enttäuschungen,
Krisen und Hoffnungen. Und mit dieser sehr genauen,
detaillierten Beschreibung ist der Film doch nicht
ganz so unpolitisch. Der Film sei ein "meisterhaft
leichtes Spiel mit und über Stagnation"
(Erika Richter) und zwar "auf der Ebene des
Mittelmaßes auch mit Figuren der Mittelmäßigkeit"
(Fred Gehler), urteilen Kritiker im Nachhinein.
Und er sei "gut gealtert", wie die Süddeutsche
Zeitung meint, was vor allem dem Spiel der beiden
Hauptdarsteller Manfred Krug und Jutta Hoffmann
geschuldet ist.
Jutta Hoffmann feierte am 3. März 2011 ihren
70. Geburtstag. In der DDR war sie "die Hoffmann"
und zählte zu den beliebtesten und profiliertesten
Bühnen- und Filmschauspielerinnen. In Halle
geboren, entdeckt sie schon als Kind ihren Spaß
an der Schauspielerei. Sie studiert an der Hochschule
für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg und
spielt schon in dieser Zeit erste Film- und Theaterrollen.
Ihr Durchbruch hätte 1965 Herrmann Zschoches
Gegenwartsfilm "Karla" werden können,
in dem sie eine junge Lehrerin spielt, die gegen
althergebrachte Methoden opponiert. Doch der Film
wurde verboten. Zwei Literaturverfilmungen danach
sind es, die sie bekannt machen: Sie ist das Lämmchen
in Hans-Joachim Kasprziks Fallada-Verfilmung "Kleiner
Mann - was nun?" (1967), und sie spielt die
Titelrolle in Egon Günthers Zweiteiler "Junge
Frau von 1914" (1969/1970). Egon Günther
ist für ihre Entwicklung besonders wichtig.
Der gemeinsame Gegenwartsfilm "Der Dritte"
(1972) wird ein phänomenaler Erfolg. In Venedig
erhält sie dafür den Darstellerpreis des
Filmfestivals. Mit Egon Günther dreht sie auch
"Die Schlüssel" (1972) und "Lotte
in Weimar" (1975), sie gibt die wunderbar klatschsüchtige
Adele Schopenhauer. Mit "Das Versteck"
(1976) und "Geschlossene Gesellschaft"
(1978) eckt sie, die auch den Protest gegen die
Biermann-Ausbürgerung unterschreibt, bei den
DDR-Oberen an. Sie heiratet einen Österreicher
und macht sich ab 1979 auch in der Bundesrepublik
und in Österreich einen Namen, mit großem
Erfolg arbeitet sie u.a. an Münchner, Hamburger
und Salzburger Bühnen. Nach der Wende spielt
sie erstmals in einer Serie - in der MDR-Comedy-Reihe
"Motzki" (1993), wo sie das Sächsische
quasi salonfähig macht. Von 1998 bis 2002 ist
sie die sozial engagierte Polizeikommissarin Wanda
Rosenbaum und von 1991 bis 2006 wirkt sie an der
Hochschule für Musik und Theater Hamburg als
Professorin für darstellende Kunst.
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