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Die "Ballas" - wo diese Truppe von Zimmermännern
auftaucht, da bleibt kein Auge trocken. Hannes Balla,
der ihr vorsteht, sorgt dafür, dass seine Leute
für gute Arbeit auch gutes Geld verdienen.
Dabei stellt er so manche Regel der sozialistischen
Planwirtschaft auf den Kopf. Die Partei und der
Bauleiter hätten die "Ballas" längst
zum Teufel gejagt, wenn sie nicht in puncto Arbeit
die beste Truppe weit und breit wären.
Das Gleichgewicht der Baustelle gerät aus dem
Lot, als zwei neue Kollegen für frischen Wind
sorgen: Die hübsche Ingenieurin Kati Klee und
der neue Parteisekretär Werner Horrath. Balla
wirft sofort ein Auge auf Kati und legt sich in
gewohnt rüder Manier mit dem Parteisekretär
an, der sich in seine Arbeitsmethoden einmischen
will. Als Balla merkt, dass es Horrath um echte
Verbesserungen und um einen Kampf gegen Schlamperei
und verpfuschte Planung geht, verbessert sich langsam
ihr Verhältnis zueinander. Doch als Balla bestimmten
Veränderungen im Arbeitsablauf zustimmt, rebellieren
seine Zimmerleute. Und auch seine Beziehung zu Kati
bekommt eine kalte Dusche, als er erfährt,
dass sie schwanger ist. Die Moralapostel der Partei
blasen zur Hetzjagd auf den unbequemen Parteisekretär,
ehe herauskommt, dass er - verheiratet und Vater
einer kleinen Tochter - der "Schuldige"
ist. Balla muss sich entscheiden ...
Der Film erzählt schlüssig und lebensnah
von der DDR zu Beginn der Sechzigerjahre, von den
Menschen, die engagiert den Sozialismus aufbauen
wollten, und jenen, die dies parteibürokratisch
verhinderten. Die Macher waren damals junge Leute:
Regisseur Frank Beyer war 32, Manfred Krug 28 Jahre
alt. Sie waren davon überzeugt, ein Werk produziert
zu haben, dass auch nach jenem berüchtigten
11. Plenum des Zentralkomitees der SED im Dezember
1965 von der Partei akzeptiert werden konnte.
Und zunächst sah es in der Tat so aus. Der
Film wurde Mitte 1966 abgenommen, er lief eine Woche
zu den Arbeiterfestspielen, bekam das Prädikat
"Besonders wertvoll" und sollte am 30.
Juni mit 56 Kopien starten. Dann mischte sich jedoch
Walter Ulbricht persönlich ein: Die Premiere
wurde von bestellten Zuschauern ausgepfiffen, der
Film verboten, der Regisseur aus den DEFA-Studios
in die Provinz verbannt. Im Gegensatz zu manch anderen
Verbotsfilmen der DEFA-Produktion war "Spur
der Steine" ein fertig gestellter Spielfilm
und konnte in der Wendezeit am 23. November 1989
in den Kinos gestartet werden. Die Begeisterung
bei Publikum und Kritik war groß: "Hier
ist mit viel Witz und noch mehr Scharfsinn alles
gebündelt, was das Klima der damaligen DDR
bestimmt und in den anderen Filmen eher vereinzelt
vorkam: Machtmissbrauch und Überforderung der
Funktionäre, Prüderie und Verlogenheit
der Partei, Schlamperei und Unfähigkeit der
Planer, Verlogenheit und Ellbogenmentalität
der Karrieretypen. Aber eben auch der Idealismus
und die Opferbereitschaft, die Tapferkeit und die
persönlichen Schwächen der kleinen Leute,
die ein System am Leben hielten, das ihrer nicht
würdig war" (Heyne-Filmjahrbuch 1991).
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