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April 1944: Nach ihrer Landung in Italien sind die
Alliierten auf dem Vormarsch, um das Volk vom Faschismus
zu befreien. Wie im ganzen Land freut man sich auch
in der Stadt Ardea über die anstehende Niederschlagung
des Mussolini-Regimes. Allein der fanatisch-linientreue
Stadtverordnete Virgili setzt alles daran, die "faschistische
Ordnung" aufrechtzuerhalten und den Widerstand
gegen die amerikanischen Truppen zu mobilisieren.
Der gewiefte Bürgermeister Vinicio versucht
unterdessen seine Hände reinzuwaschen, indem
er sein Amt an den bekannten Antifaschisten Capellaro
abgibt, bevor die Amerikaner eintreffen. Nach einigem
Zögern willigt der spöttische Capellaro
unter der Bedingung ein, dass sein Sohn Gianni endlich
Vinicios Tochter Aurora heiraten darf! Die feierliche
Trauung findet jedoch ein trauriges Ende, als Virgili
und die örtliche Parteigröße Crippa
auftauchen, den Bürgermeisterwechsel für
unzulässig und die Hochzeit für nichtig
erklären - und Gianni mit sofortiger Wirkung
an die Front schicken! Nur durch einen Trick gelingt
es dem gewitzten Capellaro, seinen Sohn vor dem
Wehrdienst zu bewahren. Aber die Probleme gehen
erst richtig los, als der verhasste Crippa wenig
später ermordet aufgefunden wird. Eine dreiköpfige
Militäreinheit unter Leitung des vertrottelten
Mezzanotte soll den Fall aufklären. Die Soldaten
und der hysterische Virgili haben allerdings nicht
mit dem Zusammenhalt der Dorfbewohner gerechnet:
Mit vereinten Kräften gelingt es Capellaro,
Vinicio und ihren Freunden, Crippas Leiche verschwinden
zu lassen - denn wo keine Leiche ist, da ist auch
kein Mord geschehen.
"Der Mann mit der Schärpe" ist eine
im besten Sinne respektlose Politsatire. In einer
intelligenten Mischung aus Situationskomik und Wortwitz
nimmt der Film den Mussolini-Faschismus, blinden
Gehorsam und politischen Opportunismus aufs Korn.
In den Hauptrollen brilliert das legendäre
Schauspieler-Duo Fernandel und Gino Cervi, das in
den "Don Camillo und Peppone"-Abenteuern
Filmgeschichte geschrieben hat. Fernandels Todestag
jährte sich Februar 2011 zum 40. Mal. Fernandels
besonderes Kennzeichen war sein strahlendes "Pferdegebiss"
in einem Gesicht mit leinwandfüllendem Lachen.
1930 entdeckte der Regisseur Marc Allegrét
dieses Gesicht. In den ersten Jahren spielte er
oft "Schmarren", wie er selbst sagte,
aber er wirkte auch in einem so großartigen
Film wie "Le Schpountz" (1938) mit, wo
er einen hinterwäldlerischen Verkäufer
aus der Provence verkörpert. In den 1950er-Jahren
hat er seine schönsten Rollen: den Don Camillo,
der mit dem Kruzifix spricht und, wenn es sein muss,
auch einmal kräftig zuschlägt. Bis 1965
spielt er ihn fünfmal. Als ernsthafter Charakterdarsteller
kann er brillieren in Filmen wie "Die rote
Herberge" (1951) und "Der Hammel mit den
5 Beinen" (1953), wo er nebst dem Vater auch
gleich noch dessen fünf Söhne selber spielte.
1970 dreht er einen weiteren Don-Camillo-Film, doch
Fernandel erkrankt an Krebs und die Dreharbeiten
werden abgebrochen. Er erliegt seiner Krankheit
am 26. Februar 1971 in Paris.
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