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Es wird schon nichts passieren, beruhigt der Geografiestudent
Joachim seine hübsche Freundin Cecilie, die
soeben eingewilligt hat, seine Frau zu werden. Nun
sorgt sie sich, weil er mit Freunden vorher noch
eine gefährliche Klettertour unternehmen will.
Aber dazu kommt es nicht mehr. Joachim wird auf
der Straße angefahren und schwer verletzt
- fortan liegt er vom Hals an abwärts gelähmt
im Krankenhaus.
Das Schicksal könnte nun einen Gang zurückschalten,
doch jetzt geht es erst richtig los. Cecilie will
zu Joachim halten, ihm das Leiden lindern, doch
er stößt sie verbittert zurück:
Schmerzhaft erinnert ihn die attraktive junge Frau
an all das, was ihm in seinem Leben nun verwehrt
bleiben wird. Marie, die unaufmerksame Fahrerin
des Unfallwagens, hat ein schlechtes Gewissen und
bittet ihren Mann Niels - der als Arzt im selben
Hospital arbeitet - sich um Joachims verstörte
Freundin zu kümmern. Ohne lange zu zögern,
lässt die frustrierte Cecilie sich auf eine
Affäre mit dem Arzt ein, die Niels' Familienleben
ebenso wie das Seelenleben aller Beteiligten mächtig
durcheinander wirbelt ...
Das klingt verdächtig nach dem Stoff, aus dem
die Daily-Soaps gestrickt sind. Alles andere ist
jedoch "Open Hearts - Für immer und ewig",
Susanne Biers mitreißendes Dogma-Melodram,
das aber nicht mehr so "dogmatisch" ist,
wie die Filme zu Beginn dieser puristischen Bewegung.
Von der ersten Filmminute an stellt die Regisseurin
ihre Figuren mit einer Plastizität in den Raum,
die den Zuschauer in den Bann schlägt. Das
Aufgeraute, Grobkörnige und die schroffen Schnitte
des dosiert eingesetzten Dogma-Stils dient dazu,
kleine und kleinste Gesten einzufangen, Gefühle
sichtbar zu machen. Das Innenleben der Akteure wird
in jeder Situation transparent. Wenn Niels vom Supermarkt
aus per Handy seine Liebeserklärung macht,
derweil seine kleinen Söhne die Geistesabwesenheit
des Vaters ausnutzen, um den Alibi-Einkaufswagen
mit Süßigkeiten zu füllen, hat man
das Gefühl, zum ersten Mal im Kino zu sehen,
wie jemand wirklich fremdgeht.
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