Open Hearts - Für immer und ewig

Dänischer Spielfilm von 2002
Regie Susanne Bier
Drehbuch Anders Thomas Jensen und Susanne Bier
Musik Jesper Winge Leisner
Kamera Morten Søborg
Darsteller Niels - Mads Mikkelsen
Marie - Paprika Steen
Cecilie - Sonja Richter
Joachim - Nikolaj Lie Kaas
Stine - Stine Bjerregaard
Hanne - Birthe Neumann
Finn - Niels Olsen
Thomsen - Ulf Pilgaard
Gustav - Ronnie Hiort Lorenzen
Emil - Pelle Bang Sørensen
Robert - Anders Nyborg
Sanne - Ida Dwinger
Tommy - Philip Zandén
und andere

Es wird schon nichts passieren, beruhigt der Geografiestudent Joachim seine hübsche Freundin Cecilie, die soeben eingewilligt hat, seine Frau zu werden. Nun sorgt sie sich, weil er mit Freunden vorher noch eine gefährliche Klettertour unternehmen will. Aber dazu kommt es nicht mehr. Joachim wird auf der Straße angefahren und schwer verletzt - fortan liegt er vom Hals an abwärts gelähmt im Krankenhaus.

Das Schicksal könnte nun einen Gang zurückschalten, doch jetzt geht es erst richtig los. Cecilie will zu Joachim halten, ihm das Leiden lindern, doch er stößt sie verbittert zurück: Schmerzhaft erinnert ihn die attraktive junge Frau an all das, was ihm in seinem Leben nun verwehrt bleiben wird. Marie, die unaufmerksame Fahrerin des Unfallwagens, hat ein schlechtes Gewissen und bittet ihren Mann Niels - der als Arzt im selben Hospital arbeitet - sich um Joachims verstörte Freundin zu kümmern. Ohne lange zu zögern, lässt die frustrierte Cecilie sich auf eine Affäre mit dem Arzt ein, die Niels' Familienleben ebenso wie das Seelenleben aller Beteiligten mächtig durcheinander wirbelt ...
Das klingt verdächtig nach dem Stoff, aus dem die Daily-Soaps gestrickt sind. Alles andere ist jedoch "Open Hearts - Für immer und ewig", Susanne Biers mitreißendes Dogma-Melodram, das aber nicht mehr so "dogmatisch" ist, wie die Filme zu Beginn dieser puristischen Bewegung.

Von der ersten Filmminute an stellt die Regisseurin ihre Figuren mit einer Plastizität in den Raum, die den Zuschauer in den Bann schlägt. Das Aufgeraute, Grobkörnige und die schroffen Schnitte des dosiert eingesetzten Dogma-Stils dient dazu, kleine und kleinste Gesten einzufangen, Gefühle sichtbar zu machen. Das Innenleben der Akteure wird in jeder Situation transparent. Wenn Niels vom Supermarkt aus per Handy seine Liebeserklärung macht, derweil seine kleinen Söhne die Geistesabwesenheit des Vaters ausnutzen, um den Alibi-Einkaufswagen mit Süßigkeiten zu füllen, hat man das Gefühl, zum ersten Mal im Kino zu sehen, wie jemand wirklich fremdgeht.
   

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