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Im Sommer 1958 laufen sich George, das Mädchen
aus gebildetem, gut betuchtem Pariser Elternhaus,
und Gavin, der Bauernsohn, zum ersten Mal über
den Weg, in Schottland, wo sie wie immer die Sommerferien
verbringt. Die Liebe trifft George wie ein Blitz
- auch wenn es bei einem Abend am Strand bleibt,
bei einer flüchtigen, fast scheuen Berührung.
Die nächste Begegnung, ein Jahr später
(Gavin ist unterdessen mit einem Mädchen aus
dem Dorf verlobt), viel leidenschaftlicher, heftiger,
aber ebenso kurz. So wird es immer sein zwischen
George und Gavin. Jahre werden vergehen, in denen
sie nichts voneinander sehen und hören, aber
wenn sie denn einmal zusammen sind, erleben sie
Augenblicke, die ihnen ansonsten nicht vergönnt
sind in ihren Leben, die so unterschiedlich verlaufen,
nachdem George ihrem Liebhaber den Gedanken an eine
Heirat erst einmal aus dem Kopf geschlagen hat.
Sie studiert und liest die Existentialisten, sie
heiratet und lässt sich scheiden, sie geht
mit ihrem Sohn als Dozentin für Geschichte
in die USA, hat ein bequem-unverbindliches Verhältnis
mit einem deutschen Intellektuellen. Am Ende lebt
sie allein in Montreal. Er bleibt in Schottland,
wird Ehemann, Vater, Fischer. Ein Gefangener seines
Lebens, im Gegensatz zu ihrer Ungebundenheit. Und
während all dieser Jahre lebt ihre Liebe weiter,
auch wenn sie sich streiten und entzweien und völlig
aus den Augen verlieren. In Montreal werden die
Treffen regelmäßiger, ruhiger, die Rahmenbedingungen
sind endlich abgesteckt und werden von beiden akzeptiert
- bis Gavin kurz nach dem letzten Besuch stirbt.
Mit "Salz auf unserer Haut" verfilmte
Andrew Birkin, Bruder von Schauspielerin und Sängerin
Jane Birkin, den gleichnamigen, 1988 erschienenen
Bestseller der französischen Schriftstellerin,
Journalistin und erklärten Feministin Benoîte
Groult (geb. 1920). Das Buch, das bisher weltweit
drei Millionen Mal verkauft wurde, entfachte bei
seinem Erscheinen eine lebhafte Diskussion ob seiner
Freizügigkeit und unverblümten Sprache.
Mit seinen beiden hervorragenden Hauptdarstellern
Greta Scacchi und Vincent D'Onofrio - die im "wahren"
Leben zur Drehzeit verheiratet waren - erzählt
Birkin die Geschichte einer im Grunde unmöglichen
und einzigartigen Liebe. Er schildert eine Beziehung
voller Zärtlichkeit und Sinnlichkeit und berührt
dabei zutiefst. Sein Film hat alles, was eine gute
Geschichte braucht: interessante Charaktere mit
Ecken und Kanten, eine fesselnde Dramaturgie und
ein packendes Thema, das den Zuschauer so schnell
nicht verlässt.
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