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Im Jahr 2000 besucht Johannes Paul II. die Klagemauer
in Jerusalem. Als der Papst sich anschließend
zum Gebet zurückzieht, ziehen noch einmal die
Stationen seines bewegten Lebens an seinem geistigen
Auge vorüber: Der junge Karol Wojtyla wächst
in einem tief gläubigen Elternhaus auf, verliert
schon mit neun Jahren die Mutter und nur vier Jahre
später den älteren Bruder. Der Heranwachsende
erlebt die Deportation seiner polnisch-jüdischen
Freunde .
Seine Entscheidung, Priester zu werden, entspringt
der tiefen Überzeugung eines gewaltfreien Widerstands
gegen die Nazis. 1946 empfängt Karol Wojtyla
die Priesterweihe und wird aufgrund seiner besonderen
Fähigkeiten bald darauf mit 38 Jahren zum jüngsten
polnischen Bischof ernannt. Kardinal Wyszynski,
Primas der polnischen Kirche, steht dem jungen Intellektuellen
zunächst skeptisch gegenüber. Doch der
willensstarke junge Bischof entwickelt sich zu Polens
stärkster Kraft im Kampf gegen den Kommunismus.
Wyszynski fördert Wojtyla, der in der kirchlichen
Hierarchie schnell aufsteigt und so am 16. Oktober
1978 als erster Pole überhaupt zum Papst gewählt
wird. Unermüdlich reist er durch die Welt,
verbreitet seine Botschaft von Frieden und Liebe
und erreicht bei öffentlichen Auftritten aufgrund
seiner Kontaktfreudigkeit und Offenheit eine sensationelle
Popularität. Bei einem Anschlag auf dem Petersplatz
wird er 1981 lebensgefährlich verletzt, doch
er besucht den türkischen Attentäter in
seiner Zelle und verzeiht ihm. Das körperliche
Gebrechen, von dem der Papst sich nicht mehr richtig
erholen wird, schärft seinen Intellekt für
den spirituellen Sinn des Leidens. Nach langer Krankheit
stirbt er am 02. April .
Über ein Vierteljahrhundert stand Johannes
Paul II. an der Spitze der Katholischen Kirche,
wo er die Menschen gleichermaßen begeisterte
und polarisierte. Er bekämpfte den Kommunismus
ebenso wie den Kapitalismus, leistete Abbitte für
kirchliche Verfehlungen, bereiste die Welt wie kein
Papst vor ihm - und wurde so zum Medienstar wie
sonst nur Popmusiker oder Spitzensportler. Gleichzeitig
gilt er als der konservativste Pontifex, der je
dieses Amt innehatte. Wer also ist dieser Johannes
Paul II., dessen Wirken und Ausstrahlung weit über
seinen Tod hinaus so sehr beeindruckt?
"Fürchtet euch nicht! Das Leben Papst
Johannes Pauls II." ist eine mit großem
Aufwand inszenierte filmische Erzählung über
den populärsten Papst aller Zeiten. Bravourös
meistert Thomas Kretschmann die schwierige Aufgabe,
den Papst durchgängig zu spielen; vom jungen
Theaterschauspieler bis hin zum gebrechlichen Greis,
dem die Stimme versagt. Bruno Ganz als Kardinal
Wyszynski und Joaquim de Almeida in der Rolle des
Erzbischofs Romero runden das hochkarätige
Ensemble ab.
Regie führte der mehrfach für den Emmy
nominierte und zweimal damit ausgezeichnete Jeff
Bleckner, der unter anderem ein bemerkenswertes
Remake von Hitchcocks "Das Fenster zum Hof"
(1998) inszenierte. Das Buch stammt aus der Feder
von Michael Hirst und Judd Parkin, der auch für
die Produktion von "Jesus" verantwortlich
zeichnete.
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