Liebe auf Bewährung

Deutscher Spielfilm von 2004
Regie Bernd Böhlich
Drehbuch Bernd Böhlich
Musik Markus Lonardoni
Kamera Eberhard Geick
Darsteller Juliane Willbrandt - Thekla Carola Wied
Albert Tieck - Helmut Griem
Gefängnisdirektor - Michael Greiling
Karoline Leiser - Mariella Ahrens
Psychologe - Hans Peter Hallwachs
Hannes - Andreas Schmidt
Scheng - Sven Pippig
Sylvia Mooskramer - Ursela Monn
Karl Mooskramer - Horst Krause
Alberts Tochter - Kirsten Block
Harry Rowohlt - Harry Rowohlt
und andere

Eigentlich ist Juliane Willbrandt, eine gut situierte, attraktive Witwe, zu beneiden. Sie bewohnt ein schönes, geräumiges Haus, besitzt ein Segelboot und hat in Karoline eine überaus vernünftige Tochter. Dennoch vermisst Juliane, die ihr Leben bislang ganz selbstverständlich der Familie gewidmet hat, das Gefühl, gebraucht zu werden. Die Leere wird immer unerträglicher. Um etwas Nützliches zu tun, beschließt Juliane, nach über 20 Jahren in ihren Beruf als Bibliothekarin zurückzukehren. Doch der risengeschüttelte Arbeitsmarkt hat nicht auf sie gewartet. Schließlich gibt ihr Gefängnisdirektor Schober die Chance, die verwaiste Anstaltsbibliothek wieder aufzubauen. Ein undankbarer Job, denn die schweren Jungs interessieren sich höchstens für Autos und Sport. Erst als Juliane ihren Schulkameraden, den Gossenpoeten Harry Rowohlt, für eine Lesung im Knast gewinnen kann, beginnen die Häftlinge ihre Bibliothek zu entdecken.

Der künstlerisch begabte Albert Tieck wird Julianes erster Stammleser. Die vorsichtige Annäherung an den sensiblen, zurückhaltenden Mann erleidet jedoch bald einen Rückschlag, als ihr Direktor Schober die ganze Wahrheit über Albert offenbart: Um einen Versicherungsschaden vorzutäuschen hatte der Möbelschreiner seine Fabrik in Brand gesteckt. Dass dabei seine Frau ums Leben kam, hat Albert bislang verschwiegen. Trotz der Enttäuschung über diesen Vertrauensbruch geht Juliane erneut auf Albert zu und überredet sogar den Gefängnispsychologen, ihm einen Tag Hafturlaub zu gewähren. Als Albert diese Möglichkeit anscheinend zur Flucht nutzt, bricht für Juliane eine Welt zusammen. Erst als sie sein Geheimnis erfährt, bietet sich eine Möglichkeit, dem gebrochenen Mann zu helfen und ihrer Liebe den Weg zu ebnen...

Mit sicherem Blick für Details und viel Gespür für Zwischentöne schrieb und inszenierte der mehrfache Adolf-Grimme-Preisträger Bernd Böhlich diese Geschichte einer späten Liebe. Thekla Carola Wied und Helmut Griem überzeugen durch ihre nuancierte, unaufdringliche Darstellung. Für Helmut Griem war es die letzte Filmarbeit, er starb am 19. November 2004. Die Nebenrollen sind mit Mariella Ahrens und Hans Peter Hallwachs glänzend besetzt. Und Übersetzer, Rezitator und Kolumnist Harry Rowohlt ("Lindenstraße") beantwortet während eines charmanten Gastauftritts die Frage, was er mit dem gleichnamigen Verlag zu tun hat.
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