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Im vogtländischen Dorf Schönborn feiert
Fleischermeister Plache seinen 60. Geburtstag. Sorgen
und familiärer Kummer sollen an diesem Tag
vergessen sein. Das Fest zum Anlass nehmend, hat
Lisa Plache eine besondere Überraschung vorbereitet.
Mitte der 80er Jahre verließ ihr Sohn Christian
das Dorf. Er verschwand bei Nacht und Nebel, seine
Familie und die Eltern im Ungewissen zurücklassend.
Später erreichten Schönborn einige Karten
aus Österreich und Berlin-West. Christian lebte
also und es ging ihm gut. Mehr war diesen Lebenszeichen
nicht zu entnehmen. Und auch nach dem Fall der Mauer
gab es bei Plaches keine familiäre Wiedervereinigung,
denn Christian blieb dem Dorf fern.
Die Menschen in Schönborn bewegten andere Probleme,
sie dachten nicht weiter an Christian Plache. Seine
Frau Sophie hatte wieder geheiratet, Jochen Deymann,
einen ehemaligen Grenzoffizier. Deymann liebt Sophie,
mehr vielleicht noch den neunjährigen Sebastian.
Für seine Familie tut er alles, aber seine
Bemühungen, eine sichere soziale Existenz zu
schaffen, blieben bisher erfolglos.
Lisa hat Christians Adresse ausfindig gemacht und
den Sohn zum Geburtstag des Vaters eingeladen. Als
Christian auf dem Fest erscheint und die erste stürmische
Begrüßung vorüber ist, merkt er,
dass die Jahre seines Fernbleibens nichts verändert
haben. Er wird als Störenfried angesehen, man
lässt es ihn merken. Deymanns lang angestaute
Wut richtet sich gegen den Rückkehrer, denn
ohnmächtig muss er mit ansehen, wie sich Sophie
wieder Christian zuwendet und somit seine letzte
Hoffnung, die Familie, zerstört wird. Deymann
wird das nicht hinnehmen.
Sophie bedrängt Christian und will nicht begreifen,
dass dieser für sie unerreichbar bleiben wird.
Denn Christian lebt mit einem Mann zusammen. Der
alte Hans Plache ist nicht bereit, mit seinem Sohn
über die Gründe seiner Flucht aus dem
Elternhaus zu sprechen. Und so macht sich Schweigen
breit, nachdem der Festlärm verklungen ist.
Die Unfähigkeit, miteinander zu reden, wird
zum Ausgangspunkt für eine Familientragödie
...
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