|
Palermo, 2. November. Alljährlich, so ist der
Brauch, werden in der Nacht vom 1. zum 2. November
Geschenke versteckt, die angeblich von den Verstorbenen
stammen. Der 17-jährige Nino findet in diesem
Jahr die Armbanduhr seines Vaters, ein Zeichen dafür,
dass man ihn für erwachsen hält. Anschließend
fahren Nino, seine Mutter Elisa und der kleine Bruder
Umberto auf das Gut Zafferá bei Palermo,
um im Kreise der ganzen Familie diesen Tag zu begehen.
Kritisch beobachten die fast erwachsenen Cousins
und Cousinen die Verwandtschaft, die nach außen
Wohlanständigkeit zur Schau trägt, hinter
der gutbürgerlichen Fassade jedoch recht lockere
Sitten an den Tag legt. Deshalb sieht auch Nino
keinen Grund zu verhehlen, wie sehr er seine schöne
Tante Cettina begehrt. Trotz ihrer Ehe mit Biagio
ist Cettina Liebesabenteuern nicht abgeneigt und
gibt schließlich auch dem stürmischen
Werben ihres Neffen nach. Für Nino wird es
mehr als "Ein schöner November".
Doch dann schenkt Cettina auch Sasa ihre Gunst,
und Nino wird von wahnsinniger Eifersucht geplagt.
Am Ende aber beugt auch er sich den Konventionen
und heiratet die ihm bestimmte Frau, seine Cousine
Giulietta. Zu schnell, so meint sein Cousin Momo,
hat Nino die ihm abverlangte Lektion gelernt.
Ambitioniert, in atmosphärisch dichten Bildern,
gewährt Regisseur Mauro Bolognini einen Einblick
in die morbide Struktur einer sizilianischen großbürgerlichen
Familie. In den Hauptrollen spielen Gina Lollobrigida
mit sehr sinnlicher Ausstrahlung, André Laurence,
Gabriele Ferzetti und Paolo Turco. Starkomponist
Ennio Morricone schrieb die Filmmusik. Die literarische
Vorlage ist ein Roman von Ercole Patti.
|