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Zwei Tote, die im Leichenschauhaus Seite an Seite
aufgebahrt sind, stellen den Untersuchungsrichter
Aldo Sola (Martin Balsam) vor ein Problem: Beide
Tote sind Opfer einer Auseinandersetzung zwischen
linksradikalen Studenten und der Polizei. Der bislang
integre Richter versucht die Untersuchung vorurteilsfrei
zu leiten, aber das ist keinesfalls einfach, denn
der eine Tote ist ein Polizist, der andere ein Student.
Die Polizei drängt den Richter, den bei den
Ausschreitungen verhafteten Studenten Massimo Trotti
(Luigi Diberti) des Mordes zu überführen,
allen voran der karrierehungrige Kommissar Cottone
(Giuseppe Colizzi), der in allen Studenten nur rauschgiftsüchtige
Strolche sieht.
Als Fabio (Massimo Ranieri), Sohn des Richters,
heimlich Einblick in die Untersuchungsakten nimmt
und kein Ausweg mehr besteht, den angeklagten Freund
zu retten, gesteht Fabio seinem Vater, dass er der
gesuchte Polizistenmörder ist. Er verspricht
auch, sich zu stellen, fordert aber, dass dann auch
der Polizist gefunden und verurteilt werden muss,
der den tödlichen Schuss auf den Studenten
abgab. Der Richter zieht seine Konsequenz: Er unterschreibt
die Freilassung für den zu Unrecht Inhaftierten
und gibt sein Amt auf, um nicht mehr zu verurteilen,
sondern den Protest der Jugend zu verstehen.
Mauro Bologninis Film ist in erster Linie aus dem
Kontext seiner Entstehungszeit zu verstehen, hat
aber auch durchaus eine zeitunabhängige Dimension.
Als der Film 1971 entstand, waren Studentenrevolten
ein höchst aktuelles Thema, nicht nur in Italien.
Bolognini vertritt eine klare Position: Er plädiert
für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit
den Zielen der jungen Leute. Auch ohne den unmittelbaren
Zeitbezug bleibt der Film aufgrund seiner Auseinandersetzung
mit einer vorurteilsfreien Rechtsfindung aktuell.
Hervorzuheben die schauspielerisch Leistung von
Martin Balsam als Richter.
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