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Schloss Helsingör im 19. Jahrhundert. Der Dänenprinz
Hamlet ist nach dem plötzlichen Tod seines
Vaters verzweifelt. Kaum drei Monate danach hat
seine Mutter Gertrude seinen Onkel Claudius geheiratet.
Hamlet verachtet sie dafür. Eines Nachts erscheint
ihm plötzlich der Geist seines Vaters und offenbart
ihm, dass er von Claudius getötet worden ist.
Hamlet schwört Claudius blutige Rache. Um ganz
sicherzugehen, schlüpft er in die Maske eines
Verrückten. Seinen Plan verrät er nicht
einmal seiner Verlobten Ophelia, der Tochter des
korrupten Premierministers Polonius. Sie verzweifelt
an seinem seltsamen Verhalten.
Um Claudius zu entlarven, stellt Hamlet die Ermordung
seines Vaters als Schauspiel um einen König
und eine Königin nach. Claudius flieht entsetzt
und beauftragt Polonius, Hamlet zu observieren.
Dieser macht seiner Mutter Gertrude mittlerweile
schwere Vorwürfe. Als Hamlet hinter der Gardine
eine Person wahrnimmt, tötet er den Spion Polonius,
den er jedoch mit dem verhassten Claudius verwechselt
hat.
Claudius fürchtet nun um seine Macht und schickt
Hamlet auf eine Mission nach England. Seinen Begleitern
Rosenkranz und Güldenstern gibt er einen geheimen
Brief mit, der Hamlets Exekution befiehlt. Hamlet
entkommt der Falle. Inkognito kehrt er nach Helsingör
zurück. Das ganze Land ist inzwischen wegen
der Vorfälle am Hofe in Aufruhr. Die Truppen
des norwegischen Eroberers Fortinbras stehen kurz
vor den Toren des Schlosses. Hamlet trifft einen
Totengräber und findet das Grab seiner Ophelia,
die sich aus Liebeskummer ertränkte. Um sie
zu rächen, ist ihr Bruder Laertes aus Frankreich
zurückgekehrt. Laertes und Claudius fordern
den in seiner Verzweiflung rasenden Hamlet zum Duell
heraus.
Kenneth Branagh spielte den "Hamlet" rund
300 Mal auf der Bühne, bevor er ihn als pralles,
geistreiches und virtuoses Ereignis verfilmte. Er
verlagerte die Handlung vom düsteren Mittelalter
in den hellen, kalten Prunk des 19. Jahrhunderts,
wo Helden und Ehrentaten zynischer Machtpolitik
gewichen sind. Im Gegensatz zu den fünf bisherigen
Adaptionen wurde erstmals das gesamte Stück
mit einer Laufzeit von knapp vier Stunden im opulenten
Cinemascope-Format und mit einer All-Star-Besetzung
verfilmt. Hamlet ist in Branaghs Version ein athletischer,
atemloser Spötter in einem mit wuchtigen Bildern
illustrierten Endspiel um verlorene Moral und Vergänglichkeit.
Mit bitter-beißendem Spott beschwört
es die Ohnmacht der Vernunft, die Dämonie der
Machtstrategen und die unfreiwillige Komik des Mitläufertums.
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