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Seit Jahrzehnten gehört Karl Knesebeck beim
Kurhotel "Hövelmann" zur Belegschaft,
hat sich hoch gearbeitet zum Oberkellner und ist
inzwischen die Graue Eminenz und Seele des Betriebs,
vor allem seit die schwer kranke Besitzerin Sabine
Hövelmann sich nicht mehr um alles kümmern
kann. Auch die junge Niddy, die Nichte von Frau
Hövelmann, sieht in Karl Knesebeck mehr den
Vater als den Oberkellner.
Als die Chefin ihrem Leiden erliegt, ändert
sich für Karl Knesebeck die Lage radikal. In
seiner selbstbewussten Art kollidiert er mit den
gierigen Erben, vor allem mit dem aalglatten, wenn
auch attraktiven Vetter Alwin, dem neuen Geschäftsführer,
der alles daransetzt, Niddy den Kopf zu verdrehen
und durch Heirat das Kurhotel in seine skrupellosen
Hände zu bekommen. Naiv und romantisch lässt
sich Niddy von Alwins Charme blenden, der Verlobung
scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Und dabei
ist der nette Volontär Helmuth Bühler
über beide Ohren in Niddy verliebt. Verzweifelt
zieht er sich zurück.
Als Knesebeck Alwin zur Rede stellt, reagiert dieser
eiskalt. Nach den Bestimmungen des Testaments kann
er den Oberkellner zwar nicht entlassen, doch es
ist nicht verboten, ihn zu versetzen. Und so landet
Knesebeck im Vorraum der Toiletten. Zum ersten Mal
spürt der alternde Mann, wie wenig man sich
auf sein Glück oder auf so genannte Freunde
verlassen kann. Für Niddy lässt die Gemeinheit,
die man ihrem lieben Karl antut, die ersten Zweifel
an dem Mann ihrer Jungmädchenträume wach
werden. Ihre Gefühle geraten durcheinander.
Eines Tages taucht im Kurhotel "Hövelmann"
ein alter, schwerreicher Gast auf, der sich sofort
nach Knesebeck erkundigt. Er ist entsetzt, als er
den guten Freund im Toilettenraum wiederfindet.
Konsul Claasen, Besitzer einer großen Hotelkette,
ist nicht nur ein vornehmer, sondern auch ein schnell
entschlossener Herr. Kurzerhand kauft er das "Hövelmann"
auf. Vetter Alwin wird entmachtet, Karl Knesebeck
zum Geschäftsführer ernannt. Jetzt haben
die beiden Alten nur noch einen Wunsch - die Hochzeit
zwischen Alwin und Niddy zu verhindern. Da kommt
ihnen ein gewisser Helmuth Bühler wie gerufen.
Mit "Der letzte Mann" inszenierte Harald
Braun (1901-1960), der Star unter den deutschen
Regisseuren der frühen Nachkriegszeit, ein
freies Remake des gleichnamigen Stummfilmklassikers
von Friedrich Wilhelm Murnau (1924). In der Titelrolle
bewies der einstige Teufelskerl des Ufa-Films Hans
Albers erstaunliche Qualitäten als Charakterdarsteller.
Der alternde Hans Albers (1891-1960), an dessen
115. Geburtstag am 22.09.2006 das MDR FERNSEHEN
erinnern will, und die blutjunge Romy Schneider
(die am 23.09.2006 Geburtstag hatte), der spätere
Weltstar, harmonieren bestens miteinander - die
Vergangenheit und die Zukunft des Films gemeinsam
vor der Kamera.
Hans Albers war einer der wenigen großen deutschen
Volksschauspieler, eine Mischung aus Jean Gabin
und Maurice Chevalier, mit einer unmittelbaren physischen
Präsenz und jener unverwechselbaren brüchigen
Heiserkeit in der Stimme, die ihn gleichermaßen
zum Liebling der Theatergänger wie zum Tonfilmstar
prädestinierten. Fritz Kortner beschrieb ihn
als "ein urwüchsiges, um seine saftigen
Wirkungen ungestüm bemühtes und nicht
gerade partnerliebendes Mannesstück".
Oder, wie Siegfried Kracauer urteilte: "Dieser
menschliche Dynamo mit dem goldenen Herzen verkörperte
im Film, was jeder im Leben gern gewesen wäre".
Albers war Bösewicht, Verführer, Detektiv,
Möbelpacker, Kapitän, Hafenpolizist, Ingenieur,
Clown und Flieger - bis er nach dem Krieg unmerklich
ins Charakterfach wechselte und folgerichtig seine
erste Nachkriegsrolle als Familienvater in einem
Trümmerfilm spielte. Das Geheimnis seines Erfolges
als Volksschauspieler lag aber wohl im Geheimnis
seiner Person. Jenseits der Rollengestalt schien
er jederzeit über die Freiheit zu verfügen,
seine Männlichkeit mit einem Glas in der Hand
und dem entsprechenden Lied feiern zu können.
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