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Paul Winkelmann ist der zerstreute Chef eines Möbel-
und Dekorationsgeschäfts, das er vom verstorbenen
Vater übernommen hat. Der nunmehr 56-jährige
Junggeselle hat zwar eine eigene Wohnung, lebt aber
hauptsächlich bei seiner herrischen Mutter,
der einzigen Frau in seinem Leben. Die ehemalige
Opernsängerin nennt ihren Filius zärtlich
Pussi, bügelt seine Hemden und erscheint in
seinen unruhigen Träumen stets mit Brautschleier.
Der leidgeprüfte Sohnemann ist gern gesehener
Spielpartner in Mutters Scrabble-Runde und nebenher
amtiert er als Schriftführer in einem Verein,
der die Freuden des Karnevals und die weibliche
Emanzipation zu fördern versucht. Pauls streng
geregelter Alltag gerät mächtig durcheinander,
als er Margarethe Tietze kennen lernt, eine Psychotherapeutin,
die in ihrer Freizeit als Sängerin für
das Musical "The Chorus Line" probt. Die
Beziehung ist zunächst rein beruflich, denn
Paul berät Margarethes Patienten in Fragen
der Inneneinrichtung. Als die gestrenge Mutter jedoch
herausfindet, dass Margarethe ihren Sohn auf einer
Geschäftsreise nach Italien begleitet hat,
ist sie eifersüchtig und quartiert kurzerhand
einen anderen jungen Mann in Pauls Kinderzimmer
ein. Paul muss sich zwischen seiner Mutter und Margarethe
entscheiden.
"Loriots Ödipussi" ist für Vicco
von Bülow das Debüt als Spielfilmregisseur.
Bekannt ist er der deutschen Öffentlichkeit
vor allem als Karikaturist und Cartoonist geworden
- und zwar unter dem Pseudonym "Loriot",
dem französischen Namen des Wappentiers der
Familie von Bülow. An der Seite seiner kongenialen
Partnerin Evelyn Hamann gelingt Loriot sehr überzeugend
die Übertragung seines unnachahmlich subtilen
Humors aufs Kinoformat. Die überbordende Fülle
komischer Einfälle und die bis ins kleinste
Detail präzise ausgeführten Gags wurden
mit der Goldenen Leinwand und dem Deutschen Filmpreis
ausgezeichnet.
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