Starkey

Spielfilm aus Großbritannien und Frankreich von 1998
Regie David Caffrey
Drehbuch  
Musik  
Kamera  
Darsteller Dan Starkey - David Thewlis
Lee Cooper - Rachel Griffiths
Michael Brinn - Robert Lindsay
"Cow" Pat Keegan - Jason Isaacs
Charles Parker - Richard Gant
Margaret - Laura Fraser
Taxifahrer - Bronagh Gallagher
Agnes Brinn - Kitty Aldridge
Patricia Starkey - Laine Megaw
und andere

Belfast, in naher Zukunft. Die Bevölkerung des unabhängigen Staates Nordirland scheint sich ausnahmsweise einmal einig zu sein. Von den bevorstehenden Wahlen erhoffen sich Katholiken wie Protestanten dauerhaften Frieden. Und sie haben sich auch schon den Mann ausgeguckt, der das zustande bringen soll: Der charismatische Republikaner Michael Brinn liegt im Rennen um das Amt des Premierministers ganz vorn. Nur der politische Kolumnist Dan Starkey, ein ewiger Quertreiber, lässt sich vom herrschenden Optimismus nicht anstecken: Er hält Brinn für unglaubwürdig und macht sich mit seinen hämischen Ausfällen gegen den Mann immer unbeliebter. Dabei hat Dan genug eigene Probleme. Seine Ehe mit Patricia läuft schon lange auf Sparflamme, und Dans Neigung, seinen Frust in Alkohol zu ertränken, macht das Ganze nicht besser.

Vollends ins Chaos aber stürzt ihn eine Affäre mit der Kunststudentin Margaret. Dan hat keine Ahnung, dass es sich bei der jungen Frau um so etwas wie einen lebenden politischen Sprengsatz handelt: Sie ist die Tochter eines eng mit Brinn liierten Politikers und hatte eine Beziehung mit dem berüchtigten IRA-Führer "Cow" Pat Keegan. Eines Nachts, Dan war nur kurz draußen, um Pizza zu holen, findet er seine Geliebte sterbend im Bett. Bei seiner hektischen Flucht aus Margarets Apartment kommt es überdies zu einem hässlichen Unfall. Bald wird Dan als Doppelmörder gesucht. Polizei, Armee, die katholische IRA und die protestantische UVF heften sich an seine Fersen. Um seine eigene Haut zu retten, muss er den Fall, der offensichtlich von höchster Brisanz ist, klären. Die einzigen Hinweise, die Dan hat, sind eine von Margaret hinterlassene Tonkassette und ihre letzten Worte: "Achtung ... Jack". Oder so ähnlich ...

Komödie, Politsatire, Thriller? Das ist bei David Caffreys Adaption eines Kultromans von Colin Bateman nicht so leicht zu sagen. Schließlich ist die Spiegelfechterei das leitende Motiv des Films: Etiketten sind stets gefälscht, Politiker lügen - und eine Nonne kann sich auch schon mal als Stripperin entpuppen oder mit der Magnum vor der Tür stehen. Ein intelligent geschriebener, auf den Punkt inszenierter Film voller Überraschungen, der den "Fall" Nordirland mit Distanz, aber nicht ohne Empathie behandelt. In der Hauptrolle zeigt der mit "Naked" bekannt gewordene David Thewlis erneut, dass er zu den interessantesten jungen Charakterdarstellern der Insel gehört.
   

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