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Der Hamburger Seemann Jacob Alain besucht Verwandte
in der DDR. In dem kleinen, vernachlässigten
Dorf Bubenau am Rande eines Braunkohle-Abbaugebietes
lernt er Elisabeth Bosch kennen, eine 50-jährige
Witwe, die beim hiesigen Bürgermeister Reimelt
als Putzfrau arbeitet. Aus beider Neugier entwickelt
sich eine leidenschaftliche Beziehung, die in dem
kleinen Dorf rasch zum Politikum wird. Im Arbeiter-
und Bauernstaat ist diese Liebe aus ideologischen
Gründen unerwünscht, schließlich
ist Jacob ein Klassenfeind.
Das politische Tauwetter ist in diesem Winter 1989
noch nicht bis in die Provinz durchgedrungen und
so verfangen sich die beiden Liebenden immer mehr
in den Fußangeln des untergehenden Systems.
Fortan treffen sie sich in Ostberlin, wo Elisabeths
Freundin Lilo den beiden ihre Wohnung als Liebesnest
zu Verfügung stellt, bis einer der Hausbewohner
den nicht angemeldeten Besuch bei der Polizei anzeigt.
Der Druck auf Elisabeth wächst.
Ihr Sohn Hans, ein linientreuer Journalist, der
auf eine Stelle als Auslandskorrespondent in Damaskus
hofft, wirft seiner Mutter Verrat vor. Ihr jüngerer
Sohn Holger, der in Kirchenkreisen als Aktivist
tätig ist, wird in eine Nervenklinik eingeliefert.
Unter starke Medikamente gesetzt, erkennt er seine
Mutter nicht wieder. Als Jacob das nächste
Mal nach Bubenau kommt, lässt der eifersüchtige
Bürgermeister ihn von der Polizei ausweisen.
Als der betrunkene Reimelt Elisabeth am Rande der
750-Jahr-Feier von Bubenau zu vergewaltigen versucht,
erschießt sie ihn.
DEFA-Regisseur Heiner Carow zeichnet in seinem Liebesdrama
"Verfehlung" ein authentisches Sittenbild
der untergehenden DDR. Angelica Domröse, die
schon einmal unter Heiner Carows Regie eine gegen
Anpassungsideologien kämpfende Frau im "real
existierenden Sozialismus" spielte und der
Fassbinder-Schauspieler Gottfried John, zeigen eine
überaus beeindruckende darstellerische Leistung.
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