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Seit einem Jahr lebt der Pariser Illustrator Robert
von seiner Frau Véronique getrennt. Mittlerweile
ist er aufs Land gezogen, nach Vichy, wo er als
technischer Zeichner arbeitet. Dort entwickelt er
eine geradezu obsessive Faszination für eine
junge Frau, die er zuvor nie gesehen hat: Juliette,
die mit ihrem Verlobten Patrick ein zufriedenes,
aber wenig aufregendes Leben führt. Nacht für
Nacht schleicht Robert um das Haus des Paares, um
einen Blick auf Juliette zu erhaschen. Bis er eines
Tages endlich den Mut fasst, sie anzusprechen. Zwischen
den beiden entwickelt sich eine seltsam vertrauensvolle
Beziehung. Durch die Bekanntschaft mit Robert erkennt
Juliette, dass sie mit Patrick nicht glücklich
ist. Immer stärker klammert sie sich an Robert,
der auf ihre geradezu aggressive Zuneigung mit Rückzug
reagiert. Der kleinbürgerliche Patrick ist
derweil außer sich vor Eifersucht. Eines Nachts
stellt er Robert auf einer einsamen Landstraße
zur Rede. Es kommt zu einer heftigen Schlägerei,
an deren Ende Patrick bewusstlos am Ufer eines nahen
Flusses zurückbleibt. Am Tag darauf wird Robert
von der Polizei verhört: Patrick ist verschwunden.
Man glaubt an ein "Verbrechen aus Leidenschaft",
und Robert ist dabei natürlich der Hauptverdächtige.
Was niemand ahnt: Patrick hat sich mit der ebenfalls
hasserfüllten Véronique, Roberts Ex-Frau,
verbündet, um sich an Robert zu rächen.
Von Véronique gedeckt, hält er sich
in einem Hotel versteckt, um Robert als seinen "Mörder"
ins Visier der Polizei zu bringen. Wenig später
droht die gesamte Situation zu eskalieren: Die schwermütige
Juliette begeht Selbstmord, und ein Unbekannter
schießt mehrfach auf Robert. Schließlich
tauchen Véronique und Patrick bei Robert
auf, um ihn zu ängstigen und zu demütigen.
Doch was als bösartiger Spaß gedacht
war, wird rasch blutiger Ernst.
Mit "Der Schrei der Eule" ist dem französischen
Regie-Altmeister Claude Chabrol eine präzise
Verfilmung des gleichnamigen Romans von Patricia
Highsmith gelungen. Der Film ist eine bitterböse
Studie über kleinbürgerliche Moral, Liebe,
Hass und Tod. Dabei changiert Chabrol kunstvoll
zwischen tiefer Tragik und rabenschwarzem Humor.
In den Hauptrollen glänzen Mathilda May und
Christophe Malavoy. In weiteren Rollen sind Jacques
Penot und Virginie Thévenet zu sehen.
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