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Lucrezia, die Tochter des Renaissance-Papstes Alexander
VI. und Schwester des machthungrigen und diabolischen
Cesare Borgia, wird schon als blutjunges Mädchen
in die Ehe mit einem ungeliebten Mann getrieben.
Die bildschöne, hochbegabte und gebildete Lucrezia
flüchtet sich in eine zahllose Kette von Affären,
bis die Familie beschließt, ihren Gatten loszuwerden
und sie mit dem Herzog von Aragon zu verheiraten.
Lucrezia findet in ihm die große Liebe ihres
Lebens, auch Aragon kann sich ihrem Zauber nicht
entziehen. Doch das gemeinsame Glück ist nicht
von Dauer. Der diabolische Machtspieler Cesare hat
neue Pläne für die Schwester, die ihm
endgültig die Herrschaft über ganz Italien
einbringen sollen. Ein erster Mordversuch an Aragon
schlägt fehl. Lucrezia, die die mörderische
Heimtücke ihres Bruders erst jetzt ganz durchschaut,
versucht in ihrer Verzweiflung, Cesare zu ermorden.
Ihr Anschlag misslingt, auch Aragon kann den Mördern
nicht entkommen.
Der französische Regisseur Christian-Jaque
(1904-1994) schuf mit "Lucrezia Borgia"
ein "bildwirksames Spektakel" (Lexikon
des Internationalen Films), in dem es nicht um historische
Authentizität geht. Er verfilmte eher den Mythos
als die Realität des berühmt-berüchtigten
Renaissance-Geschlechts: Die Legenden um die mörderischen
Borgias wuchern bis heute. Fakten und Fiktion sind
kaum auseinanderzuhalten. Christian-Jaques filmische
Biografie der bildschönen Lucrezia endet mit
der bevorstehenden Einheirat in das mächtige
Haus Este. Als Gattin von Alfonso d'Este, den sie
1501 in dritter Ehe heiratete, wirkte Lucrezia Borgia
(1480-1519) als Mäzenin der schönen Künste
und holte Dichter und Gelehrte an den Hof von Ferrara.
Die Titelrolle besetzte Christian-Jaque mit Martine
Carol, sie wäre im Mai 2010 90 Jahre alt geworden.
Die französische Schauspielerin begann ihre
Laufbahn als Fotomodell, 1941 drehte sie den ersten
ihrer über 40 Filme. Aber erst, als sich der
Regisseur Christian-Jacque ihrer annahm, begann
ihre große Karriere. In Filmen wie "Liebenswerte
Frauen" (1952) konnte sie ihre "Schönheit
ausstellen und bis an die Grenze des damals Erlaubten
gehen" (Internationales Filmlexikon). In den
frühen 50er-Jahren war sie Frankreichs Sexsymbol
und die populärste Schauspielerin. Sie feierte
Erfolge mit "Lucrezia Borgia" (1953),
"Madame Dubarry" (1954), "Nana"
(1955) und "Natalie" (1959). Zwei ihrer
schönsten Rollen spielte sie in René
Clairs "Die Schönen der Nacht" (1952)
und 1954 in Max Ophüls "Lola Montez".
Mit dem Aufstieg von Brigitte Bardot zu Frankreichs
neuem Sexidol begann ihr Ruhm zu verblassen. Sie
starb 1967, erst 46 Jahre alt, an einem Herzinfarkt.
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