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Paris 1792, es ist der Vorabend des revolutionären
Angriffs auf die Tuilerien. Eine Gruppe von Patrioten
erzwingt sich mit Hilfe einer Kanone bei der feschen
jungen Wäscherin Catherine Hubscher, die wegen
der Ungeniertheit ihres Mundwerks "Madame Sans-Gêne"
genannt wird, "freie" Unterkunft. Catherine
holt sich Leutnant Bonaparte zu Hilfe, einen ihrer
Wäschekunden, der aber den Lohn schuldig bleibt.
Der tut allerdings nur so, als würde er helfen.
Doch Catherine einigt sich mit dem anfangs raubeinigen
Anführer, dem Sergeanten Lefebvre, und bevor
der Morgen kommt, sind die beiden ein Paar. Doch
ihr Glück währt nicht lange, was auch
mit dem kleinen Bonaparte zu tun hat. Lefebvre muss
in den Krieg ziehen, aus dem Sergeanten wird ein
Hauptmann, der auf allen Kriegsschauplätzen
dabei ist. Catherine, des Wartens auf ihren Mann
müde, zieht ihm als Marketenderin nach. In
Italien wird sie fündig. Als sie Lefebvre endlich
in die Arme schließen kann, werden die beiden
von den Österreichern gefangen genommen. Doch
gewitzt wie sie sind, können sie sich befreien
und das Munitionsdepot des Feindes in die Luft sprengen.
Die Jahre vergehen, aus Bonaparte wird Napoleon,
Herrscher über ganz Europa. Napoleon hat seinen
treuen Gefolgsmann Lefebvre nicht vergessen und
ihn zum Herzog von Danzig gemacht - und die fesche
Catherine zur Herzogin. Und nun soll Lefebvre sogar
zum König von Westfalen ernannt werden, was
weder Napoleons Schwestern, seinem Bruder Jérôme
noch seinem Berater Fouché gefällt.
So wird das Paar zu einem Gala-Empfang am Hofe geladen
und Catherine aufs höfische "Glatteis"
geführt. Doch sie wäre nicht Madame Sans-Gêne,
wenn sie diesen aufgeblasenen Emporkömmlingen
nicht endlich mal die Wahrheit sagte! Da ist sie
wieder die Pariser Wäscherin, die einst Bonapartes
Hemden wusch und das Herz am rechten Fleck hat.
Ein handfester Skandal, den man in der Presse lanciert
und Napoleon zuträgt. Der verlangt nun von
Lefebvre die Scheidung, da Catherine des Thrones
nicht würdig sei. Doch wieder einmal scheitert
die Intrige an Catherines Temperament. Sie stürzt
zu Napoleon, um sich lauthals zu rechtfertigen.
Dann erkennt er sie wieder, die Wäscherin von
einst, und sie schwelgen in Erinnerungen.
Christian-Jaque verfilmte dieses viel gespielte
Bühnenstück 1961 als pralles Sittengemälde
jener Zeit am Hofe Napoleons. Der Verfilmung vorangegangen
war ein erbitterter Kampf um die Paraderolle der
couragierten Schönheit Catherine: Gina Lollobrigida
und Sophia Loren, gerade frischgebackene Oscarpreisträgerin,
bewarben sich beide um sie. Christian-Jaque entschied
sich für das Energiebündel Sophia Loren
und hielt sich möglichst im Hintergrund, um
dem natürlichen Spiel nicht im Wege zu stehen.
"Das volkstümlich italienische Supergirl"
nannte sie der "Playboy" einst.
In Rom am 20.9.1934 als uneheliche Tochter von Romilda
Villani und Riccardo Scicolone geboren, aber in
Pozzuoli, westlich von Neapel in ärmlichen
Verhältnissen, aufgewachsen, war es zunächst
die ehrgeizige Mutter, die versuchte, aus Sophias
Schönheit Kapital zu schlagen. Mit 16 lernte
sie ihren späteren Ehemann, den 22 Jahre älteren
Filmproduzenten Carlo Ponti, kennen, der sie unter
seine Fittiche nahm. Aber es brauchte einen Regisseur
wie Vittorio De Sica und dessen "Gold von Neapel"
(1954), der aus ihr eine Schauspielerin machte.
Er sagte zu ihr - wie sie in ihren Memoiren schreibt
- "Spiel mit deinem ganzen Körper, mit
dem Leib, den Zehen, den Fingern - alles muss in
Ausdruck umgesetzt werden, nicht nur Stimme und
Gesicht". Bis 1959 stand De Sica sechsmal mit
ihr vor der Kamera, u.a. in "Liebe, Brot und
1000 Küsse", wo sie ihre Konkurrentin
Gina Lollobrigida verdrängte, und "Eine
Frau für schwache Stunden". 1957 ging
die Loren nach Amerika und spielte mit berühmten
Stars wie Cary Grant, Marlon Brando und Clark Gable.
Doch weder "Hausboot" (1958) noch "Es
begann in Neapel" (1960) brachten ihr Starruhm.
Zurück in Italien gelang ihr mit De Sicas "?
und dennoch leben sie" ihr größter
Erfolg. Sie bekam den Oscar und wurde als Weltstar
gefeiert. Die 1960er wurden das "Loren"-Dezennium.
Wieder war es De Sica, der sie in den Welterfolgen
"Boccaccio 70" (1961), in "Gestern,
heute, morgen" (1963), "Hochzeit auf Italienisch"
(1964) und im Melodrama "Sonnenblumen"
(1969) - letztere immer an der Seite ihres Lieblingspartners
Marcello Mastroianni - inszenierte. Ettore Scola
schließlich kreierte 1977 die Charakterdarstellerin
in "Ein besonderer Tag". Sophia Loren
erhielt unzählige Preise, der Höhepunkt
war die Verleihung des Ehren-Oscars 1991.
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