Die Mauern von Malapaga

Italienisch-französischer Spielfilm von 1949
Regie René Clément
Drehbuch Jean Aurenche und Pierre Bost, nach einer Idee von Suso Cecchi D`Amico, Alfredo Guarini und Cesare Zavattini
Musik Roman Vlad
Kamera Louis Page
Darsteller Pierre - Jean Gabin
Marly Manfredi - Isa Miranda
Jeanine Manfredi - Vera Talchi
Giuseppe Manfredi - Andrea Checchi
Bosco, Seemann - Robert Dalban
Maria, Nachbarin - Ave Ninchi
Der Betrüger - Checco Rissone
Dr. Benetti, Zahnarzt - Renato Malavasi
Kommissar - Carlo Tamberlani
und andere

René Cléments Film folgt streng den Regeln des italienischen Neorealismus und entwirft dabei eine beeindruckende Studie über das verzweifelte Sehnen nach Geborgenheit und Glück in einer Welt, die nur Armut und Enttäuschung kennt.

Mit "Die Mauern von Malapaga" konnte Jean Gabin endlich wieder an seine Erfolge der Dreißigerjahre anknüpfen. Er und Isa Miranda spielen ihre Rollen unter Vermeidung jeglicher Klischees. Auf den Filmfestspielen in Cannes 1949 wurde der Film, der auch unter dem Titel "Aufenthalt in Genua" bekannt ist, mit einer Goldenen Palme für die beste Regie und einer Goldenen Palme für Isa Miranda ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt der Streifen den Ehren-Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Pierre hat im Affekt seine Freundin getötet. Als blinder Passagier versucht er nun, von Nizza aus auf einem Frachtschiff nach Südamerika zu gelangen. Doch unerträgliche Zahnschmerzen treiben ihn bei einem Zwischenstopp in Genua vom Schiff. Des Italienischen nicht mächtig, irrt er durch das düstere Hafenviertel der vom Krieg gezeichneten Stadt. Er hat Glück, dass ihn die kleine Jeanine, Französin wie er, zum Zahnarzt bringt; Pech, als ihm ein Ganove Falschgeld andreht und gleichzeitig seine Brieftasche stiehlt. Pierre will sich der Polizei stellen, doch auf dem Revier trifft er die Kellnerin Marly, die Essen anliefert.

Der Hunger und Marlys Einladung in die Hafenkneipe nebenan lassen ihn seinen Vorsatz aufschieben. Marly ist Jeanines Mutter, beide werden von Giuseppe, Marlys Mann, von dem sie sich scheiden lassen will, bedrängt. Pierre, dem das Essen und Marlys Zuwendung gut tun, schöpft neue Hoffnung. Doch ohne Papiere kommt er nicht in den Hafen, so klopft er an bei Marly, die sich in den stillen verschlossenen Mann längst verliebt hat. Er erzählt ihr von seiner Tat, doch sie vertraut ihrer Menschenkenntnis und ihm. Aber auch Jeanine hat sein Geständnis gehört und geht nun auf Distanz zu dem Fremden. Sie lässt nichts unversucht, ihn zur Abreise zu bewegen. Als sie aber spürt, wie sehr ihre Mutter diesem Mann zugetan ist, versucht sie, Pierre zu warnen, als ihm die Polizei dank Giuseppe auf der Spur ist. Während Jeanine ihr "Vorsicht Pierre" an die Kaimauern malt, genießen Marly und Pierre eine Nacht des Glücks.
   

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