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In einer nebligen Nacht verirrt sich ein verarmter
Kaufmann in ein düsteres Schloss, wo er von
einem seltsamen Wesen, halb Tier, halb Mensch, bedroht
wird. Die Bestie verlangt eine seiner drei Töchter,
anderenfalls müsse der Eindringling sterben.
Bella, die Jüngste der drei, opfert sich und
lebt mit der Bestie im verwunschenen Schloss. Allmählich
erkennt sie, dass die Bestie eine sanfte, gutmütige
Seele hat, die man einfach nur lieben kann. Doch
dann droht Unheil von ihren neidischen und habgierigen
Geschwistern.
Ein verarmter Kaufmann lebt mit seinem Sohn Ludovic
und seinen drei Töchtern auf dem Land. Die
Schwestern Adélaide und Félicie sind
selbstsüchtig und boshaft und nutzen ihre schöne
und liebenswürdige Schwester Bella als Dienerin
aus. Avenant, Ludovics Freund und genauso nichtsnutzig
wie er, umwirbt das stille Mädchen. Allerdings
verbindet er mit seinem Heiratsantrag auch die Hoffnung
auf Bellas Mitgift, denn Ludovic und er haben große
Schulden beim Wucherer, an den die Zahlung bald
fällig ist. Bellas Vater hofft auf die Ankunft
eines Handelsschiffes. Als er sich auf den Weg begibt,
fragt er seine Töchter, was er ihnen mitbringen
soll. Bella wünscht sich nur eine Rose. Doch
die Reise des Vaters steht unter einem schlechten
Stern. Das Schiff ist nicht angekommen und er muss
bei Nacht und Nebel zurückreiten. Erschöpft
trifft er auf ein seltsames Schloss, wo er zwar
einen gedeckten Tisch vorfindet, aber keine Menschenseele.
Als er am nächsten Morgen im verwilderten Garten
die Rose für Bella pflückt, erscheint
die Bestie - ein Grauen erregendes Wesen, halb Tier,
halb Mensch. Die Bestie ist erzürnt, und der
Vater soll seine Tat mit dem Leben bezahlen, es
sei denn, eine seiner Töchter ist bereit, für
ihn zu büßen und aufs Schloss zu kommen.
Er gibt dem Vater sein Pferd "Windsbraut"
und drei Tage Zeit für eine Entscheidung. Zu
Hause angekommen, erzählt der Vater seine Geschichte.
Während die anderen streiten, ist für
Bella klar, dass sie aufs Schloss zieht. In aller
Herrgottsfrühe reitet sie mit "Windsbraut"
los. Als sie der Bestie ansichtig wird, fällt
sie in Ohnmacht, so sehr erschreckt sie der Anblick
des behaarten Wesens mit den Krallenpfoten. Doch
allmählich fasst sie Zutrauen zur Bestie. Sie
trifft sie immer zum Abendbrot, und die Bestie stellt
immer dieselbe Frage: "Bella, willst du meine
Frau werden?". Bella verneint, doch sie weiß
nun, dass die Bestie eine sanftmütige, gute
Seele hat. Doch das Mädchen hat Sehnsucht nach
dem Vater, es spürt, dass er leidet und bittet
die Bestie, für ein paar Tage den Vater besuchen
zu dürfen. Als Bella nach Hause kommt, liegt
der Vater schwer krank im Bett, das Haus ist vom
Wucherer leer geräumt. Die Geschwister lauschen
neidisch ihren Erzählungen. Während der
Vater durch Bellas Anwesenheit gesundet, stehlen
Ludovic und Avenant den Schlüssel zum Schatzpavillon,
den die Bestie Bella als Unterpfand für ihre
Rückkehr gab. Sie machen sich auf den Weg ins
Schloss, um die Schätze zu erbeuten. Bella
aber sieht erschrocken im Zauberspiegel, wie die
Bestie ob ihrer Abwesenheit leidet ...
Die von Jean Cocteau (1889-1963) in stimmungsvollen
Bildern erzählte Fabel über Erscheinung
und Wesen, Hingabe und Treue beruht auf einem Märchen
von Madame Leprince de Beaumont aus dem Jahre 1757.
Der Film gilt als Meisterwerk des poetischen Films
und Vorläufer des Fantasyfilms. "Zu seiner
auch heute noch anhaltenden Wirkung trugen nicht
nur die Darstellungen von Josette Day als Bella
und Jean Marais (in Doppelrolle des "Tiers"/Avenant
[die dritte Rolle spielt er als Prinz - d.R.]),
sondern vor allem die originelle und phantasievolle
optische Gestaltung bei, so der fließende
Übergang von surrealistischen zu realistischen
Szenen" (Cinema-Filmlexikon). Jean Cocteau,
der 1889 geboren wurde, war ein Universalkünstler
- er war Schriftsteller, Maler, Regisseur, Choreograf;
sich selbst sah er vor allem als Dichter. Er war
nacheinander Futurist, Dadaist, Surrealist, Neoklassizist
und manchmal mehreres gleichzeitig. Klaus Mann beschrieb
ihn als "visionärer Clown und clownischer
Visionär", der "wie eine Maschine,
eigens erfunden, unaufhörlich Geistesblitze
hervorzusprudeln" funktioniert. Dem Film widmete
sich Cocteau ab Ende der 1920er Jahre, sein surrealistisches
Debüt "Le sang d'un poète"
(1930) löste zunächst Proteststürme
aus. In den 1940er Jahren schrieb er mehrere Drehbücher,
"Es war einmal - Die Schöne und die Bestie"
war seine zweite Regiearbeit. Die Hauptrolle hatte
er Jean Marais, seinem langjährigen Lebensgefährten,
ebenso auf den Leib geschrieben wie in vielen weiteren
seiner Filme.
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