Die Hure des Königs

Spielfilm aus Frankreich, Italien, Großbritannien und Österreich von 1990
Regie Axel Corti
Drehbuch Daniel Vigne, Frederic Raphael und Axel Corti, nach dem Roman von Jacques Tournier
Musik Gabriel Yared, nach Themen von J. S. Bach und W. A. Mozart
Kamera Gernot Roll
Darsteller König Vittorio Amadeo - Timothy Dalton
Jeanne de Luynes/di Verua - Valeria Golino
Alessandro di Verua - Stéphane Freiss
Charles de Luynes - Robin Renucci
Verwitwete Contessa di Verua - Margaret Tyzack
Königin - Eleanor David
Scaglia - Feodor Chaliapin
Herzog de Luynes - Paul Crauchet
Prinz Vittorio - Leonardo Ruta
Priester im Beichtstuhl - Arnoldo Foà
und andere

Piemont, Ende des 17. Jahrhunderts. Die adlige Familie des französischen Herzogs de Luynes ist so verarmt, dass er zwei seiner bildschönen Töchter ins Kloster schicken muss. Mehr Glück hat Jeanne, die jüngste. Alessandro, Graf von Verua, verliebt sich in sie und bittet um ihre Hand. Gemeinsam gehen sie an den Hof von Vittorio Amedeo, König von Piemont, dessen königlicher Kammerherr Alessandro ist. Schon als die hübsche, temperamentvolle Jeanne dem König vorgestellt wird, verschlingt er sie mit den Augen. Noch lässt er ihr Zeit. Jeanne wird schwanger und genießt ihr Ehe- und Mutterglück. Dies ist dem König ein zusätzlicher Stachel, er wird krank vor Eifersucht. Allmählich wird es eng für Jeanne - ihr Alessandro wird in angeblich geheimer Mission nach Spanien geschickt. Seine Familie, ebenso wie die Königin bedrängen sie, dem König zu Diensten zu sein, denn die Leidenschaft des Königs für sie sei zur Staatsaffäre des ganzen Königreichs geworden. Noch wehrt sich Jeanne, doch als sie merkt, dass ihr Mann wegschaut und ihr der kleine Sohn weggenommen wird, gibt sie auf. Sie wird des Königs Geliebte und sie nutzt - tief verletzt - ihre neue Macht zur gnadenlosen Rache an ihrem Mann und dessen gesamter Familie, die sie durch geschickte Intrigen zugrunde richtet.

Justament zu dem Zeitpunkt, da Frankreich dem Königreich Piemont den Krieg erklärt, wird Jeanne Opfer der Pockenepidemie. Der König pflegt sie aufopferungsvoll, er weicht nicht von ihrer Seite und vernachlässigt seine Regierungsgeschäfte. So wird Jeanne gesund, der Krieg hingegen ist verloren. Unter den Franzosen, die ins Land kommen, ist auch Charles, Jeannes Bruder. Jeanne will zurück nach Frankreich, sie will noch einmal neu beginnen. Heimlich schafft sie teure Bilder und Juwelen beiseite, heimlich plant sie mit Hilfe ihres Mannes die Flucht. Doch nur Jeanne schafft es, ihren Verfolgern zu entkommen. Alessandro und ihr kleiner Sohn bleiben in Italien. Den König trifft ihre Flucht ins Herz. In seiner Verzweiflung zwingt er Alessandro zum Kampf auf Leben und Tod. Alessandro stirbt, der König wird schwer verletzt. Fortan ist er an ein überdimensionales Holzgestell gefesselt, um überhaupt aufrecht sitzen zu können. In dem Moment, als der König die Macht an seinen Sohn Prinz Vittorio übergeben will, taucht Jeanne auf. In der Ferne ist ihr bewusst geworden, dass sie den König liebt, doch es ist zu spät ...

Ein Drama um Liebe und Leidenschaft, Intrigen und Staatsraison, das der österreichische Regisseur Axel Corti nach dem Roman "Jeanne - Die Hure des Königs" von Jacques Tournier in opulente Bilder umsetzte. Das Cinema-Filmlexikon lobt: "Aufwendig inszeniert und stimmungsvoll fotografiert, überzeugt der Film durch seine vielfältigen inneren Bezüge und Sinnbilder. Sehenswert ist die eindrucksvolle Leistung des Hauptdarstellers, der die Verstrickungen nuancenreich auffächert". Der Hauptdarsteller ist kein Geringerer als Timothy Dalton, der vor allem durch seine Rolle als vierter James-Bond-Darsteller berühmt wurde. Dalton spielt aber vor allem Theater. Er gehört zu den renommiertesten Shakespeare-Darstellern Englands. Jeanne wird eindrucksvoll von Valeria Golino gespielt. Die gebürtige Neapolitanerin wurde 1988 mit "Rain Man" bekannt. Sie pendelt zwischen Italien und Hollywood, wo sie u.a. in "Hot-Shots" (beide Teile) und "Leaving Las Vegas" Erfolge feierte. Sie wurde mehrfach mit dem italienischen Filmpreis David di Donatello ausgezeichnet.
   

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