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Der gutmütige Marmeladenfabrikant Theodor Hagemann
steht unter dem Pantoffel seiner Frau Rosa. Während
sie mit strenger Hand die Geschäfte führt,
betätigt er sich als großzügiger
Mäzen verkannter Künstler. Zu Hause stapeln
sich die unverkäuflichen Lyrikbände eines
gewissen Amadeus Bröselmann, für die er
bürgte. Ein Herz hat Theo auch für die
mittellose Sängerin Lilo, die er vor dem Gerichtsvollzieher
rettet. Nachdem er auch noch seine Uhr und sein
goldenes Zigarettenetui verpfändet hat, zieht
er mit einem Handkarren voll Marmelade los, um sich
Geld für eine Pferdewette zu verdienen.
Natürlich verliert er alles und nimmt in seiner
Not einen Job im Nobelhotel "Schwarzer Adler"
an. Hoteldirektor Noll setzt den Neuen als Zimmerkellner
im Nachtdienst ein. Dabei zerdeppert Theo das gesamte
Porzellan, doch der Direktor ist begeistert: Das
Geschirr war potthässlich, endlich kann er
neues kaufen. Früher als erwartet, kehrt Theos
Frau Rosa von einer Geschäftsreise zurück
und steigt ausgerechnet im "Schwarzer Adler"
ab. Bis der ständig müde Theodor seine
strenge Gattin in die Schranken - bzw. in die Küche
- verweisen und seine Tochter Jenny mit einem verkrachten
Künstler vermählen kann, geschehen noch
eine Reihe von "Misstümern und Irrverständnissen".
Mit dieser quirligen Neuverfilmung des gleichnamigen
Veit-Harlan-Films von 1936 schaffte Heinz Erhardt
seinen Durchbruch als Star des deutschen Nachkriegsfilms.
Erstmals wird eine Komödie perfekt auf ihn
zugeschnitten und lebt von seinen unnachahmlichen
Kalauern, Zungenbrechern und Nonsensversen. Die
Figur des linkisch-liebenswürdigen Menschenfreundes,
der mit seinem nur scheinbar harmlosen Wortwitz
gegen die Moden und Mentalitäten der Wirtschaftswunderepoche
opponiert, ist in diesem kurzweiligen Film bereits
perfekt ausgeprägt.
Das MDR FERNSEHEN sendete "Der müde Theodor"
anlässlich des 30. Todestages von Heinz Erhardt
am 5. Juni 2009. Der Schauspieler, Humorist, Chansonnier
und Dichter war Deutschlands beliebtester Komiker
in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts,
im Jahr 2007 belegte er in der ZDF-Sendung "Unsere
Besten - Komiker & Co." den 2. Platz hinter
Loriot. In Riga geboren und bei den Großeltern
dort aufgewachsen, sollte er eigentlich die Musikalienhandlung
und Konzertagentur des Großvaters übernehmen.
Doch es zog ihn in die Welt. 1927 und 1928 absolvierte
er eine Lehre im größten Leipziger Musikhaus
und studierte nebenbei am Konservatorium Klavier.
Nach seiner Rückkehr nach Riga stellten sich
erste Erfolge am Deutschen Schauspielhaus ein, 1938
bekam er ein Engagement am renommierten Berliner
"Kabarett der Komiker".
Nach dem Krieg startete Heinz Erhardt in Hamburg
einen Neuanfang und moderierte 1946 die Unterhaltungssendung
"So was Dummes" im Radio. Ein Jahr darauf
spielte er wieder Theater in Hamburg. Mit der Komödie
"Lieber reich aber glücklich" gelang
ihm der Durchbruch. Zehn Jahre später startete
er mit der Hauptrolle in dem Streifen "Der
müde Theodor" seine Kinokarriere. In den
folgenden 15 Jahren wirkte Erhardt in insgesamt
39 Filmen mit. Dabei spielte er gern den etwas verwirrten,
schüchternen Familienvater oder Onkel, der
häufig Unsinn erzählt - ob als Wortspiel
oder verdrehte Redewendung.
Er verfasste seine witzigen Streiche und Sketche
auch in Buchform, 1963 erschien das erste Werk mit
dem Titel "Noch'n Gedicht". Es folgten
weitere Gedichtbände und der Sammelband "Das
große Heinz Erhardt Buch" - allesamt
Bestseller. Ein Schlaganfall im Jahr 1971 setzte
der Karriere des Komikers ein jähes Ende. Anlässlich
seines 70. Geburtstags im selben Jahr wurde er mit
dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik
Deutschland ausgezeichnet.
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