Ohne Haut

Italienischer Spielfilm von 1994
Regie Alessandro D'Alatri
Drehbuch Alessandro D'Alatri
Musik Moni Ovadia und Alfredo Lacosegliaz
Kamera Claudio Collepiccolo
Darsteller Gina Frigeni - Anna Galiena
Riccardo Starani - Massimo Ghini
Saverio Rovetti - Kim Rossi Stuart
Amalia Rovetti - Maria Grazia Grassini
Commissario - Lucio Allocca
Rossana, Ginas Freundin - Paola Tiziana Cruciani
Ginas Mutter - Leila Durante
Dr. Stefania Crispi - Patrizia Piccinini
und andere

Die bildhübsche Postangestellte Gina Frigeni und der Busfahrer Riccardo Starani leben seit längerem zusammen, haben gemeinsam den vierjährigen Sohn Enrico. Alles läuft in geregelter, friedlicher Bahn, einziger Störenfried ist Riccardos Noch-Ehefrau Paola, die ihn immer wieder mit Geldforderungen quält und die Scheidung verweigert. Eines Tages erhält Gina den poetischen Brief eines Unbekannten, der sich Saverio nennt, es ist der Beginn einer Kette von Briefen und Geschenken. Riccardo ist eifersüchtig, doch Gina gelingt es, ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen. Doch als Saverio persönlich auftaucht, spitzt sich die Situation zu. Der junge manisch-depressive Mann, der bei seiner Mutter Amalia Rovetti lebt, investiert all seine Gefühle in das Objekt seiner Begierde.

Riccardo versucht, Saverio aus dem gemeinsamen Leben mit Gina zu entfernen, das bis jetzt eine sichere Zuflucht für ihn war. Doch Saverio ist hartnäckig. Zunächst erweckt er nur Ginas Mitleid, aber je mehr Riccardo gegen die Bedrohung durch den Rivalen ankämpft, desto mehr fühlt sie sich von Saverios sensiblem Charakter angezogen. Die Höhen und Tiefen zwischen jubelnder Fröhlichkeit und dunkler Verzweiflung, Symptome der psychischen Erkrankung, seine leidenschaftliche Verehrung, ziehen sie an. Dennoch verbietet sie ihm, sie weiterhin mit Blumen und Briefen zu überschütten. Saverio reagiert auf die Zurückweisung seiner Liebe mit aggressiver Verzweiflung.

Alessandro D'Alatri, Jahrgang 1955, arbeitete als Assistent der berühmtesten Werbefilmer der Welt, bevor er 1984 seine ersten Werbespots selbst produzierte. 1991 drehte er mit "Der rote Amerikaner" seinen ersten Spielfilm, der ihm den Donatello-Preis für das beste Regiedebüt des Jahres und den Golden Globe für die beste Kamera einbrachte. Mit "Ohne Haut" drehte D'Alatri ein einfühlsam gespieltes, melancholisches und anrührendes Drama, in dem das alltägliche Leben plötzlich in Frage gestellt wird. Zugleich ist "Ohne Haut" eine sensible Reflexion über die gesellschaftliche Definition der Begriffe "gesund" und "krank".
   

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