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Die kleine Edith kommt im Pariser Armenviertel Belleville
zur Welt. Vernachlässigt von ihrer Mutter,
einer Straßensängerin, wächst sie
im Bordell ihrer Großmutter auf. Sie muss
Hunger leiden und verliert durch eine langwierige
Erkrankung beinahe ihr Augenlicht. Später tingelt
das spindeldürre Mädchen mit seinem Vater,
einem meist betrunkenen Akrobaten, durch die Lande,
bis es ihn mit 15 Jahren verlässt und nach
Paris geht. Stets begleitet von ihrer treuen Freundin
Mômone, wird die verwahrloste Gossengöre
dort zufällig von dem Kabarettbesitzer Louis
Leplée entdeckt. Er ebnet ihr den Weg auf
die Bühne und gibt ihr den Künstlernamen
Piaf, der ihr Markenzeichen werden soll.
Die fragile Sängerin wird eine lokale Berühmtheit,
doch nach der mysteriösen Ermordung ihres Mentors
verdächtigt die Polizei sie der Mittäterschaft.
Sie fällt in Ungnade, verlässt Paris und
wagt einen Neuanfang mit ihrem strengen Lehrer und
Förderer Raymond Asso, der ihren Gesang und
ihre Ausdruckskraft schult. Dadurch gelingt ihr
der große künstlerische Durchbruch. Privat
jedoch stürzt die exzessive Künstlerin
sich in zahlreiche Liebesaffären und selbstzerstörerische
Alkohol- und Drogenexzesse. Ihr einziges Kind stirbt
an Meningitis. Edith macht sich daran, Amerika mit
ihrer Musik zu erobern, eine Aufgabe, an der sie
beinahe zerbricht. Als die große Liebe ihres
Lebens, der Boxer Marcel Cerdan, bei einem Flugzeugabsturz
umkommt, verliert die labile Sängerin vollends
den Halt.
"La môme", Spatz, nannten ihre Bewunderer
Edith Piaf, deren Zerbrechlichkeit mit einer stimmlichen
Leidenschaft kontrastierte, die auch das härteste
Gemüt bewegte. Olivier Dahans Filmbiografie
ist eine herzzerreißende Hommage an die Piaf,
die 1963 mit 47 Jahren starb und ihr Publikum stets
an ihrem Glanz wie an ihrem Elend teilhaben ließ.
Statt chronologisch vorzugehen, fängt der Film
in assoziativen Rückblenden die Dur- und Moll-Tonlagen
dieser dramatischen Existenz ein und findet den
Schlüssel für ihren ausdrucksstarken Gesang.
Der bis dahin international eher unbekannten Marion
Cotillard gelang eine spektakuläre Verkörperung
Edith Piafs. Für ihre atemberaubende Darstellung
der französischen Nationalheldin wurde sie
2007 mit dem Oscar als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet;
das war erst das zweite Mal, dass die Academy, nach
Sophia Lorens Oscar 1961, die begehrte Trophäe
an eine Darstellerin eines nicht-angelsächsischen
Filmes vergab. Einen zweiten Oscar erhielt der Film
für sein überzeugendes Make-up, dank dem
die 31-jährige Darstellerin sich mühelos
vom 18-jährigen Gossenkind in ein 47-jähriges
Wrack verwandelte.
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