Gefährliche Züge

Spielfilm aus Frankreich und der Schweiz von 1983
Regie Richard Dembo
Drehbuch Richard Dembo
Musik Gabriel Yared
Kamera Raoul Coutard
Darsteller Akiva Liebskind - Michel Piccoli
Pavius Fromm - Alexandre Arbatt
Marina Fromm - Liv Ullmann
Henia Liebskind - Leslie Caron
Felton - Wojciech Pszoniak
Miller - Jean-Hugues Anglade
Tac-Tac - Daniel Olbrychski
Puhl - Bernhard Wicki
Foldes - Hubert Saint-Macary
Kerossian - Michel Aumont
und andere

Der Russe Akiva Liebskind ist unangefochtener Weltmeister im Schachspiel. Nun aber steht ihm sein wohl schwierigstes Duell bevor: Der russische Großmeister Pavius Fromm, dem die Flucht nach Westeuropa geglückt ist, fordert ihn zu einem Titelkampf heraus. Trotz eines kürzlich erlittenen Herzinfarkts nimmt Liebskind die Herausforderung an. Auf neutralem Boden, in Genf, treffen die beiden Kontrahenten aufeinander. Für die russische Seite hat das Duell auch große politische Bedeutung: Beim Schach, dem symbolischen Kriegsspiel der Könige, soll der russische Meister den Dissidenten in die Schranken weisen. Die Regeln des Matchs sind einfach. Wer als Erster sechs Partien gewonnen hat, geht als Weltmeister aus dem Titelkampf hervor. Sowohl Fromm als auch Liebskind bereiten sich akribisch auf die Begegnungen vor. Mit ausgeklügelten Taktiken, aber auch mit psychologischen Tricks versuchen sie, den Gegner aus dem Konzept zu bringen.

Während der introvertierte Liebskind sich keinerlei Schwäche oder Unsicherheit anmerken lässt, gibt der temperamentvolle Fromm sich betont jovial und rebellisch. So provoziert er den Weltmeister immer wieder, indem er zu spät zum Beginn des Turniers erscheint, was beinahe zum vorzeitigen Abbruch eines Spiels führt. Dann wiederum glaubt Fromm, Liebskind wolle ihn mit Hilfe eines Hypnotiseurs manipulieren. Als Fromm nach einer Reihe aufreibender Partien mit fünf zu drei Punkten in Führung geht, geraten Liebskinds Hintermänner in Panik. Um die Selbstsicherheit und Konzentration des Herausforderers zu brechen, lassen sie seine Frau, die er bei seiner Flucht zurücklassen musste, aus Russland einfliegen. Aber noch bevor das Turnier in die entscheidende Runde geht, bricht der angeschlagene Liebskind zusammen. Das Duell wird abgebrochen, Fromm bekommt den Weltmeister-Titel zugesprochen. Aber mit einem solch würdelosen Sieg will er sich nicht zufrieden geben. Heimlich sucht er Liebskind im Krankenhaus auf - für ein letztes Turnier.

Inspiriert von dem legendären Weltmeisterschafts-Duell zwischen Karpow und Kortschnoi erzählt "Gefährliche Züge" ein fesselndes psychologisches Drama um Sport, Ehre und Politik. In den Hauptrollen brillieren Michel Piccoli und Alexandre Arbatt als ungleiche Männer, die durch die gleiche Leidenschaft verbunden sind. Neben Liv Ullmann als Frau von Fromm ist Leslie Caron als Frau von Liebskind zu sehen. Die Französin, die gestern ihren 75. Geburtstag feierte, wurde 1950 von Gene Kelly für seinen Film "Ein Amerikaner in Paris" entdeckt und mit ihrer Rolle der Lise Bouvier über Nacht berühmt. Die ausgebildete Tänzerin bekam einen Sieben-Jahres-Vertrag bei MGM und drehte ein halbes Dutzend Filme, von denen "Lili" (1952), eine gefühlvolle Geschichte über das Erwachsenwerden, am erfolgreichsten war. In den Sechzigerjahren tritt sie vorwiegend in Europa in Musical-Produktionen auf, dann wirkt sie bis in die Achtzigerjahre in mehr als 20 Filmen mit, danach vor allem in TV-Produktionen.
   

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