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Der Russe Akiva Liebskind ist unangefochtener Weltmeister
im Schachspiel. Nun aber steht ihm sein wohl schwierigstes
Duell bevor: Der russische Großmeister Pavius
Fromm, dem die Flucht nach Westeuropa geglückt
ist, fordert ihn zu einem Titelkampf heraus. Trotz
eines kürzlich erlittenen Herzinfarkts nimmt
Liebskind die Herausforderung an. Auf neutralem
Boden, in Genf, treffen die beiden Kontrahenten
aufeinander. Für die russische Seite hat das
Duell auch große politische Bedeutung: Beim
Schach, dem symbolischen Kriegsspiel der Könige,
soll der russische Meister den Dissidenten in die
Schranken weisen. Die Regeln des Matchs sind einfach.
Wer als Erster sechs Partien gewonnen hat, geht
als Weltmeister aus dem Titelkampf hervor. Sowohl
Fromm als auch Liebskind bereiten sich akribisch
auf die Begegnungen vor. Mit ausgeklügelten
Taktiken, aber auch mit psychologischen Tricks versuchen
sie, den Gegner aus dem Konzept zu bringen.
Während der introvertierte Liebskind sich keinerlei
Schwäche oder Unsicherheit anmerken lässt,
gibt der temperamentvolle Fromm sich betont jovial
und rebellisch. So provoziert er den Weltmeister
immer wieder, indem er zu spät zum Beginn des
Turniers erscheint, was beinahe zum vorzeitigen
Abbruch eines Spiels führt. Dann wiederum glaubt
Fromm, Liebskind wolle ihn mit Hilfe eines Hypnotiseurs
manipulieren. Als Fromm nach einer Reihe aufreibender
Partien mit fünf zu drei Punkten in Führung
geht, geraten Liebskinds Hintermänner in Panik.
Um die Selbstsicherheit und Konzentration des Herausforderers
zu brechen, lassen sie seine Frau, die er bei seiner
Flucht zurücklassen musste, aus Russland einfliegen.
Aber noch bevor das Turnier in die entscheidende
Runde geht, bricht der angeschlagene Liebskind zusammen.
Das Duell wird abgebrochen, Fromm bekommt den Weltmeister-Titel
zugesprochen. Aber mit einem solch würdelosen
Sieg will er sich nicht zufrieden geben. Heimlich
sucht er Liebskind im Krankenhaus auf - für
ein letztes Turnier.
Inspiriert von dem legendären Weltmeisterschafts-Duell
zwischen Karpow und Kortschnoi erzählt "Gefährliche
Züge" ein fesselndes psychologisches Drama
um Sport, Ehre und Politik. In den Hauptrollen brillieren
Michel Piccoli und Alexandre Arbatt als ungleiche
Männer, die durch die gleiche Leidenschaft
verbunden sind. Neben Liv Ullmann als Frau von Fromm
ist Leslie Caron als Frau von Liebskind zu sehen.
Die Französin, die gestern ihren 75. Geburtstag
feierte, wurde 1950 von Gene Kelly für seinen
Film "Ein Amerikaner in Paris" entdeckt
und mit ihrer Rolle der Lise Bouvier über Nacht
berühmt. Die ausgebildete Tänzerin bekam
einen Sieben-Jahres-Vertrag bei MGM und drehte ein
halbes Dutzend Filme, von denen "Lili"
(1952), eine gefühlvolle Geschichte über
das Erwachsenwerden, am erfolgreichsten war. In
den Sechzigerjahren tritt sie vorwiegend in Europa
in Musical-Produktionen auf, dann wirkt sie bis
in die Achtzigerjahre in mehr als 20 Filmen mit,
danach vor allem in TV-Produktionen.
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