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Die schöne Geschichtsprofessorin Rosa Maria
unternimmt mit ihrer kleinen Tochter Maria Joana
eine Reise, um sich mit ihrem Mann in Bombay zu
treffen. Sie nimmt aber nicht das bequeme Flugzeug,
sondern bucht eine ausgedehnte Mittelmeer-Kreuzfahrt.
Denn endlich einmal will sie mit eigenen Augen all
die historischen Orte sehen, die sie bisher nur
aus Büchern kennt. Von Lissabon aus geht die
Reise über Marseille, Pompeji und die Akropolis
bis hin zu den Pyramiden von Gizeh. In der Rolle
einer geduldigen Fremdenführerin erklärt
Rosa Maria ihrer wissbegierigen Tochter dabei das
Fundament des abendländischen Bildungsguts.
Höhepunkt der Reise ist schließlich ein
Tischgespräch auf dem Luxusdampfer. Der galante
amerikanische Kapitän John Walesa macht Rosa
Maria mit Delfina, Francesca und Helena bekannt.
Zwischen den eloquenten Frauen entwickelt sich ein
angeregtes, doppelzüngiges Gespräch -
bis der Dampfer aufgrund einer Bombendrohung augenblicklich
geräumt werden muss. Verzweifelt sucht Rosa
Maria das Schiff nach ihrer verschwundenen Tochter
ab.
"Um Filme Falado - Reise nach Bombay"
ist das kulturelle Vermächtnis des portugiesischen
Altmeisters Manoel de Oliveira. Sein streng komponierter,
hoch gebildeter Film ist ein elegantes, feinsinniges
Lied auf die Kultur des alten Europa und zugleich
ein melancholischer Abgesang auf die traditionellen
Werte der westlichen Zivilisation. Wie im wahren
Leben wird die filmische Mußestunde jäh
unterbrochen durch den Einbruch des Terrors. Wie
nebenbei lässt Oliveira dabei Berühmtheiten
wie John Malkovich, Irene Papas, Catherine Deneuve
und Stefania Sandrelli auftreten, die sich aber
ganz und gar nicht wie Stars benehmen.
Manoel de Oliveira beging am 11. Dezember 2008 seinen
100. Geburtstag, seit 2001 gilt er als ältester
noch aktiver Regisseur und der einzige, der schon
zur Stummfilmzeit gearbeitet hat. Seinen ersten
Film drehte er 1931, es folgten zahlreiche Dokumentarfilme,
im Jahr 1942 entstand sein erster Spielfilm "Aniki
Bóbó", doch der Film war ein
Misserfolg. Erst 1963 setzte Oliveira seine Regiearbeit
fort und wurde mit mehr als 20 Spielfilmen, die
sich durch eine komplexe und poetische Erzählweise
auszeichnen, zum bekanntesten Filmemachers Portugals
und darüber hinaus zu einem der wichtigsten
und einflussreichsten Vertreter des europäischen
Kinos. Zu seinen hervorragenden Filmen gehören
"Vergangenheit und Gegenwart" (1972),
"Francisca" (1981) und eben "Um Filme
Falado", der international auch unter dem englischen
Titel "A Talking Picture" (2003) bekannt
wurde.
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