Um Filme Falado - Reise nach Bombay

Spielfilm aus Portugal, Frankreich und Italien von 2003
Regie Manoel de Oliveira
Drehbuch Manoel de Oliveira
Musik  
Kamera Emmanuel Machuel
Darsteller Rosa Maria - Leonor Silveira
Kapitän John Walesa - John Malkovich
Helena - Irene Papas
Delfina - Catherine Deneuve
Francesca - Stefania Sandrelli
Portugiesischer Schauspieler - Luís Miguel Cintra
Maria Joana - Filipa de Almeida
Fischer - Michel Lubrano di Sbaraglione
Priester - Nikos Hatzopoulos
und andere

Die schöne Geschichtsprofessorin Rosa Maria unternimmt mit ihrer kleinen Tochter Maria Joana eine Reise, um sich mit ihrem Mann in Bombay zu treffen. Sie nimmt aber nicht das bequeme Flugzeug, sondern bucht eine ausgedehnte Mittelmeer-Kreuzfahrt. Denn endlich einmal will sie mit eigenen Augen all die historischen Orte sehen, die sie bisher nur aus Büchern kennt. Von Lissabon aus geht die Reise über Marseille, Pompeji und die Akropolis bis hin zu den Pyramiden von Gizeh. In der Rolle einer geduldigen Fremdenführerin erklärt Rosa Maria ihrer wissbegierigen Tochter dabei das Fundament des abendländischen Bildungsguts.

Höhepunkt der Reise ist schließlich ein Tischgespräch auf dem Luxusdampfer. Der galante amerikanische Kapitän John Walesa macht Rosa Maria mit Delfina, Francesca und Helena bekannt. Zwischen den eloquenten Frauen entwickelt sich ein angeregtes, doppelzüngiges Gespräch - bis der Dampfer aufgrund einer Bombendrohung augenblicklich geräumt werden muss. Verzweifelt sucht Rosa Maria das Schiff nach ihrer verschwundenen Tochter ab.

"Um Filme Falado - Reise nach Bombay" ist das kulturelle Vermächtnis des portugiesischen Altmeisters Manoel de Oliveira. Sein streng komponierter, hoch gebildeter Film ist ein elegantes, feinsinniges Lied auf die Kultur des alten Europa und zugleich ein melancholischer Abgesang auf die traditionellen Werte der westlichen Zivilisation. Wie im wahren Leben wird die filmische Mußestunde jäh unterbrochen durch den Einbruch des Terrors. Wie nebenbei lässt Oliveira dabei Berühmtheiten wie John Malkovich, Irene Papas, Catherine Deneuve und Stefania Sandrelli auftreten, die sich aber ganz und gar nicht wie Stars benehmen.

Manoel de Oliveira beging am 11. Dezember 2008 seinen 100. Geburtstag, seit 2001 gilt er als ältester noch aktiver Regisseur und der einzige, der schon zur Stummfilmzeit gearbeitet hat. Seinen ersten Film drehte er 1931, es folgten zahlreiche Dokumentarfilme, im Jahr 1942 entstand sein erster Spielfilm "Aniki Bóbó", doch der Film war ein Misserfolg. Erst 1963 setzte Oliveira seine Regiearbeit fort und wurde mit mehr als 20 Spielfilmen, die sich durch eine komplexe und poetische Erzählweise auszeichnen, zum bekanntesten Filmemachers Portugals und darüber hinaus zu einem der wichtigsten und einflussreichsten Vertreter des europäischen Kinos. Zu seinen hervorragenden Filmen gehören "Vergangenheit und Gegenwart" (1972), "Francisca" (1981) und eben "Um Filme Falado", der international auch unter dem englischen Titel "A Talking Picture" (2003) bekannt wurde.
   

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