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Carrie White ist von ihrer frömmelnden Mutter,
für die alles Sexuelle sündhaft und teuflisch
ist, niemals aufgeklärt worden. So reagiert
das junge Mädchen mit einem Schock, als es
nach einer Sportstunde unter der Dusche in der Schule
seine erste Monatsblutung bekommt. Carries Mitschülerinnen
verhöhnen die ohnehin Ungeliebte erbarmungslos.
Miss Collins, die Sportlehrerin, möchte Carrie
helfen, begeht aber einen schweren Fehler, als sie
die anderen Mädchen der Klasse für deren
Gemeinheiten hart bestraft. Um sich an Carrie zu
rächen, schmiedet Chris mit ihrem Freund Billy
ein grausames Komplott: Tommy Ross muss die völlig
überraschte Carrie zum Jahresabschlussball
einladen. Dort erlebt sie im Augenblick ihres scheinbar
ersten Triumphs eine neue, schreckliche Demütigung.
In dieser unerträglichen Situation setzt das
gepeinigte Mädchen seine telekinetischen Kräfte
ein, die es in der Pubertät entwickelt hat,
und verwandelt den Saal in ein Inferno.
Zwei Männer, heute weltberühmt, aber damals
noch unbekannte Anfänger, taten sich 1976 zusammen
und schufen einen der besten Gruselthriller: Stephen
King und Brian de Palma. Beim Schreiben soll sich
der Schriftsteller entsetzlich gequält haben,
und die Story soll fast im Müll gelandet sein.
Heute ist der "Herr des Horrors" einer
der bekanntesten Autoren der Welt und viele seiner
Romane wurden verfilmt ("Shining", "Christine",
"Friedhof der Kuscheltiere" u. a.). Doch
keiner ist so brillant inszeniert wie Brian de Palmas
erster großer Kinoerfolg.
Hervorhebenswert de Palmas Einsatz von Musik (Pino
Donaggio) und die suggestive Fotografie seines Kameramanns
Mario Tosi. Den technischen Leistungen ebenbürtig
sind die Darsteller: Die damals 27-jährige
Sissy Spacek ist als 15-jähriger Teenager ebenso
überzeugend wie Piper Laurie nach 15 Jahren
Filmabstinenz als von religiösem Wahn beseelte
Mutter. Beiden wurde eine Oscar-Nominierung zuteil.
Betty Buckley und Amy Irving gaben hier ihr Filmdebüt.
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