Der Swimmingpool

Französisch-italienischer Spielfilm von 1968
Regie Jacques Deray
Drehbuch Jean-Emmanuel Conil, Jean-Claude Carrière und Jacques Deray
Musik Michel Legrand
Kamera Jean-Jacques Tarbès
Darsteller Marianne - Romy Schneider
Jean-Paul - Alain Delon
Henry - Maurice Ronet
Penelope - Jane Birkin
Inspektor Leveque - Paul Crauchet
Emilie, Haushälterin - Suzie Jaspard
u. a.

Marianne und Jean-Paul verleben ihre Ferien im Landhaus eines verreisten Freundes bei St. Tropez. In malerischer Abgeschiedenheit frönen sie ihrer Liebe und Leidenschaft. Doch dann kündigt sich unerwartet ein alter Freund der beiden an und taucht wenig später mit seiner schönen 18-jährigen Tochter Penelope bei ihnen auf. Henry, ein Plattenproduzent, ist mit Jean-Paul seit Jugendjahren befreundet und Marianne war einst seine Geliebte.

Von der Existenz seiner Tochter wussten beide bislang nichts, "eine Jugendsünde" - so klärt Henry sie auf. Spontan lädt Marianne beide ein, ein paar Tage zu bleiben. Doch schnell stellen sich Spannungen ein. Henry lässt Jean-Paul, der als Schriftsteller gescheitert ist, seine unverhohlene Verachtung spüren, gleichzeitig flirtet er mit Marianne. Jean-Paul beobachtet das verunsichert, Penelope scheint alles nicht zu interessieren. Als Henry nach einem Ausflug nach St. Tropez mit einer Horde von Freunden zu einer Spontanparty ins Sommerhaus einfällt, lassen er und Marianne ihre Beziehung sichtbar wieder aufleben. Penelope registriert das ebenso wie Jean-Paul.

Die Stimmung am Morgen danach ist gereizt. Als Marianne dann auch noch mit Henry zum Einkauf aufbricht, bleiben Penelope und Jean-Paul irritiert zurück. Eine Situation, die Marianne offenbar bezweckt hat und die sich für Jean-Paul ins Schmerzliche steigert, als ihm Penelope erzählt, wie wenig ihr Vater von Jean-Paul und seiner Beziehung zu Marianne hält. Nun verlassen auch die beiden das Haus, um spätabends zurückzukehren. Aus dem Spiel mit Gefühlen ist - wenn auch immer noch unterschwellig - bitterer Ernst geworden.

Henry kündigt seine Abreise am nächsten Tag an, auch Jean-Paul will das Landhaus verlassen. Doch zuvor ertränken beide Männer ihren Frust im Alkohol - Henry bei Freunden, Jean-Paul allein am Swimmingpool. Als Henry frühmorgens zurückkehrt und mit seinem Auto das Tor rammt, kommt es zwischen beiden zum offenen Streit. Henry schlägt Jean-Paul und fällt in den Swimmingpool. Endlich kann ihm Jean-Paul beweisen, wer der Stärkere von beiden ist. Marianne findet Henrys Leiche am nächsten Morgen. Obwohl die polizeiliche Untersuchung einige Zweifel an der Unfallversion erbringt, kann Inspektor Leveque Jean-Paul nichts nachweisen. Auch Marianne schweigt. Es ist der Beginn ihrer gemeinsamen Hölle ...

"Der Swimmingpool" ist eine Vierecksgeschichte voller prickelnder Erotik und intensiver Gefühle, die an einem einzigen Schauplatz spielt. Im gleißenden Sonnenlicht Südfrankreichs zelebrieren die exzellenten Schauspieler Romy Schneider, Jane Birkin, Alain Delon und Maurice Ronet ein Drama um Liebe und Hass, das sich vorwiegend in ihren Minen und Gesten widerspiegelt.

Der Film ist in Frankreich ein Riesenerfolg und verhilft Romy Schneider zum ersehnten Comeback. Sie hatte die Rolle der Marianne nur dank der Beharrlichkeit von Alan Delon und von Regisseur Jacques Deray bekommen, denn ihr Ansehen sinkt Mitte der 1960er-Jahre auf einem Tiefpunkt. Sie hadert noch immer mit ihrem glatten Image, das ihr seit ihren Anfängen als "Sissi" anhaftet und ihre Flucht nach Frankreich, zu ihrem Freund Alan Delon, bringt ihr nur kurzzeitig Erfolg.

Als Delon sie 1963 verlässt, stürzt sie in eine große persönliche Krise und auch die ernstzunehmenden Rollenangebote bleiben aus. "Der Swimmingpool" hat auch noch einen zweiten Effekt. Bei der Nachsynchronisation trifft sie zufällig Claude Sautet. Er ist sofort von ihr eingenommen, besetzt sie in "Die Dinge des Lebens" (1970). Sautet erzählt: "Romy ist keine gewöhnliche Schauspielerin, sie steht sehr hoch am Firmament. Sie hat diese Vielschichtigkeit, die nur ganz große Stars haben.

Ich habe sie hinter der Kamera gesehen, konzentriert, nervös, mit einer Vornehmheit und Impulsivität, einer inneren Haltung, von der Männer sich bedrängt und gestört fühlen". Zwischen beiden entwickelt sich eine große Freundschaft, vier weitere gemeinsame Filme, u.a. "Das Mädchen und der Kommissar" (1970) folgen. Romy Schneider erobert die Herzen der Franzosen und wird zur gefeierten Charakterdarstellerin. Als 1976 der französische "Oscar" zum ersten Mal vergeben wird, erhält sie ihn für "Nachtblende" (1974), vier Jahre später bekommt sie ihn für "Eine einfache Geschichte" erneut.

Auch in Deutschland wird sie schließlich anerkannt - mit dem Filmband in Gold für die Heinrich-Böll-Verfilmung "Gruppenbild mit Dame" (1977). Ihrem beruflichen Erfolg stehen immer wieder Schicksalsschläge im Privatleben gegenüber, der schlimmste ist der Unfalltod ihres Sohnes David 1981. Kurz nach der Premiere von "Die Spaziergängerin von Sans-Souci", wo sie in einer Doppelrolle brilliert, wird sie in ihrer Pariser Wohnung tot aufgefunden. Sie wird nur 43 Jahre alt.

   

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