... und dennoch leben sie

Spielfilm Italien/Frankreich 1960
Regie Vittorio De Sica
Drehbuch Vittorio De Sica und Cesare Zavattini, nach dem Roman von Alberto Moravia
Musik Armando Trovaioli
Kamera Gábor Pogány
Darsteller Cesira - Sophia Loren
Rosetta - Eleonora Brown
Michele - Jean-Paul Belmondo
Giovanni, Kohlenhändler - Raf Vallone
Florindo, Lastwagenfahrer - Renato Salvatori
Filippo, Micheles Vater - Carlo Ninchi
Ein Faschist - Andrea Checchi
Maria, Michaelas Mutter - Emma Baron
Die Bäuerin - Pupella Maggio
Alessandro - Vincenzo Musolino
Scimmione - Luciano Pigozzi
u. a.

Italien 1944. Das Land befindet sich im Belagerungszustand, die Faschisten kämpfen ihre letzten Schlachten. Auf Rom gehen die Bomben der Alliierten nieder und inmitten des Chaos sorgt sich die verwitwete Cesira, Besitzerin eines kleinen Lebensmittelladens, um ihre zwölfjährige Tochter Rosetta. Als die beiden wieder einmal knapp davongekommen sind, beschließt die ebenso leidenschaftliche wie unerschütterliche Cesira, das Ende des Krieges auf dem Land abzuwarten, in dem Dorf, aus dem sie stammt. Sie vertraut den Laden dem Kohlenhändler Giovanni an, einem alten Freund ihres Mannes, mit dem sie eine heimliche Leidenschaft verbindet. Mit spärlichem Gepäck brechen Mutter und Tochter gen Süden auf. Aber der Zug kommt nicht weit und die beiden müssen den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen - ein beschwerlicher Marsch, bei dem Cesira aufgeht, in welch desolatem Zustand sich das Land befindet. In ihrem Geburtsort San Eufemia findet Cesira von ihren nächsten Verwandten niemanden mehr vor. Aber die Bauern geben den Frauen Unterschlupf und der junge, politisch desillusionierte Student Michele versucht, nicht ganz ohne Hintergedanken, Cesira das Leben zu erleichtern. Die Hoffnung, in San Eufemia "überwintern" zu können, erfüllt sich allerdings nicht. Deutsche Truppen, italienische Faschisten und englische Spione kommen durch das Dorf. Schließlich sind es ausgerechnet Truppen der Befreier, die Cesira und Rosetta auf brutale Weise klarmachen, dass es im Krieg keinen Rückzug und keine Sicherheit geben kann.

"... und dennoch leben sie" hat vielleicht nicht mehr die stilistische Stringenz der frühen neorealistischen Filme von Vittorio De Sica, gilt aber als eine der letzten großen Arbeiten des einflussreichen italienischen Regisseurs: ein durch und durch humanistischer, leidenschaftlicher Blick auf den Krieg und seine ersten Opfer - Frauen und Kinder. Sophia Loren bekam für ihre ungeheuer vitale Darstellung der "barfüßigen Bäuerin" Cesira einen "Oscar" und einen Festivalpreis in Cannes. Der Film basiert auf Alberto Moravias Roman "Cesira".
   

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