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Mit der eleganten Gesellschaftssatire "Das
wilde Schaf" bewies der französische Regisseur
Michel Deville seine Stärke in der Inszenierung
kleiner Geschichten, im Andeuten und Knüpfen
geheimnisvoller Beziehungen. Romy Schneider war
auf einem Karrierehoch. Die Figur der Roberte brachte
ihr einen erneuten Triumph. Es war das dritte Mal,
dass Romy mit Jean-Louis Trintignant vor der Kamera
stand.
Ein Kritiker, der nur Augen für Romy hatte,
bemerkte, "... man muss Regisseur Deville vorwerfen,
den Film nach dem Tod Romys bzw. Robertes noch eine
halbe Stunde weitergeführt zu haben."
Rosemarie Magdalena Albach-Retty, geboren am 23.
September 1938, war die Tochter des Schauspielerehepaares
Magda Schneider und Wolf Albach-Retty. Als Romy
Schneider avancierte sie in 58 Spielfilmen zum größten
internationalen, vielleicht aber auch tragischsten
Star des europäischen Films. Sie starb am 29.
Mai 1982 im Alter von nur 41 Jahren offiziell an
Herzversagen.
Einem geläufigen Spruch zufolge gliedert sich
die Menschheit in Wölfe und Schafe. Nicolas
Mallet (Jean-Louis Trintignant) scheint dabei zu
den Schafen zu gehören. Als der kleine Bankangestellte
eines Tages die hübsche Marie-Paule (Jane Birkin)
anspricht, beginnt jedoch sein Ausbruch aus dem
Pferch und bald entdeckt Nicolas ungeahnte Qualitäten
in sich.
Dazu bedarf es allerdings entschiedener Nachhilfe
durch seinen Freund Fabre (Jean-Pierre Cassel).
Fabre ist als Schriftsteller nicht sonderlich erfolgreich,
aber er hat durchaus Einfälle, auch wenn ihm
gestrenge Kritiker das absprechen. Als Nicolas ihm
gesteht, mit Marie-Paule nur ein Flittchen erobert
zu haben, setzt Fabre den jungen Mann auf die schöne
Roberte (Romy Schneider) an.
Die Frau eines konservativen Philosophieprofessors
ist mit Nicolas viel glücklicher als mit ihrem
ahnungslosen Mann, bleibt aber beileibe nicht seine
einzige Eroberung. Von Freund Fabre planmäßig
gelenkt, steigt er trotz seiner Liebesbeziehung
zu Roberte weiterhin nutzbringend von einem Bett
ins nächste und in der so genannten besseren
Gesellschaft steil aufwärts. Sogar Flora (Florinda
Bolkan), ein Prachtweib mit vielen Neigungen und
besten Beziehungen, fällt ihm zu. Aus dem Schaf
scheint ein Wolf geworden zu sein.
Nicolas zieht politische Fäden, erprobt sich
erfolgreich im Revolverjournalismus und ist schließlich
für jede Korruption, für jede Intrige
gut. Doch dann, nach einem Schäferstündchen
mit Roberte, wird die schwangere Geliebte vor seinen
Augen von ihrem eifersüchtigen Ehemann erschlagen.
Eine große Leere erfasst Nicolas. Schließlich
heiratet er Marie-Paule. Fabre wird das Opfer seiner
eigenen Intrige und begeht nach einer großen
Liebesenttäuschung Selbstmord.
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