Das wilde Schaf

Französisch-italienischer Spielfilm von 1973
Regie Michel Deville
Drehbuch Christopher Frank, nach einem Roman von Roger Blondel
Musik Jose Berghmans, nach Motiven von Camille Saint-Saens
Kamera Claude Lecomte und Robert Foucard
Darsteller Roberte Groult - Romy Schneider
Nicolas Mallet - Jean-Louis Trintignant
Claude Fabre - Jean-Pierre Cassel
Marie-Paule - Jane Birkin
Flora - Florinda Bolkan
Lucien Lourceuil - Georges Wilson
Berthoud - Henri Garcin
Professor Groult - Michel Vitold
u. a.

Mit der eleganten Gesellschaftssatire "Das wilde Schaf" bewies der französische Regisseur Michel Deville seine Stärke in der Inszenierung kleiner Geschichten, im Andeuten und Knüpfen geheimnisvoller Beziehungen. Romy Schneider war auf einem Karrierehoch. Die Figur der Roberte brachte ihr einen erneuten Triumph. Es war das dritte Mal, dass Romy mit Jean-Louis Trintignant vor der Kamera stand.

Ein Kritiker, der nur Augen für Romy hatte, bemerkte, "... man muss Regisseur Deville vorwerfen, den Film nach dem Tod Romys bzw. Robertes noch eine halbe Stunde weitergeführt zu haben."

Rosemarie Magdalena Albach-Retty, geboren am 23. September 1938, war die Tochter des Schauspielerehepaares Magda Schneider und Wolf Albach-Retty. Als Romy Schneider avancierte sie in 58 Spielfilmen zum größten internationalen, vielleicht aber auch tragischsten Star des europäischen Films. Sie starb am 29. Mai 1982 im Alter von nur 41 Jahren offiziell an Herzversagen.

Einem geläufigen Spruch zufolge gliedert sich die Menschheit in Wölfe und Schafe. Nicolas Mallet (Jean-Louis Trintignant) scheint dabei zu den Schafen zu gehören. Als der kleine Bankangestellte eines Tages die hübsche Marie-Paule (Jane Birkin) anspricht, beginnt jedoch sein Ausbruch aus dem Pferch und bald entdeckt Nicolas ungeahnte Qualitäten in sich.

Dazu bedarf es allerdings entschiedener Nachhilfe durch seinen Freund Fabre (Jean-Pierre Cassel). Fabre ist als Schriftsteller nicht sonderlich erfolgreich, aber er hat durchaus Einfälle, auch wenn ihm gestrenge Kritiker das absprechen. Als Nicolas ihm gesteht, mit Marie-Paule nur ein Flittchen erobert zu haben, setzt Fabre den jungen Mann auf die schöne Roberte (Romy Schneider) an.

Die Frau eines konservativen Philosophieprofessors ist mit Nicolas viel glücklicher als mit ihrem ahnungslosen Mann, bleibt aber beileibe nicht seine einzige Eroberung. Von Freund Fabre planmäßig gelenkt, steigt er trotz seiner Liebesbeziehung zu Roberte weiterhin nutzbringend von einem Bett ins nächste und in der so genannten besseren Gesellschaft steil aufwärts. Sogar Flora (Florinda Bolkan), ein Prachtweib mit vielen Neigungen und besten Beziehungen, fällt ihm zu. Aus dem Schaf scheint ein Wolf geworden zu sein.

Nicolas zieht politische Fäden, erprobt sich erfolgreich im Revolverjournalismus und ist schließlich für jede Korruption, für jede Intrige gut. Doch dann, nach einem Schäferstündchen mit Roberte, wird die schwangere Geliebte vor seinen Augen von ihrem eifersüchtigen Ehemann erschlagen. Eine große Leere erfasst Nicolas. Schließlich heiratet er Marie-Paule. Fabre wird das Opfer seiner eigenen Intrige und begeht nach einer großen Liebesenttäuschung Selbstmord.
   

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