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Man schreibt das Jahr 1913. Mainz, die Stadt am
Rhein, steht ganz im Zeichen des Karnevals. Doch
nicht alle feiern, trinken und lachen. In der Abenddämmerung
des Fastnachtssamstag betritt ein junger Mann in
Dragoner-Uniform den Dom. Einem alten Brauch zufolge
erleichtert man an diesem Tag sein Gewissen, bevor
der Alltag wieder beginnt. Er kniet vor dem Beichtstuhl
des Domkapitulars Dr. Henrici nieder, doch kaum
hat er die Anfangsworte des Bekenntnisses gesagt,
bricht die zitternde Stimme ab und der Fremde sinkt
in sich zusammen. Der entsetzte Domherr muss feststellen,
dass im Rücken seines unbekannten Beichtkindes
ein fremdländischer, fein ziselierter Dolch
steckt.
Bald treffen in der Sakristei die Männer zusammen,
die mit der Ermittlung dieses mysteriösen Mordes
zu tun haben, unter ihnen Kriminalrat Dr. Merzbecher
und Oberstaatsanwalt Dr. Classen. Währenddessen
vergnügt sich der Karnevalsprinz, der wohl
angesehene Geschäftsmann Adelbert Panezza,
an der Seite seiner blutjungen Prinzessin Katharina.
Keiner ahnt, dass die beiden eine leidenschaftliche
Affäre verbindet, auch nicht Panezzas erwachsene
Kinder Jeanmarie und Bettine. In diesem Trubel erscheint
plötzlich Viola Toralto, eine Nichte Panezzas
aus dem italienischen Zweig der Familie. Angeblich
will sie nur den Karneval kennen lernen. Warum aber
hat sie kein Gepäck bei sich? Und warum erschrickt
sie zu Tode, als sie von ihrem Vetter Jeanmarie
begrüßt wird, den sie seit ihren Kindertagen
nicht mehr gesehen hat?
Inzwischen wirft die Identität des Ermordeten
Rätsel auf. Bei ihm sind zwar die Papiere eines
gewissen Clemens Bäumler aufgetaucht, doch
jener Clemens ist quicklebendig, wenn auch zurzeit
im Militärgefängnis. Seinen wirren Äußerungen
ist zu entnehmen, dass der Tote sein seit Jahren
verschollener Bruder Ferdinand ist. Clemens bestreitet
jede Schuld am Tod seines Bruders, auch wenn der
seine Rekrutenuniform trägt. Therese Bäumler,
die Mutter der beiden jungen Männer, identifiziert
den Ermordeten tatsächlich als ihren Sohn Ferdinand
und beschuldigt zugleich in wütendem Hass Clemens
des Brudermordes. Beim Karnevalstreiben am Rosenmontag
entdeckt Jeanmarie an einem Schmuckstück von
Viola das gleiche Wappen, das sich auf der Mordwaffe
befand. Was hat das Mädchen, in das er sich
heftig verliebt hat, mit Ferdinand und dem Mord
zu tun? Jeanmaries Vater ist der Erste, der einen
Teil des Geheimnisses lüftet, das alle Beteiligten
mit der dunklen Tat im Dom verbindet. Als ein zweiter
Toter auftaucht, in dem Viola ihren Halbbruder Lolfo
erkennt, bricht auch sie endlich ihr Schweigen ...
"Die Fastnachtsbeichte", 1960 von William
Dieterle (1893-1972) inszeniert, entstand nach der
gleichnamigen Novelle von Carl Zuckmayer. Sie erschien
erst ein Jahr zuvor in Deutschland und wurde mit
Zeitungsvorabdrucken und Besprechungen im Rundfunk
mit großer Aufmerksamkeit bedacht. William
Dieterle, in der Weimarer Republik selbst beim Mainzer
Theater und beim Film tätig, inszenierte nach
seiner Rückkehr aus Hollywood "Die Fastnachtsbeichte"
als seinen letzten Film. Götz George und seine
Mutter Berta Drews, die Witwe von Heinrich George,
sind im Film gleichfalls in einer Mutter-Sohn-Konfiguration
zu sehen. In weiteren Hauptrollen spielen Hans Söhnker,
Gitty Daruga und Christian Wolff.
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