Tief in meinem Herzen

Spielfilm aus den USA von 1954
Regie Stanley Donen
Drehbuch Leonard Spigelgass, nach einer Erzählung von Elliott Arnold
Musik Sigmund Romberg
Kamera George J. Folsey jr.
Darsteller Sigmund Romberg - José Ferrer
Dorothy Donnelly - Merle Oberon
Anna Mueller - Helen Traubel
Lillian Romberg - Doe Avedon
J. J. Shubert - Walter Pidgeon
Florenz Ziegfeld - Paul Henreid
Gaby Deslys - Tamara Toumanova
Bert Townsend - Paul Stewart
Lazar Berrison - David Burns
u. a.

New York 1914. Der Pianist und Komponist Sigmund Romberg spielt im Kaffeehaus "Vienna" seiner guten Freundin Anna Mueller, die wie er aus Österreich nach Amerika eingewandert ist, zum Kaffee auf. Eines Tages taucht Lazar Berrison auf, der Chef einer Musikagentur, um sich Rombergs Lieder anzuhören. Berrison ist wenig begeistert, viel zu altmodisch ist ihm Rombergs Musik, "gepfefferte Tanzmelodien" sind angesagt, schneller Ragtime. Den komponiert Romberg fortan, sein erster Schlager wird 50.000-mal verkauft. Doch Berrison zahlt nur hundert Dollar, das ist dem selbstbewussten Komponisten aus Wien bald zu wenig.

Sigmund Romberg lernt Dorothy Donnelly kennen, eine talentierte Broadway-Librettistin. Sie macht ihn mit den Shubert-Brothers bekannt, Inhabern eines mächtigen Theaterunternehmens. Ihr Manager Bert Townsend nimmt Romberg unter Vertrag. Die erste Revue "The Whirl of the World" entsteht, gefolgt von "Midnight Girl" und "Dancing Around". Mit "Maytime", Walter Kollos Operette "Wie einst im Mai", die Romberg vollständig im amerikanischen Geschmack umarbeitet und deren Schauplatz er von Wien nach New York verlegt, hat er einen Riesenerfolg, das Musical wird 492-mal aufgeführt. Jetzt möchte Romberg endlich mehr künstlerischen Einfluss. Doch mit einem selbst produzierten Musical erntet er großen Misserfolg und viele Schulden.

Er kehrt zu den Shubert-Brothers zurück und er lernt Lilian kennen, in die er sich unsterblich verliebt. Er muss lange um sie kämpfen, bis sie ihn endlich erhört. Die beiden werden ein glückliches Paar, nicht zuletzt auch deshalb, weil ihm Lilian bei seiner Arbeit kritisch zur Seite steht. Weitere Musicals folgen - u.a. "Artists and Models", "The Student Price" und "New Moon". Schließlich gibt Romberg ein Konzert in der berühmten "Carnegie Hall", ein vorläufiger Meilenstein seiner Karriere.

Drei Jahre nach dem Tod von Sigmund Romberg (1887-1951) inszenierte Stanley Conen einen Musikfilm über den Aufstieg des Kaffeehaus-Pianisten zum gefeierten Komponisten. Er beschränkte sich dabei auf die Anfangsjahre. Rombergs Bedeutung liegt vor allem darin, dass er den Schwung der Wiener Operette an den Broadway brachte und sie mit spielerischer Leichtigkeit dem neuen Musikgeschmack anpasste. Es war die Geburt des Musicals, das sich zur eigenständigen amerikanischen Kunstform entwickelte und der Romberg entscheidende kompositorische und dramaturgische Impulse gab. Dargestellt wird er von José Ferrer, der durch seine brillante Spielweise und seine kultivierte Sprache im amerikanischen Kino große Erfolge feierte. In den Film-Musicalszenen sind u.a. Gene und Fred Kelly, Jane Powell und Cyc Charisse zu sehen und zu hören.
   

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