Halbe Treppe

Deutscher Spielfilm von 2002
Regie Andreas Dresen
Drehbuch Andreas Dresen
Musik 17 Hippies
Kamera Michael Hammon
Darsteller Ellen Kukowski - Steffi Kühnert
Uwe Kukowski - Axel Prahl
Chris Düring - Thorsten Merten
Katrin Düring - Gabriela Maria Schmeide
Julia - Julia Ziesche
Jens - Jens Graßmehl
Mascha - Mascha Rommel
Gregor - Gregor Ziesche
Frau in der Parfümerie - Christine Schorn
Bauunternehmer - Miro De Vittoris
u.a.

"Dauerpower vom Powertower", verspricht Chris, der Moderator eines kleinen Privatradios - und das "schon vor sechs Uhr morgens". In Wahrheit fühlt sich der verhinderte Starjournalist durchaus nicht so spritzig, wie er sich am Mikrofon gibt. Dafür ist das Leben in Frankfurt/Oder einfach nicht aufregend genug. Chris' Frau Katrin weist tagsüber die LKW auf einem Parkplatz an der polnischen Grenze ein.

Ihr Freund Uwe betreibt eine Imbissbude namens "Halbe Treppe", während seine Frau Ellen die Kinder versorgt und in einer Parfümerie dazuverdient. In den Beziehungen beider Paare zeigt sich längst ein alltagsbedingter, offenbar unvermeidlicher Verschleiß. Aber die Sehnsucht nach dem Abenteuer, dem etwas Anderen, dem kleinen Glück ist geblieben. Das wird deutlich, als Chris und Ellen eine Affäre beginnen und beide Ehen zur Disposition stehen.
Mit einem kleinen Team und einer Digitalkamera erzählt der Berliner Regisseur Andreas Dresen, der sich bereits mit Filmen wie "Nachtgestalten" und "Die Polizistin" als Spezialist für Grenzgänge zwischen Fiktion und Dokumentarischem profiliert hat und gegenwärtig mit seinem neuesten Film "Sommer vorm Balkon" im Kino sehr erfolgreich ist, eine Geschichte von gewöhnlichen Leuten und unglamourösen Jobs mit Problemen, die die Welt nicht erschüttern werden.

Aber er tut dies auf eine so überraschende, komische, aufrichtige und gefühlvolle Weise, dass dabei ein großer Film entstanden ist. Die besondere Wirkung von "Halbe Treppe", dem Publikumsfavoriten im Wettbewerb der Berlinale 2002, beruht auf der perfekten Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und seinen vier Hauptdarstellern, die im Abspann des Films als Autoren genannt werden. Tatsächlich gab es nur eine Figurenkonstellation, kein Drehbuch - die Dialoge sind weitgehend improvisiert.

Und vielleicht kann nur das Leben selbst Szenen schreiben wie die, in der Katrin ihren Mann mit Ellen in der Badewanne erwischt, "T'schuldigung" sagt und die Tür wieder zuzieht. Der Film wurde in Berlin 2002 mit einem "Silbernen Bären" ausgezeichnet und erhielt schließlich die "Silberne Lola" bei der Deutschen Filmpreisverleihung.
   

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