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"Dauerpower vom Powertower", verspricht
Chris, der Moderator eines kleinen Privatradios
- und das "schon vor sechs Uhr morgens".
In Wahrheit fühlt sich der verhinderte Starjournalist
durchaus nicht so spritzig, wie er sich am Mikrofon
gibt. Dafür ist das Leben in Frankfurt/Oder
einfach nicht aufregend genug. Chris' Frau Katrin
weist tagsüber die LKW auf einem Parkplatz
an der polnischen Grenze ein.
Ihr Freund Uwe betreibt eine Imbissbude namens "Halbe
Treppe", während seine Frau Ellen die
Kinder versorgt und in einer Parfümerie dazuverdient.
In den Beziehungen beider Paare zeigt sich längst
ein alltagsbedingter, offenbar unvermeidlicher Verschleiß.
Aber die Sehnsucht nach dem Abenteuer, dem etwas
Anderen, dem kleinen Glück ist geblieben. Das
wird deutlich, als Chris und Ellen eine Affäre
beginnen und beide Ehen zur Disposition stehen.
Mit einem kleinen Team und einer Digitalkamera erzählt
der Berliner Regisseur Andreas Dresen, der sich
bereits mit Filmen wie "Nachtgestalten"
und "Die Polizistin" als Spezialist für
Grenzgänge zwischen Fiktion und Dokumentarischem
profiliert hat und gegenwärtig mit seinem neuesten
Film "Sommer vorm Balkon" im Kino sehr
erfolgreich ist, eine Geschichte von gewöhnlichen
Leuten und unglamourösen Jobs mit Problemen,
die die Welt nicht erschüttern werden.
Aber er tut dies auf eine so überraschende,
komische, aufrichtige und gefühlvolle Weise,
dass dabei ein großer Film entstanden ist.
Die besondere Wirkung von "Halbe Treppe",
dem Publikumsfavoriten im Wettbewerb der Berlinale
2002, beruht auf der perfekten Zusammenarbeit zwischen
dem Regisseur und seinen vier Hauptdarstellern,
die im Abspann des Films als Autoren genannt werden.
Tatsächlich gab es nur eine Figurenkonstellation,
kein Drehbuch - die Dialoge sind weitgehend improvisiert.
Und vielleicht kann nur das Leben selbst Szenen
schreiben wie die, in der Katrin ihren Mann mit
Ellen in der Badewanne erwischt, "T'schuldigung"
sagt und die Tür wieder zuzieht. Der Film wurde
in Berlin 2002 mit einem "Silbernen Bären"
ausgezeichnet und erhielt schließlich die
"Silberne Lola" bei der Deutschen Filmpreisverleihung.
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