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Sabines Eltern sind schon lange tot und Sabine kann
sich kaum noch an sie erinnern. Im Heim hat sie
Edith gefunden, eine Erzieherin, mit der sie im
Laufe der Jahre eine besonders enge Beziehung verbindet.
Aber die Wärme dieses Verhältnisses findet
ein jähes Ende, als Edith ein "eigenes"
Kind erwartet und das Heim verlässt. Sabine
fühlt sich verraten und spürt den Verlust
ihrer Geborgenheit. Sie verschließt sich ganz
den Bemühungen der Erzieherin, ihr die Situation
verständlich zu machen. Das Mädchen reißt
aus und irrt ruhelos Tage und Nächte durch
Berlin. Ohne genau zu wissen was sie will, worauf
sie eigentlich eine Antwort sucht, beginnt sie die
Menschen zu beobachten, mit denen sie zusammentrifft.
Sie stellt Fragen und sucht bewusst neue, unbekannte
Situationen. Sie erlebt die Freude junger Mütter
über ihre neugeborenen Kinder, eine Beerdigung,
das Gefühl der Einsamkeit, aber auch das der
Befriedigung, auf sich selbst gestellt zu sein.
Sabine beansprucht bei ihrem Streifzug durch Berlin
nicht nur Hilfe, sie lernt sie auch zu geben und
- hin und wieder - ohne sie auszukommen. Was bleibt,
ist die Sehnsucht nach Zuneigung und Wärme,
nach Menschen, von denen sie sich vorbehaltlos angenommen
weiß. Sabine hat sich durch ihre Erfahrungen
von ihrer eifersüchtigen Bindung an Edith befreit,
ohne Edith ganz zu verlieren. Ihr Entschluss, ins
Heim zurückzukehren, ist eine reife, überlegte
Entscheidung. Der Film macht deutlich, dass Kinder
eine eigenständige Persönlichkeit besitzen.
Das Mädchen macht eine nachvollziehbare Entwicklung
durch und kann am Schluss aufgrund neuer Erfahrungen
seine Situation akzeptieren. Besonders hervorragend
ist die Darstellung von Petra Lämmel als Sabine.
Ein äußerst sensibler und ergreifender
Film.
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