Die Brücke am Fluss

Spielfilm USA 1995
Regie Clint Eastwood
Drehbuch Richard LaGravenese, nach dem gleichnamigen Roman von Robert James Waller
Musik Lennie Niehaus
Kamera Jack N. Green
Darsteller Robert Kincaid - Clint Eastwood
Francesca Johnson - Meryl Streep
Carolyn, Tochter - Annie Corley
Michael, Sohn - Victor Slezak
Richard Johnson - Jim Haynie
Betty - Phyllis Lyons
Madge - Debra Monk
Anwalt Peterson - Richard Lage
Lucy Redfield - Michelle Benes
Carolyn, jung - Sarah Kathryn Schmitt
und andere

Vor vielen Jahren hat die italienische Lehrerin Francesca in Neapel ihren Mann Richard kennengelernt, einen GI, dem sie auf seine Farm nach Iowa folgte, ohne genau zu wissen, was sie dort erwartet. Inzwischen, man schreibt das Jahr 1965, ist sie Mutter zweier heranwachsender Kinder. Richard erweist sich als grundsolider Ehemann, doch ihre Träume und Sehnsüchte blieben unerfüllt. Das scheint sich zu ändern, als sich eines Tages der weit gereiste Fotograf Robert Kincaid in diese Einöde verirrt, der für das National Geographic Magazine jene überdachten Holzbrücken ablichten soll, die als einzige Attraktion der Gegend gelten. Mann und Kinder sind für einige Tage verreist, und so hat die Strohwitwe Zeit und Muße, dem sympathischen Fremden den Weg zu zeigen. Später lädt sie ihn zu sich zum Abendessen ein, die Gespräche mit ihm haben etwas Elektrisierendes. Bei ihrem Wiedersehen am nächsten Tag ahnen beide, dass es nicht beim Gespräch bleiben wird. Zwischen dem einsamen Weltenbummler, der zwischen dezenten Machoallüren und einnehmender Aufrichtigkeit changiert, und der aufblühenden Hausfrau und Mutter, die sich extra für ihn ein neues Kleid kauft, kommt es zur leidenschaftlichen Annäherung. Am Ende der knapp bemessenen Zeit entscheidet sie sich jedoch für ihr bescheidenes familiäres Glück. Erst nach Francescas Tod erfahren die beiden erwachsenen Kinder aus Francescas Tagebuch von den vier ganz besonderen Tagen im Leben ihrer Mutter, die so viel ausmachten.

Mit dieser wundervoll fotografierten, zweistündigen Liebesgeschichte erweist Clint Eastwood sich nicht nur als virtuoser Regisseur, der ein großes Melodram ohne kitschige Überzeichnung inszeniert. Im Gegensatz zur Buchvorlage, in der Robert James Waller eine konventionelle männliche Eroberungsfantasie zu Papier brachte, kehren Eastwood und sein Autor Richard LaGravenese die Perspektive um. "Die Brücken am Fluss" ist ein subtiler Frauenfilm mit der großartigen Meryl Streep als spröder Farmerin, die sehnsuchtsvoll einen halbnackten Fremden beobachtet, ihn verführt, ihre Sinnlichkeit entdeckt - und dabei stets die Entscheidungsgewalt über ihr Leben behält. Neben seiner bemerkenswerten Regieleistung setzt der zweifache Oscar-Preisträger auch Akzente als Schauspieler, indem er sein wortkarges Dirty-Harry-Image geschickt in die Darstellung eines einsamen Wolfes einfließen lässt.
   

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